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Zum 40jährigen Bestehen von |
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"Die vorliegende Denkschrift soll einen Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung der Eisenbahndirektion Münster im Wandel von vier Jahrzehnten geben und den schon jetzt nur mit großer Mühe zusammengetragenen Stoff an Daten und Tatsachen vor dem Vergessen bewahren." (Direktionspräsident Uttech)
Das sehr schön aufgemachte, mit vielen Fotografien illustrierte Werk
über die Rbd Münster und ihre Rechtsvorgängerinnen enthält
naturgemäß auch vielfältige Angaben über die
Eisenbahnstrecken des ostfriesischen Raumes, namentlich die Hannoversche
Westbahn und die Ostfriesische Küstenbahn. Auch werden hier die
wichtigeren Bahnhöfe und Umschlagstellen im Bereich der Direktion
kurz vorgestellt, so daß sich ein recht gutes Bild des Bahnverkehres
zur Mitte der dreißiger Jahre ergibt. Im folgenden werden die
entsprechenden Abschnitte aufgeführt, die Reihenfolge bleibt unter
Fortlassung der anderen Strecken und Stationen unverändert.
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V. Wirtschaft und Verkehr |
a) E m d e n.
Ein Brennpunkt des wirtschaftlichen Lebens im Bezirk Münster ist die
Stadt Emden, deren größter preußischer Ausfuhrhafen in
den letzten Jahrzehnten einen ungeahnten Aufschwung genommen hat. Der
emder Hafen, der noch vor reichlich 30 Jahren ziemlich bedeutungslos war,
verdankt seine wirtschaftliche Entwicklung dem Ems-Jade- und dem
Dortmund-Ems-Kanal sowie den günstigen Eisenbahnzufuhrstraßen
für das rheinisch-westfälische Industriegebiet, den
Osnabrücker Wirtschaftsbezirk und für Mitteldeutschland.
Seine nach Westen vorgeschobene geographische Lage bestimmt ihn zum
Wettbewerbshafen gegenüber dem handelsmächtigen Rotterdam.
Unter staatlicher Verwaltung ist der Hafen Emden zu einem
Großschiffahrtshafen ausgebaut und neuzeitlich eingerichtet worden.
Nach Anlage und Ausrüstung ist er der typische deutsche Hafen für
den Massengüterverkehr.
Die Gesamtfläche der Emder Hafenanlage beträgt 156 ha mit 10 km
Verladeufer. Die Hälfte davon ist mit Eisenbahngleisanlagen der
Bahnhöfe Emden und Emden-Außenhafen ausgestattet. Die
Gesamtlänge der Eisenbahngleise im Hafengebiet beträgt 36 km.
Der geschichtlichen Entwicklung und den verschiedenartigen Aufgaben
entsprechend, unterscheidet man den Alten Binnenhafen,den Außenhafen
und den Neuen Binnenhafen. Emden ist Tarifbahnhof für den Alten und
Neuen Binnenhafen; Emden-Außenhafen für den Außenhafen.
Der Alte Binnenhafen wurde bald nach Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals,
der östlich an der Borssumer Schleuse einmündet, in allen Teilen
ausgebaut, vertieft und an der Westseite mit 3 Stichbecken versehen.
Im Jahre 1913 wurde zur Entlastung des Außenhafens nach Osten hin der
sogenannte "Industriehafen" erbaut. In dem spritzen Winkel
zwischen Industrie- und Binnenhafen, dem sogenannten
"Königs-Polder", liegen die Brikettfabrik (Kohlensyndikat)
und die Nordseewerke ("Vestag"). An den Hafeneinschnitten auf der
westlichen Seite des alten Binnenhafenbeckens befinden sich kleinere Werften,
zwei Heringsfischereien und im dritten Hafeneinschnitt die Emder
Heringsfischerei AG.
Für den Umschlag im Bereiche des alten Binnenhafens kommen
hauptsächlich folgende Umschlagstellen in Betracht:
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a) |
das Bahnhofsdock, ein am Hauptbahnhof Emden gelegenes Hafenbecken, das vornehmlich dem Umschlag von Langholz von Bahn auf Wasser für Holland dient; |
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b) |
die Ladestelle "Kaimauer" am Güterbahnhof Emden mit einer Kailänge von 140 m und Gleisanschluß. Sie dient insbesondere dem Umschlag von Steinen, Kohle usw für Borkum und Holland; |
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c) |
die Ladestelle "Rechtes Fahrwasserufer" gegenüber der Kaimauer, ebenfalls mit Gleisanschluß; sie dienst vor allem dem Bahnumschlag von Stroh nach Holland und auch dem Wasserumschlag von Stückgut und Getreide; |
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d) |
die Ladestelle "Zungenkai" mit einem Seegüterschuppen von 2000 qm Grundfläche und 5 fahrbaren elektrischen Portalkränen von je 3 t und einem festen elektrischen Portalkran von 10 t Tragkraft ausgerüstet und auf beiden Seiten mit Gleisen belegt. Die Kailänge beträgt 260 m außen, 135 m vor Kopf und auf der Rückseite des Zungenkais. Diese Ladestelle dient vorwiegend dem Bahnumschlag von Holz, Eisen, Düngemitteln und Stückgut in Küstenfahrzeuge und kleinere Seeschiffe und zu Zeiten starken Verkehrs aushilfsweise auch dem Massengutumschlag, insbesondere von Kohle; |
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e) |
die Umschlagstelle "Brikettfabrik" am Industriehafen, ausgerüstet mit 3 Portalkränen von je 4 t Tragfähigkeit, mit einer Kailänge von 180 m und Privatgleisanschluß. Sie dient den eigenen Betrieb der Brikettfabrik und bei starker Inanspruchnahme der öffentlichen Umschlagstellen auch dem Bahnumschlag vor allem von Kohle. |
Der 1400m lange und 130 m breite, durch weit in die Ems vorspringende
Molen geschützte Außenhafen welcher im Jahre 1901 in Betrieb
genommen wurde, bildet sozusagen die Fortsetzung des alten Binnenhafens
nach dem Fahrwasser der Ems hin und beginnt hinter der Nesserlandschleuse;
er liegt, wie schon der Name sagt, außerhalb des Schleusengebiets
und hat freie Öffnung zur See.
Infolge seiner Lage außerhalb der Schleuse hat er dem alten
Binnenhafen gegenüber den Vorteil, daß die Schiffe schneller
heran- und herauskommen können, weil sie nicht durchgeschleust zu
werden brauchen, dagegen den Nachteil, daß die großen
Überseedampfer nur bei Hochwasser anlegen können. Die 930 m
lange Kaimauer bietet Liege- und Löschgelegenheit für 7 - 10
große Dampfer gleichzeitig. Sie ist mit 2 Schienensträngen
von je 600 m Länge ausgerüstet, die bis zu 400 Wagen aufnehmen
können; außerdem können etwa 100 Wagen im Molegleis
aufgestellt werden. Vorhanden sind 2 große Kaischuppen von 12000 qm
Grundfläche und an Umschlaggerät 1 40-t-Schwerlastkran, 6
Portalkräne von 3 t, 1 von 5 t und 3 Verladebrücken von 5 t
Tragfähigkeit; ferner Gleisanlagen von etwa 7,5 km Nutzlänge,
große Lagerplätze für Bunkerkohle und Erz und 3 große
Tanks zur Versorgung der Motorschiffe mit Öl und Benzol. Der
Außenhafen dient heute vor allem dem Umschlag von Bunkerkohle,
Getreide, Holz, Eisen und Zement.
Neben dem Güterumschlag dient Emden-Außenhafen mit seinem
selbständigen Personen- und Güterbahnhof - die anderen
Ladestellen und Anschlüsse gehören zum Hauptbahnhof Emden -
dem in der Badesaison nicht unbedeutenden Personenverkehr nach dem
ostfriesischen Nordseebad Borkum. Die Dampferlinie befördert neben
Personen aber auch Eisenbahnstückgüter und Ladungen für
die Güternebenstelle Borkum.
Der Neue Binnenhafen mit dem Erz- und Eisenkai, 51,2 ha groß und
mit einem Kostenaufwande von 23 Millionen Goldmark gebaut, wurde 1913
in Betrieb genommen.
Der Erz- und Eisenkai ist die große Massengutumschlagstelle mit
einer 561 m langen Kaimauer. Dem Erzumschlag dienen insgesamt 9 schwere
Demag-Verladebrücken, davon 4 mit je 12,5 t und 5 mit je 15 t
Tragfähigkeit. Die hochklappbaren Selbstgreifer reichen über
40 m weit über den Wasserspiegel hinweg. Dem Bahnumschlag dienen
Lade- und Aufstellgleise in einer Gesamtlänge von 7 km. Hier erfolgt
der Umschlag von schwedischem Erz von Seeschiff zu Kanalschiff und von
Seeschiff zur Bahn, letzterer zur Weiterbeförderung zum
rheinisch-westfälischen Industriegebiet und nach der
Georgsmarienhütte (Klöckner-Werke). Für den Kohlenumschlag
bestimmt sind 4 Tiglerbrücken mit je 6,5 t bis 8 t Tragfähigkeit
und 16 bis 22 m Ausladung. An sonstigen Anlagen sind vorhanden
Lagerplätze in Größe von 32000 qm, ein Lagerschuppen von
2700 qm, 2 fahrbare Gleiswaagen von je 80 t Tragkraft mit
Druckkarteneinrichtung und 2 fahrbare Verwiegebunker von je 250 t Fassung
für Bahnumschlag von Erz, 4 elektrische Verholwinden von je 2000 kg
Zugkraft zum Verschieben der Wagen in den Kaigleisen. Außer diesen
festen Umschlaganlagen besitzt der Hafen noch 7 schwimmende Dampfkräne
mit je 3 t Tragkraft, 2 mit je 8 t Tragkraft und 2 schwimmende
Getreideelevatoren mit je etwa 200 t Stundenleistung.
Der Außenhafen und der Neue Binnenhafen sind seit dem Jahre 1904
Zollausschlußgebiet.
Der Rangierdienst für den Hafenbetrieb wird durch den Hauptbahnhof
Emden besorgt, von wo aus Überführungszüge nach dem
Außenhafen und nach dem Neuen Binnenhafen gefahren werden.
Was den Verkehr im Emder Hafen im allgemeinen angeht, so tritt der
Personenverkehr hinter dem Güterverkehr wesentlich zurück. Er
beschränkt sich fast ganz auf den zur Sommerzeit beachtlichen Verkehr
nach Borkum, der im Sommer dreimal und im Winter einmal täglich von
den Reedereien AG Ems in Emden und von der Borkumer Dampfschiffahrts- und
Kleinbahn AG in Borkum aufrechterhalten wird, die im Sommer auch den
Anschluß von Borkum nach Helgoland herstellen.
Den Anschluß an Emden-Außenhafen stellt die Reichsbahn
durch Pendelzüge Emden-Hauptbahnhof - Emden-Außenhafen
her. In den Bäder-, Eil- und Schnellzügen Rheinland - Westfalen
/ Berlin - Emden - Norddeich laufen für die Borkum-Reisenden
besondere Kurswagen für Emden-Außenhafen.
Umso reger ist der Güterverkehr in dem ausgesprochenen
Massenumschlaghafen Emden, dagegen tritt der Ortsverkehr im Hafen dem
Umschlagverkehr gegenüber ganz zurück, was bei der
Größe der Stadt (34.000 Einwohner) und dem Umfange ihrer
Industrie erklärlich ist.
Die Hauptgüterarten, die in Emden umgeschlagen werden, sind im
Eingange Erz, Getreide und Holz, im Ausgange Kohle, Holz, Eisen und
Zement. Die Verbindung des Seehafens Emden mit seinem Hinterlande vermittelt
hinsichtlich des Erz- und Kohlenverkehrs hauptsächlich der
Dortmund-Ems-Kanal, bezüglich der höherwertigen Güter die
Reichsbahn. Dem Bahnwege kommt außerdem bei Behinderung der
Binnenschiffahrt (Frost, Schleusenausbesserung) eine besondere Bedeutung zu.
Die höchsten monatlichen Gesamtleistungen im Umschlag des Emder
Hafens fallen in das Jahr 1926, das Jahr des englischen Bergarbeiterstreiks,
in dem der Gesamtjahresumschlag an Ausfuhrkohle fast das Doppelte eines
Normaljahres, auf 2.344.355 t stieg, an denen der Kanal mit 1.697.966,
die Bahn mit 646.292 t beteiligt war. Man hat diesen Kohlenverkehr 1926
mit Recht als "Feuerprobe" des Emder Hafens bezeichnet. Damals
wurde an allen größeren Umschlagstellen Tag und Nacht
gearbeitet.
Dieser Feuerprobe, bei der Kanal und Bahn zusammenarbeiteten, um die
starke Kohlenausfuhr zu bewältigen, steht eine zweite Belastungsprobe
des Emder Hafens gegenüber, und zwar eine solche des reinen
Bahnumschlags. Es war im März 1929, als der Kanal schon seit 2
Monaten still lag und eine starke Einfuhr an Erzen und Ausfuhr an Kohle
einsetzte. Der gesamte Bahnumschlag betrug in jenem Monat rd 167.000 t,
davon 73.000 t Erz, 75.000 t deutsche Kohle, 4.000 t englische Kohle,
8.000 t Eisen und 1.200 t Getreide.
Emden steht als Massenguthafen in einem scharfen Wettbewerbsverhältnis
zu Rotterdamm wobei die Eisenbahn eine besondere Rolle spielt. Die
Ruhrkohle benutzt in steigendem Maße die Eisenbahn, die im Vergleich
zur Schiffsbeförderung eine schonlichere Behandlung der hochwertigen
Kohlensorten, insbesondere von Anthrazit-, Stück- und Gasflammkohle
gewährleistet. Die Verladung in Eisenbahnwagen hat den weiteren
Vorteil, die mit Rücksicht auf die Verkaufsfähigkeit der Kohle
häufig gewünschte Sortenmischung in einfachster Weise zu
gestatten. Bei der Kohle kommt noch hinzu, daß die Dampfer die
verschiedenen Sorten in bestimmter Reihenfolge laden wollen; für
die entsprechende Heranführung der Kohlensorten zum Schiff ist
gleichfalls die Eisenbahnverladung wie geschaffen. Die Reichsbahn hat
außerdem ihre Güterwagen ständig vergrößert;
war früher der Doppelwagen von 10 t Tragfähigkeit das normale
Maß, so ist es heute der 20-t-Wagen. Seit einigen Jahren geht die
Reichsbahn für gewisse Verkehre, namentlich für Kohlentransporte,
zur Verwendung großräumiger Wagen mit 50 t Tragfähigkeit
über. Neuerdings stellt sie Versuche an mit der Verwendung
großräumiger Kübelwagen. Die Wagen gewährleisten
eine gute und schnelle Entladung der Kohle und eignen sich besonders
für den Umschlag von der Eisenbahn zum Seeschiff. Mit diesen
Versuchen hat die Reichsbahn in der Verkehrsbeziehung Ruhrgebiet-Emden
bereits begonnen.
Das Übergewicht, das Rotterdam als Massenguthafen gegenüber
Emden hat, ist bedeutend. Dagegen ist der Anteil der Eisenbahn an diesem
Umschlagverkehr in Rotterdam gering, nämlich etwa 2 bis 3 %. In
Emden ist der Anteil der Eisenbahn am Hafenumschlagverkehr beträchtlich,
nämlich etwa 20 bis 25 %. Der Eisenbahnverkehr in Emden ist bedeutend
stärker, als der in Rotterdam. Die Leistungsfähigkeit des Hafens
Emden als Eisenbahnumschlagstelle ist durchaus allen Anforderungen
gewachsen.
b) L e e r
Der Hafen Leer (Ostfriesland) liegt in der Nähe der Mündung
des Ledaflusses in die Ems. Er wird gebildet durch eine alte Ledaschleife,
ist eingedeicht und durch eine elektrisch betriebene Seeschleuse
zugänglich. Seine Wasserfläche umfaßt 38 ha. Der Hafen
ist über die Leda nach Westen mit der Ems, nach Osten mit dem
Ems-Hunte-Kanal (Hunte-Weser) verbunden. Es werden unterschieden: der
Handelshafen als eigentliche Umschlagstelle und der Industriehafen für
Privatanlieger. Das von den beiden Häfen eingeschlossene Gelände
wird die "Nesse" genannt. Die Umschlagstelle liegt etwa in der
Mitte des Ostufers des Handelshafen und hat Anschluß an die
Reichsbahn. Ebenfalls haben die am Industriehafen liegenden Werke
Bahnanschluß.
An Umschlageinrichtungen sind vorhanden: 1 elektr. Laufkran mit 2,5 t
Tragfähigkeit und 17 m Ausladung sowie 1 Schwimmkran mit 3 t
Tragfähigkeit und 9 m Ausladung, die Eigentum der Stadt Leer sind.
Die Stadt besitzt einen Lagerschuppen von 100 m Länge und 20 m
Breite, der an verschiedene Firmen verpachtet ist. Die zollamtliche
Abfertigung besorgt das Hauptzollamt Leer. Der Hafen wurde schon von
Dampfern mit 3000 t ohne Leichterung erreicht. Von und nach Übersee
bestehen keine regelmäßigen Schiffsverbindungen. Im
Küsten- und Binnenschiffahrtsverkehr stellt regelmäßig
wöchentlich ein Stückgutdampfer die Verbindung auf der
Bugsierlinie Hamburg-Emden-Leer her.
Als Hauptumschlaggüter kommen für den Hafen Leer in Frage: Von
Bahn zu Schiff Konserven, Buhnenbefestigungsmittel und Kolonialwaren;
von Schiff zu Bahn Kohle, Koks, Roheisen und Futtermittel.
C. Binnenumschlagplätze
a) B e n s e r s i e l (E s e n s).
Dieser Hafen liegt an der ostfriesischen Nordseeküste. Er ist durch
das Wattenmeer mit der offenen Nordsee verbunden und dient
hauptsächlich dem Verkehr zwischen der Insel Langeoog und dem
Festlande. Im übrigen ist Bensersiel Küstenschiffahrtshafen;
er wurde im Jahre 1800 für die Küstenfischerei erbaut und 1891
für den Inselverkehr erneuert und erweitert.
Eine unmittelbare Verbindung mit dem Hafen (Umschlagstelle) besitzt nur
die Kreisbahn Leer - Aurich - Wittmund, die in Esens an die Reichsbahn
anschließt. Reichsbahngüterwagen können auf Rollböcken
zur Umschlagstelle befördert werden. Die Entfernung vom
Reichsbahntarifbahnhof Esens über die Kreisbahn bis zur Umschlagstelle
beträgt 5 km. Es besteht täglich einmal regelmäßige
Schiffsverbindung mit der Insel Langeoog. Als Hauptumschlaggüter
kommen Lebensmittel, Möbel, Kunstdünger, Steine und
Baumaterialien in Frage.
f) L o p p e r s u m.
Das Loppersumer Tief ist durch Kanäle mit Emden und Greetsiel
verbunden. Der Hafen besteht in einer Ausbuchtung des Kanalbettes und
liegt auf der Westseite des Tiefs. Die Umschlagstelle liegt östlich
vom Bahnhof Loppersum und hat Gleisverbindung. Die Umschlagstelle wird
unter der Bezeichnung "Loppersum-Kanalhafen" als öffentliche
Ladestelle betrieben. Hauptumschlaggüter sind von Bahn zu Schiff:
Düngemittel und Steinkohlen, von Schiff zu Bahn: Mauersteine.
j) N o r d d e i c h.
Der Hafen wird durch die vom Bahnhof Norddeich in das offene Meer
vorgetriebene Mole (Hafendamm) gebildet. Er dient hauptsächlich
dem Verkehr mit den ostfriesischen Inseln Juist, Norderney, Baltrum und
Langeoog sowie der Küstenfischerei. Die Mole ist im Jahre 1890
erbaut worden. Am Ost- und Westkai liegt je ein Gleis für den
Güterumschlag, während die Mitte der Mole ein Gleis für
Personenzüge und einen Bahnsteig trägt.
"Norddeich Mole" ist öffentliche Ladestelle. Den
Umschlagverkehr vermittelt die Reederei Norden-Frisia in Norden, die
während der ganzen Jahreszeit regelmäßige
Schiffsverbindungen nach den eingangs erwähnten Nordseeinseln
unterhält. Hauptumschlaggüter sind Steine, Baumaterialien,
Kohlen und Lebensmittel für die übrigen Bewohner.
k) N o r d e n.
Die Stadt Norden hat durch die Leybucht, die einen Teil der Emsmündung
darstellt, Verbindung mit der Nordsee. In den Jahren 1926 bis 1929 wurde
die Leybucht eingedeicht und mit einer Seeschleuse versehen, so daß
der innere Teil dieses Tiefs der Einwirkung von Ebbe und Flut entzogen
ist. Die eingedeichte Wasserfläche trägt abschnittsweise folgende
Benennungen: von der Seeschleuse bis zu dem am Südende der Stadt
liegenden Hafen "Norder Tief"; an das Norder Tief schließt
sich der "Handelshafen" an, der sich innerhalb der Stadt in das
"Galgentief" und den Norder Fehn-Kanal teilt. Zwischen dem
Handelshafen und dem Norder Fehn-Kanal besteht keine schiffbare Verbindung.
Der Handelshafen hat eine Wasserfläche von 44 a; er besitzt nur
Bedeutung für die Küsten- und Kanalschiffahrt. Zwischen dem
Hafen und dem Bahnhof besteht keine Gleisverbindung.
Der Schiffsverkehr ist seit der Eröffnung der Bahn stark
zurückgegangen, nach dem Kriege aber wieder gestiegen. Eine weitere
Verkehrsbelebung trat im Sommer 1935 ein. Aus diesem Grunde sind im
Spätsommer d J umfangreiche Erneuerungsarbeiten im Hafen
durchgeführt worden. Das Hafengelände ist zur Erleichterung der
Ladearbeiten tiefer gelegt und für neue Anlege- und
Umschlageinrichtungen vorbereitet worden. Für den Stückgutverkehr
besteht seit Juli 1935 eine regelmäßige wöchentliche
einmalige Verbindung mit Leer (Ostfriesl) im Anschluß an die Linie
Hamburg - Leer. Im übrigen verkehren unregelmäßig
hauptsächlich Getreideschiffe nach Holland und Westfalen.
6. Sonderaufgaben des Bezirks hinsichtlich
der Güterbeförderung
b) Die Strecke Hamm-Emden dient in der Richtung zur See ebenfalls der
Kohlenabfuhr, in der umgekehrten Richtung der Einfuhr von Erz, Getreide,
Holz und anderen Gütern. Im Bezirk Münster hat diese Strecke
ähnliche Aufgaben wie die Linie Wanne - Bremen zu erfüllen.
Sie steht im Wettbewerb mit dem fast gleichlaufenden zeitlich
jüngeren Dortmund-Ems-Kanal. Auf dem Kanal wandern Kohle und Erz
einander entgegen, die Kohle vom Industriebezirk zum Umschlaghafen Emden,
das Erz in umgekehrter Richtung.
VI. Eisenbahnbetrieb
3. Betriebliche Bedeutung einzelner Bahnhöfe
Von den Bahnhöfen des Bezirks dürften an dieser Stelle in
erster Linie die größeren Rangierbahnhöfe zu nennen sein.
Es sind dies:
g) Der Bahnhof Emden mit 1 Ablaufberg, 3 bis 4 Rangiergruppen, einer
Solleistung von 600 Wagen, die bei gutem Umschlagverkehr auch erreicht
wird.
Von den Bahnhöfen mit einem stärkeren Reisezugverkehr
seien genannt:
e) Bahnhof Emden mit täglich 37 Reisezügen im Ein-, 110 im Ausgang.
Auf die betriebliche Bedeutung verschiedener Bahnhöfe des Bezirks soll in alphabetischer Reihenfolge eingegangen werden:
In E m d e n war der Hafenverkehr im Jahre 1895 noch gering; er wickelte sich hauptsächlich im alten Binnenhafen ab. 1898 wurde der Anschluß "Rechtes Fahrwasser" in Betrieb genommen, der Eigentum des Wasserbauamtes ist. Die Eröffnung des Außenhafens im Jahre 1902 ist bereits an anderer Stelle erwähnt. 1923 wurde der neue Binnenhafen fertiggestellt. Die Bedienung der Anschlüsse in Emden erfolgt durch durch Übergabezüge von und nach Emden. Seit der Inbetriebnahme des Eisen- und Erzkais (neuer Binnenhafen) hat sich in Emden ein starker Umschlagverkehr von Schiff zu Bahn und umgekehrt entwickelt. Da dieser Verkehr immer mehr steigt, werden an den Betrieb hinsichtlich der Zu- und Abfuhr mit Rücksicht auf die an sich beschränkten Bahnhofsverhältnisse in Emden hohe Anforderungen gestellt. Um diesen gesteigerten Anforderungen gerecht werden zu können, wurden die Gleisanlagen im Güterbahnhof Emden 1932 erweitert, bei welcher Gelegenheit der Bahnhof auch einen Ablaufberg erhielt.
Der Bahnhof L e e r (O s t f r i e s l) hat sich verkehrlich gut entwickelt. Vor 1902 vollzog sich hier noch der Reiseverkehr nach dem Nordseebad Borkum. Im übrigen wird der Betrieb durch den Übergangsverkehr nach Bremen und Holland bestimmt. Besonders hervorzuheben ist der äußerst rege Viehverkehr an den wöchentlichen Markttagen in dem 1926 errichteten neuen Zentral-Viehhof, in dem zum "Gallimarkt" durchschnittlich 5000 Stück Vieh, insbesondere Rindvieh, aufgetrieben und zur Abbeförderung durchschnittlich 7 Sonderzüge gefahren werden. Das frühere Hafendock ist wegen Nachlassen des Hafenverkehrs in den letzten Jahre zugeschüttet worden.
4. Der Betrieb im Verhältnis
zur Leistungsfähigkeit der Strecken
Von besonderem Einfluß auf den Betrieb sind die Drehbrücken
über den Hafenkanal bei Papenburg, über die Leda bei Leer und
über das Emder Fahrwasser in Emden.
Grundsätzlich sind auf den Schnell- und Eilzugstrecken folgende
Höchstgeschwindigkeiten zugelassen:
Münster - Emden 100 km
Emden - Abelitz 75 km
Abelitz - Norden 90 km in der Stunde.
Über 40 km Geschwindigkeit sind auf folgenden Nebenbahnstrecken eingeführt:
50 km auf der Strecke Norden - Wittmund (bis auf das
kurze Stück Roggenstede - Esens).
Sämtliche Strecken der Reichsbahndirektion Münster lassen einen
Achsdruck von 16 t, ein Metergewicht von 5,6 t/m und Lademaß 1 zu.
Von den Hauptbahnstrecken lassen die Strecken ... Münster - Emden
18 t Achsdruck zu.
6. Betriebsleitung und -überwachung
In E m d e n besteht seit 1931 während des starken
Bäder-Reiseverkehrs, in der Regel also in den Monaten Juni bis
September, eine besondere Zugüberwachungsstelle. Diese wurde s Z
eingerichtet, weil die Durchführung der Züge auf der
eingleisigen Strecke Emden-Norden-Norddeich von Jahr zu Jahr schwieriger
wurde. Wegen Mangels an Mitteln konnte vorerst an den dadurch an sich
notwendigen zweigleisigen Ausbau der Strecke nicht gedacht werden. Die
Zü überwacht mit Hilfe eines besonders eingerichteten
Nachrichtendienstes die Zuglage von Bahnhof zu Bahnhof und regelt
hiernach den Zuglauf so, daß Reibungen möglichst vermieden,
Verspätungen auf das geringste Maß beschränkt bleiben.
Infolge des zunehmenden Umschlagverkehrs in den Emder Häfen
hat sich ferner das Bedürfnis herausgestellt, zur Unterstützung
des Dienstvorstehers in der Leitung und Überwachung des
Betriebsdienstes im Bahnhof Emden, dessen bauliche Anlagen dem großen
Verkehr nicht gewachsen sind, im Dezember 1933 eine besondere
Bahnhofsbetriebsüberwachung (Bü) einzurichten. Diese verfolgt
ununterbrochen die Betriebsvorgänge im Bahnhof Emden sowie im
Bahnhof Emden-Außenhafen und in den Anschlüssen. Auch sorgt
sie für Vermeidung von Störungen, Erzielung
größtmöglicher Betriebsleistungen und Wirtschaftlichkeit.
Nebenbei nimmt die Bü auch die Aufgaben einer Zugleitung (s o) wahr.
Diese Einrichtungen reichen jedoch nicht aus, den Betrieb im Bahnhof Emden
und an den Umschlagstellen bei starken Umschlagverkehr flüssig zu
halten. Die Unzulänglichkeit des Bahnhofs Emden und besonders der
Umschlaganlagen erfordern eine ständige Angleichung des Zulaufs an
den jeweiligen Bedarf an den Umschlagstellen und an ihre
Aufnahmefähigkeit sowie an die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs.
Zur Regelung des Zulaufs wurde, ebenfalls mit der Bü verbunden,
eine Dispositionsstelle für den Kohlen- und Erzumschlagverkehr
eingerichtet, die die Aufgabe hat, sowohl mit den Umschlagfirmen als auch
mit sämtlichen Unterwegsstellen, insbesondere mit dem Bahnhof
Gelsenkirchen-Bismarck, der die Züge mit Kohlenumschlagfrachten
nach Emden zusammenstellt, ständige Verbindung zu halten, um je nach
dem Bedürfnis Frachten heranzuziehen oder unterwegs zurückhalten
zu lassen.
VII. Fahrplanwesen
1. Personenverkehr
...
Die Strecke Hamm-Norddeich dient auch dem starken Verkehr nach dem
ostfriesischen Nordseebädern. Der lebhafte Verkehr nach diesen
Inseln gibt dem Fahrplan der Strecke Hamm-Norddeich im Sommer sein
besonderes Gepräge. Der Verkehr aus Westfalen, dem Rheinlande und
Süddeutschland geht über Hamm - Münster - Rheine - Emden,
der von Hannover, Berlin und Mitteldeutschland über Bremen -
Oldenburg - Leer - Emden. Der Bäderverkehr hat den Umfang der
Vorkriegszeit wieder erreicht und teilweise sogar überholt, er nimmt
von Jahr zu Jahr weiter zu. Auch die Fahrten der NS-Gemeinschaft
"Kraft durch Freude" bringen neuerdings in langen Sonderzügen
Tausende von Volksgenossen zu den ostfriesischen Bädern. Neben den
regelmäßig verkehrenden Zügen verkehren in der Badezeit
besondere Bäderzüge und Feriensonderzüge, die die
erholungsuchenden Badegäste zu den Anlegeplätzen der Dampfer
fahren.
|
1. Anzahl der regelmäßig verkehrenden Güterzüge |
|||||
|
|
1895 |
1913 |
1919 |
1934 |
Bemerkungen |
|
Eilgüterzüge Eg |
-- |
4 = 7,5% |
8 = 16% |
10 = 11% |
|
|
Viehzüge V |
-- |
1 |
1 |
3 |
|
|
Güterzüge G |
22 |
49 |
41 |
77 |
|
|
2. Höchstgeschwindigkeit der Güterzüge in km/h |
|||||
|
Eg |
50 |
50 |
50 |
65 * |
* Zum 15.5. werden die wichtigsten Durchgangsgüterzüge (De) eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h erhalten. |
|
V |
45 |
45 |
45 |
60 |
|
|
G |
35 |
35 |
35 |
55-60 |
|
VIII. Ostfriesischer Seebäderverkehr
"Sprich Du von Deiner Küste,
Von Deinem blauen Meer"
(Dingelstedt)
Schön ist die ostfriesische Küste. Ein herrliches Band aber
zauberte das Meer selbst vor das grüne, herbe Land, um seiner
Zerstörung zu wehren: die sieben Inseln. Wie langgestreckte
Festungswälle liegen sie über dem Silberwatt, sich stahlendweiß
gegen den weiten Horizont abhebend, und niedrig, um den Stößen
nordatlantischer Tiefdruckwirbel in Not und Gefahr zu trotzen.
Doch nicht immer schwillt mit ständig sich erneuernder Macht die
schäumende Brandung und rüttelt an Ufer und Deich. Nicht
ständig pfeift der Sturm in den Wipfeln der Bäume und in den
strohgedecken Dächern der alten Friesenhäuser. In strahlendes
Licht getaucht schimmert der weiße Strand, und das unendliche Meer
breitet sich, glänzt und schillert, kräuselt sich in
majestätischer Pracht und verliert sich am fernen Horizont. Lächelnd
trägt es die rotbraunen Segel sturmerprobter Fischerboote und die
Schornsteine und Masten leuchtendweißer Schiffer mit fröhlichen
Menschen und bedeckt sich am Abend, wenn der feurige Sonnenball in wunderbarem
Naturschauspiel langsam ins Meer versinkt, mit dem friedlichen Schleier der
Dämmerung. Und der Mensch, der mit sehendem Auge diese stillen Wunder
erlebt, ihn zieht es an, dieses Meer mit seiner Fülle von heimlichen
Abenteuern, aber auch mit seiner Ruhe, seiner köstlich anregenden Luft
und seiner prächtigen Sonne. Er erlebt das Wunder von Ebbe und Flut
und das geheimnisvolle Meeresleuchten, schöpft frischen Mut und neue
Kraft aus dem Anblick des bewegten Wassers und im erquickenden Bad und findet
im munteren Spiel Erholung an den Ufern der See sowie auf den Hügeln
und in den windwehrenden Hainen der Inselwelt. Mit ihrem ausgeglichenen
Klima aber bieten die Inselbäder den Besuchern einen gemäßigten
Sommer, warmen Herbst und milden Winter. Immer mehr Bewunderer lockt sie
deshalb in ihnen Bann, die vielgestaltige Herrscherin über Küsten
und Eilande, die Leben und Gesundheit spendende Nordsee.
Unter den friesischen Inseln versteht man im allgemeinen die in eine
Inselreihe aufgelöste, nur durch Watten von Festlande getrennte
Dünenkette der Nordseeküste. Die niederländische Inselkette
von Texel bis zur Emsmündung nennt man die Westfriesischen Inseln.
Zwischen Ems- und Wesermündung bilden Borkum, Juist, Norderney,
Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge die Ostfriesischen Inseln.
Zu den Nordfriesischen Inseln gehören Amrum, Föhr, Sylt und die Halligen.
[Anmerkung: Politisch und historisch gesehen zählt die Insel Wangerooge nicht zu den Ostfriesischen Inseln! Sie war als Bestandteil der Herrschaft Jever Teil des Großherzogtums Oldenburg. Die übrigen Eilande von Borkum bis Spiekeroog gehörten dagegen zum Fürstentum Ostfriesland. Die Grenze zwischen dem "ostfriesischen" Landkreis Wittmund und dem "oldenburgischen" Landkreis Friesland verläuft noch heute durch das Seegatt zwischen Spiekeroog und Wangerooge. - thf]
Die Eisenbahndirektion Münster ist seit ihrem Bestehen berufen, den Nordseebäderverkehr nach den ostfriesischen Inseln zu betreuen. Seit nunmehr vier Jahrzehnten hat sie den Verkehr in enger Gemeinschaft mit den anderen Verkehrsmitteln, insbesondere der Schiffahrt, gepflegt und weiter entwickelt.
Der Verkehr nach den sieben dem Badebetriebe dienenden ostfriesischen
Inseln wird, wie bereits erwähnt, von den verschiedensten Verkehrsmitteln
bedient. Das Flugzeug nimmt seit einiger Zeit den seiner Eigenart
entsprechenden Teil davon in Anspruch. Der Wechselverkehr Kraftwagen -
Schiffahrt ist nur gering. Man erwartet hier in den nächsten Jahren
mit Recht eine Steigerung. Aber den Hauptverkehr, insbesondere den
Massenverkehr, bedienen mit umfangreichem Linienbetrieb nach wie vor
Eisenbahn und Schiffahrt. Ihre Gemeinschaftsarbeit zur glatten
Durchführung des Nordseebäderverkehrs bezieht sich - abgesehen
von der Aufstellung des die Verkehrsmittel aneinanderknüpfenden
Fahrplans und durchgehenden Tarifs - auf die Schaffung gemeinsamer Anlagen
für den übergang der Reisenden vom Festland aufs Schiff und
umgekehrt. Zur Zeit bedienen 18 Schiffsstrecken 8 übergänge,
vom Westen nach Osten aufgezählt: Emden Außenhafen, Norddeich,
Esens-Bensersiel, Esens-Neuharlingersiel, Carolinensiel-Harle, Wilhelmshaven,
Bremerhaven Lloydhalle und Cuxhaven.
Die Verhältnisse sind in Emden-Außenhafen recht günstig,
denn der Personenbahnhof, der im wesentlichen nur dem Übergang der
Reisenden nach und von Borkum dient, liegt dicht neben der Landungsstelle,
so daß der Verkehr sich glatt vollziehen kann. Die Reisenden haben
nur den 50 m langen Weg vom Bahnsteig durch die Sperre bis zur Landungsstelle
zu gehen. Der Dampfer liegt an einer beweglichen Brücke, die sich mit
dem Wasser hebt und senkt, so daß ein bequemes Ein- und Aussteigen
gewährleistet ist. Von Emden Außenhafen fahren die Dampfer der
AG "Ems" und der Borkumer Kleinbahn und Dampfschiffahrt AG
ganzjährig in 2½ Stunden zur Reede von Borkum. Von hier werden die
Reisenden durch die 8 km lange Borkumer Kleinbahn zum Badeort gebracht.
Der Bäderverkehr über Norddeich hat den großen Aufschwung
genommen, nachdem dort die Mole 1891 fertiggestellt und die Bahn bis zur
Küste gebaut worden ist. Die Züge fahren vom Bahnhof auf die
Mole und bis ans Schiff. Die Reisenden können mit wenigen Schritten
auf den Dampfer übergehen. Die Mole ist zum Schutz gegen Wind und
Wetter überdacht. Daselbst vollzieht sich auch die Übergabe des
Gepäcks an die Reederei. Die Verbindungen Norddeich-Juist und
Norddeich-Norderney bedient die AG Reederei Norden-Frisia in 1½ bezw.
¾ Stunden.
Auf der Insel Norderney befindet sich eine eigene Reichsbahndienststelle
für den Personen- und Güterverkehr, deren Anlagen und
Einrichtungen den neuzeitlichen Anforderungen in jeder Weise entsprechen.
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© Thomas Feldmann, Leer (Ostfriesland) - 25.07.2001 - letzte Änderung 25.07.2001