Zur Startseite.
Die Eisenbahn-Seiten.
Die Link-Seite.
Referenzen.
Die Änderungen.
Das Gästebuch.
Rechtliches und Impressum.
E-Mail.
westbahn.de
Ostfrieslands Eisenbahngeschichte

Zu den Eisenbahnseiten.

    Bereits 1825 stellt der deutsche Industrielle und Eisenbahn-Vordenker Friedrich Harkort (1793-1880) fest, dass eine Verbindung des Rheines mit einem deutschen Nordseehafen einen großen wirtschaftlichen Vorteil bieten würde, da so die holländischen Zölle umgangen werden könnten. Er schlägt eine Verbindung mit Emden oder Bremen vor, wobei die Eisenbahn nur die Landstrecke zwischen Rhein und Ems bzw. Lippe (mit Verbindung zum Rhein) und Weser überbrücken sollte, während die restliche Strecke in bewährter Weise auf dem Wasserwege zurückzulegen gewesen wäre.
    1833 veröffentlicht dann Friedrich List (1789-1846) seine bekannte Denkschrift "Ueber ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems und insbesondere über die Anlegung einer Eisenbahn von Leipzig nach Dresden". Auch er sieht eine Verbindung zwischen Rhein und Weser vor. Die Ideen von Harkort und List können sich aber noch nicht durchsetzen.
    Nachdem 1835 zwischen Nürnberg und Fürth die erste Bahnstrecke auf deutschem Boden errichtet und erfolgreich betrieben wurde (auch wenn sie - nach heutigen Maßstäben - mehr den Charakter einer Vorortbahn hatte und schließlich 1922 aufgegeben wurde), erkannten Zeitgenossen in ganz Deutschland jedoch schnell, welche Möglichkeiten die neue Technik bot. Nur fünf Jahre später wagte man sich auch in Ostfriesland eine an konkrete Planung, vor allem, um den Seehafen Emdens besser mit den Industriegebieten an der Weser zu verbinden. Wenig später änderte man allerdings seine Meinung und orientierte sich dann wieder nach Süden in Richtung des Rheinisch-Westfälischen Industriereviers.

    Trotzdem dauerte es noch bis 1854 bevor ein Zug einen Emder Bahnhof erreichte. Ostfriesland gehörte zu dieser Zeit nun einmal zum Königreich Hannover, grenzte im Osten und Südosten aber an das Großherzogtum Oldenburg - nur ein schmaler Streifen von etwa 30 km Breite hielt im Süden den Anschluss an den Rest des Königsreiches. Der Herzog von Oldenburg befürchtete wohl, Hannover könnte mehr Vorteile aus einer Bahnverbindung über oldenburgisches Gebiet ziehen als seine eigene kleine Nation. Der Weg von der Ems über Oldenburg an die Weser und weiter nach Hannover blieb der Eisenbahn versperrt. (Übrigens hatte Preußen Jahre später, als um eine Eisenbahn zum geplanten Kriegshafen an der Jade ging (heute Wilhelmshaven), eine ganze Weile die gleichen Probleme mit der seinerzeitigen oldenburgischen Regierung.) Erst ein Vertrag zwischen Hannover und Preußen machte es möglich: Eine Eisenbahn von Emden über Oldersum (der Bahnhof Petkum wurde erst 1872 eingerichtet), Neermoor, Leer, Ihrhove, Steenfelde, Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Kluse, Lathen, Haren, Hemsen, Meppen, Geeste, Lingen, Elbergen, Leschede, Salzbergen und über die preußisch/hannoversche Landesgrenze nach Rheine wird 1856 fertiggestellt. Zuvor konnte bereits 1854 der Betrieb zwischen Emden und Papenburg aufgenommen werden.
    Im Jahre 1867 wird die Strecke Oldenburg - Heppens eröffnet. Damit kann Preußen über oldenburgisches Gebiet seinen neuen Kriegshafen an der Jade erreichen, der eine preußische Enklave im Großherzogtum bildet - das bisherige "Hindernis Hannover" hat im Jahr zuvor den Deutschen Krieg verloren, ist dadurch nun preußische Provinz und kann seine Zustimmung nicht mehr verweigern. Mit Oldenburg dagegen kann sich Preußen schließlich einigen. Die Strecke verläuft von Oldenburg über Bürgerfeld, Neusüdende, Rastede, Hahn, Jaderberg, Varel, Dangastermoor, Ellenserdamm, Sande, Mariensiel und Bant (später Rüstringen) nach Heppens (später Wilhelmshaven).




Klingeltöne   Besuche seit 1. Juli 2000   -