Ocholt-Westerstede

Die Eisenbahn Ocholt-Westerstede verband als schmalspurige Kleinbahn die ohne Bahnanschluß gebliebene Stadt Westerstede mit dem Bahnhof Ocholt an der Oldenburgischen Ost-West-Eisenbahn. Nachdem sowohl Apen als auch Zwischenahn als Anschlußstationen in Erwägung gezogen worden waren, fiel die Entscheidung schließlich zugunsten der kürzesten Linie nach Ocholt. Gleichzeitig wurde der Gedanke fallen gelassen, sich auf eine Pferdebahn zu beschränken. Es entstand eine mit Lokomotiven betriebene Kleinbahn mit 750 mm Spurweite, deren Bau – nach mehreren Terminverschiebungen – schließlich 1876 begonnen wurde. Bereits am 1. Oktober des Jahres konnte die Strecke dem Verkehr übergeben werden.
Im Jahre 1904 wurde die Kleinbahn von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (GOE) übernommen, die eine durchgehende Verbindung von Ocholt nach Ellenserdamm (an der Jadebahn Oldenburg-Wilhelmshaven) plante. Der Betrieb auf der Strecke wird daher noch am 17. Oktober desselben Jahres eingestellt und bereits am 1. November in Normalspur wieder aufgenommen. Westerstede erhielt dabei den noch vorhandenen Bahnhof, während die Schmalspurbahn vor dem Gasthof Oetken (heute Hotel zur Linde) im Ort gehalten hatte.

Die Stationen: Ocholt, Südholt, Westerstede.

Anschluss besteht in Ocholt an die Strecke Ocholt-Friesoythe-Cloppenburg.


OCHOLT.

Plan Bahnhof Ocholt
Zeitschrift des Architecten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover 1877, Blatt 698 [Ausschnitt]

Die Anlagen auf dem Bahnhof Ocholt im Jahre 1877. Unten die Strecke von Leer (links) nach Oldenburg (rechts), nördlich und östlich des Empfangsgebäudes befinden sich die Gleise der Eisenbahn nach Westerstede mit dem Streckengleis nach rechts.


WESTERSTEDE.

Westerstede
Ansichtskarte, galaufen 1904, Verlag Ottmar Zieher, München

Auf dem kleinen Bild in der Mitte steht ein Zug an der Endstation vor dem Gasthof Oetken mitten im Ort, abfahrtbereit richtung Ocholt.


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
erstellt 02.08.2007 – letzte Änderung 26.06.2018