Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund

Kleinbahn Leer-Aurich-WittmundDie Strecke verbindet die Kreisstädte Leer, Aurich und Wittmund und bietet daneben Anschluss an den Fährhafen Bensersiel, wohin in Esens auch viele Fahrgäste von der Küstenbahn übergehen.

Die Stationen: Leer Kleinb, Loga, Logabirum, Brinkum, Holtland, Hesel, Stikelkamp, Bagband, Strackholt, Spetzerfehn, Großefehn, Aurich-Oldendorf, Wrisse, Holtrop, Schirum, Popens, Aurich Haltep, Aurich Kleinb, Sandhorst, Plaggenburg, Middels Westerloog, Ogenbargen, Middels Osterloog, Wittmundhaven, Ardorf, Willen, Wittmund Haltep, Wittmund
und (ab Ogenbargen:) Brill, Dunum, Folstenhausen, Esens Haltep, Esens Kleinb, Bensersiel.

Anschlüsse bestehen

Alle Angaben der Streckenkilometer nach dem „Stationsverzeichnis der Eisenbahnen Europas (früher Dr. Koch’s Stationsverzeichnis“, Ausgabe 1929.


LEER (km 0,0)

Bahnhof Leer
Ansichtskarte, gelaufen 1909, Verlag Reinicke & Rubin, Magdeburg

Links im Bild – neben dem Bahnhofsgebäude – war der Bahnsteig der Kleinbahn eingerichtet, heute befinden sich dort Parkplätze.


Hektometerstein 2,5
Fotografie, 01.10.2005, Thomas Feldmann, Emden

Ein Hektometerstein der Kleinbahn in Loga, noch an Ort und Stelle. Heute verläuft daneben allerdings keine Bahnstrecke mehr, sondern der Ostfriesland-Wanderweg.


LOGA (km 2,6)


LOGABIRUM (km 5,2)


BRINKUM (km 8,4)


HOLTLAND (km 9,9)

Holtland
Ansichtskarte, datiert 1900, Verlag Carl Müller, Leer

Zur Abnahme der Strecke Aurich-Leer am 25. September 1900 war der Leeraner Fotograf und Ansichtskartenverleger Carl Müller in Holtland zur Stelle. Den Zug beförderte Lok 5 BROKMERLAND, die mit dem ostfriesischen Wappen an der Rauchkammertür und viel Grün geschmückt worden war.


HESEL (km 13,1)


STIKELKAMP (km 16,2)

Stikelkamp
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag Walter Böhning, Leer

Der Bahnhof Stikelkamp entstand auf persönliches Betreiben des Gutsbesitzers Lantzius-Beninga, der zwar den Baugrund für die Kleinbahn kostenlos zur Verfügung stellte bzw. zugekaufte Flächen bezahlte, dafür aber die Strecke nahe an seinem Besitz entlanggeführt haben wollte. Auch das im Vergleich recht große Bahnhofsgebäude wurde von Lantzius-Beninga errichtet. Die abgebildete Ansichtskarte wurde vom langjährigen Bahnhofswirt (und damit auch Bahnagenten) Gustav Witzig vertrieben, wie auf der Vorderseite zu lesen ist.


BAGBAND (km 19,2)


STRACKHOLT (km 21,3)

Strackholt
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag W. Frank, Aurich

Strackholt musste zunächst ohne Halt auskommen, vermutlich schien den Planern der Abstand zwischen Bagband und Spetzerfehn zu gering für eine weitere Bahnstation, außerdem verlief die Strecke recht weit vom Dorf entfernt. Bereits im Jahre 1900 wurde aber doch eine Haltestelle am Alten Postweg eingerichtet, deren Fahrgast- und Güteraufkommen sich bald überraschend gut entwickelte.


SPETZERFEHN (km 23,2)

Spetzerfehn
Ansichtskarte, gelaufen 1924, Verlag Ferd. Würdemann, Oldenburg

Zur Überquerung des Spetzerfehnkanals wurde eine einfache Drehbrücke errichtet, die natürlich einen Brückenwärter benötigte. So bot es sich an, die Haltestelle gleich daneben anzusiedeln, die von Gastwirt Loet Schoon (der mit dieser Ansichtskarte auch Werbung für seine Wirtschaft machte) als Agent betrieben wurde.
Links geht es nach Leer, rechts nach Aurich. Der Sandweg rechts des Kanals ist die heutige Straße Im Untenende Nord.


GROßEFEHN (km 25,7)

Großefehn
Ansichtskarte, herausgegeben 1906, Verlag Rolf & Co., Hannover

Auch wenn der Bahnhof „Großefehn“ hieß: Er befand sich in Ostgroßefehn. Das Bahnhofsgebäude wurde direkt am Großefehnkanal errichtet, der hier mit einer Drehbrücke überquert wurde. 1930 wurde aus dem Bahnhof eine Haltestelle, die der Bahnhofswirt als Agent betrieb.
Das große Empfangsgebäude existiert noch und die Fläche davor heißt nach wie vor Bahnhofsplatz.


AURICH-OLDENDORF (km 27,1)


WRISSE (km 28,4)


HOLTROP (km 30,4)

Holtrop
Ansichtskarte, herausgegeben um 1900, Verlag W. Frank, Aurich

Der Verleger dieser Ansichtskarte fand den Ort selbst wohl nicht so interessant, dafür hat der den Bahnhof gleich zweimal aus ähnlicher Prespektive abgebildet.


SCHIRUM (km 32,8)


POPENS (km 35,1)


Hektometerstein 36,0
Fotografie, 01.06.2007, Thomas Feldmann, Emden

Ein Hektometerstein der Kleinbahn in Aurich, nach wie vor „in situ“.


Hektometerstein 36,9
Fotografie, 01.06.2007, Thomas Feldmann, Emden

Ein weiterer Hektometerstein der Kleinbahn, diesmal in Zweitverwendung in einem Garten unmittelbar neben der ehemaligen Bahnstrecke.


AURICH Haltep (km 37,1)

Auch Aurich-Ostertor genannt. Der Haltepunkt befand sich an der Fockenbollwerkstraße, der Straßenname „Am Ostbahnhof“ erinnert noch an ihn.


AURICH Kreisb (km 40,1)

Aurich Klb
Ansichtskarte, herausgegeben 1906, Verlag Alb. Rosenthal, Bremen

In Aurich leistete sich die Kleinbahn ein wirklich repräsentatives Empfangsgebäude. Die Station befand sich direkt neben dem Bahnhof der Staatsbahn (links außerhalb des Bildes), so dass man hier leicht wechseln konnte.


SANDHORST (km 42,3)


PLAGGENBURG (km 46,8)

Haltestelle Plaggenburg
Fotografie, August 1919

Im August des Jahre 1919 versammelte sich diese gemischte Gesellschaft für ein Foto an der Haltestelle Plaggenburg. – Was mag wohl eine „Allgemeine Radfahrer-Station“ (so das kleine Schild rechts neben der Tür) gewesen sein?

Plaggenburg
Luftbild im Maßstab 1:25.000, entsprechend Kartenblatt 2411. Hrsg. von der Sonderluftbildabt. des Reichs-Luftfahrtministeriums, Gruppe Wien, aufgenommen im April 1939 – Ausschnitt

Die Strecke der Kleinbahn zeichnet sich als dünne weiße Linie mit langen Geraden ab, darüber in einer weit geschwungenen Doppelkurve die damalige Reichsstraße 210 (heutige Bundesstraße) mit den Häusern der Ortschaft. Links unten kommt den Bahn von Aurich, rechts geht es weiter nach Ogenbargen. Der Haltepunkt („Hp.“) befindet sich etwa in der Bildmitte.


MIDDELS WESTERLOOG (km 52,0)


OGENBARGEN (km 53,3)

Ogenbargen
Ansichtskarte, gelaufen 1900, Verlag W. Frank, Aurich

In Ogenbargen verzweigte die Strecke: Der ursprüngliche Streckenverlauf ging weiter nach Osten bis Wittmund, eine spätere (aber langlebigere) Ergänzung war die Bahn über Esens nach Bensersiel (siehe unten ab Brill).


MIDDELS OSTERLOOG (km 55,3)


WITTMUNDHAFEN (km 57,4)


ARDORF (km 59,4)

Ardorf
Ansichtskarte, gelaufen 1902, ohne Verlagsangabe

Auch „Bahnhof Ardorf“ (so die Inschrift dieser Ansichtskarte) bestand nur aus einer Haltestelle mit Agentur. Die ebenfalls abgebildete Ziegelei besaß rund 500 m Richtung Wittmund einen eigenen Gleisanschluss.


WILLEN (km 63,1)


WITTMUND Haltep (km 66,0)

Wittmund Haltep
Ansichtskarte, gelaufen 1906, ohne Verlagsangabe

Da sich der Wittmunder Bahnhof an der gegenüberliegenden Seite der Stadt befand, richtete die Kleinbahn westlich der Stadt an der Auricher Straße eine Haltestelle ein.


WITTMUND (km 67,6)

Beide Wittmunder Bahnhöfe
Ansichtskarte, ohne Jahr, Verlag O. H. Junker, Wittmund

Die östliche Endstation der Kleinbahn (links) befand sich direkt neben dem Staatsbahnhof (rechts). So war in Wittmund ein leichter Übergang von der und zur Ostfriesischen Küstenbahn möglich, um zum Beispiel nach Norden oder Richtung Sande und Wilhelmshaven zu gelangen.


 

BRILL (km 4,0)

Von Ogenbargen (Kilometer ab dort gezählt) kommend war Brill die erste Station an der Strecke nach Bensersiel.


DUNUM (km 6,2)


ESENS Haltep (km 10,8)

Um einen einfacheren Übergang zwischen der Kleinbahn und der Staatsbahn zu ermöglichen (die Entfernung zwischen den beiden Bahnhöfen betrug rund 800 m), wurde von der LAW nahe dem Esenser Staatsbahnhof ein Haltepunkt eingerichtet. Dieser befand sich direkt neben dem Bahnhofshotel und der Hotelier warb auf seinen Ansichtskarten sogar damit: „Abfahrt nach Langeoog mit der Kreisbahn nur vom Hotel aus.“

Lok 4 der LAW in Esens Hp
Foto ohne Jahr aus der Sammlung von Christian Dahm

Zu einem unbekannten Zeitpunkt bildet hier Lok 4 HARLINGERLAND (mit kriegsbedingter Verdunkelung des Spitzensignals) den Hintergrund für ein Gruppenfoto.


ESENS Kleinb (km 11,6)


BENSERSIEL (km 16,4)


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
erstellt 30.07.2006 – letzte Änderung 10.08.2018