Ostfriesische Küstenbahn

Die Küstenbahn verläuft von Emden über Norden und Wittmund bis zur Haltestelle „Vereinigung“ (in der Karte rot), dort schließt der oldenburgische Streckenteil nach Jever und weiter nach Sande an (grün).
Die 1883 in Betrieb genommene Strecke wurde zwischen Emden-Harsweg und Norden ursprünglich als Nebenbahn am Rande der Landstraße gebaut (in der Karte blau gezeichnet). Wegen der damit verbundenen Beschränkung der Geschwindigkeit entstand ab 1903 eine weiter westlich gelegene Trasse, die 1906 dem Verkehr übergeben wurde. Gleichzeitig wurde der Anschluss nach Aurich von Georgsheil zu einem neuen Bahnhof verlegt, der erst Finkenburg und später Abelitz genannt wurde.

Die Stationen (nach der Verlegung): Emden, Larrelter Straße (später Emden West, heute Emden Hbf), Hinte-Harsweg, Suurhusen, Loppersum, Finkenburg (später Abelitz), Engerhafe, Marienhafe, Osteel, Nadörst, Norden, Lütetsburg, Hage, Westerende, Dornum, Roggenstede, Fulkum, Holtgast, Esens, Mamburg, Stedesdorf, Burhafe, Blersum, Uttel, Wittmund, Asel, (Landesgrenze zu Oldenburg), Vereinigung, Jever, Sibethshaus, Heidmühle (Schortens), Ostiem, Sanderbusch, Sande.

Anschlüsse bestehen


EMDEN.

Emden
Ansichtskarte, gelaufen 1916, ohne Verlagsangabe
Stadtplan (Ausschnitt) aus Fürbringer, „Die Stadt Emden“, Emden 1892

Der Emder Bahnhof lag direkt vor dem Hafen (heute: Alter Binnenhafen) und schloss dort mit einem kurzen Kai ab. Es war daher nicht möglich, Emden zu einem Durchgangsbahnhof zu machen und die Strecke einfach weiterzuführen. So wurde die Küstenbahn bereits kurz vor dem Bahnhof angeschlossen und überquerte das Emder Fahrwasser ein Stück südlich des Eisenbahndocks. – Eine betrieblich sehr unglückliche Lösung: Jeder Zug nach/aus Norden musste rückwärts aus dem Bahnhof heraus- bzw. hineindrücken.

Küstenbahn, km 0,0
Fotografie, 29.03.2014, Thomas Feldmann, Emden

Auch wenn es den Südbahnhof nicht mehr gibt beginnt die Küstenbahn immer noch an der alten Stelle. Im Emder Rangierbahnhof, auf Höhe des Ablaufberges, liegt km 348,0 der Strecke aus Münster dem km 0,0 der Strecke über Norden nach Wittmund gegenüber, den hier IC 2018 (?) bei der Fahrt nach Emden Hbf soeben passierte (Hektometertafel am linken Bildrand).


Emden, Klappbrücke
Fotografie, 14.09.2004, Thomas Feldmann, Emden

Ursprünglich wurde das Emder Fahrwasser mittels einer Drehbrücke überquert, die 1953 durch eine Klappbrücke ersetzt wurde. 1980 wurde dann der Oberleitungsbetrieb aufgenommen.


Emden, Bü Nesserlander Straße
Foto: Rafael Area Baz, Emden, ca. 1977

Ein paar Meter weiter (der Bunker ist auch im Bild oben zu sehen) kreuzt die Nesserlander Straße. Der Bahnübergang wurde von diesem Postengebäude an der Küstenbahnstraße bedient, das um oder kurz nach 1980 abgebrochen wurde.


EMDEN WEST.

Stellwerk Ewf
Fotografie, 08.05.2006, Thomas Feldmann, Emden

Am südlichen Bahnhofskopf steht noch das (seit langem arbeitslose) frühere Fahrdienstleiter-Stellwerk Ewf (anfangs hieß es noch Ews). Es wurde am 4. Mai 1937 zusammen mit dem neuen Bahnhof Emden West in Betrieb genommen.

Fotografie, 23.10.1932 (Ausschnitt), Original im Stadtarchiv Emden

Beim Bau der Küstenbahn wurde am Bahnübergang der Landstraße nach Larrelt eine Haltestelle für den Personenverkehr eingerichtet, so sparten sich viele Reisende den Weg quer durch Emden zum damaligen Bahnhof südlich der Stadt. (Am Rande: „Dr. Kochs Eisenbahn-Stationsverzeichnis“ schreibt „Larrelterstraße“ über Jahrzehnte hinweg konsequent zusammen …)

Ansichtskarte, gelaufen 1940, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund

Das niedrige Flachdach-Gebäude mit dem großen Laternenaufbau entstand um 1935/36 beim Umbau der Haltestelle „Larrelter Straße“ in den Bahnhof „Emden West“, der am 4. Mai 1937 kurz nach 9 Uhr dem Betrieb übergeben wurde. (Das in Emden erscheinende „Blatt der Ostfriesen“ schreibt am 21.07.1939: „Als vor etwa drei Jahren der Umbau begann, haben wir Emder viel erwartet – doch wie wurden wir enttäuscht.“) Das Erdgeschoss ist noch vorhanden, lediglich der Aufbau ist später (nach 1963) abgebrochen worden. Im Hintergrund sind die Gebäude der Kleinbahn zu erkennen.

Emden West, geplantes Bahnhofsgebäude
Fotografie, 1939, Ausschnitt, Original im Stadtarchiv Emden

Das Gebäude auf dem vorigen Bild war eigentlich nur als eine mittelfristige Übergangslösung bis zur Fertigstellung eines großen, „repräsentativen“ Empfangsgebäudes gedacht. Dieses sollte etwa dort entstehen, wo sich auch heute das Bahnhofsgebäude befindet. Das abgebildete detaillierte Modell stellte die Deutsche Reichsbahn 1939 während der Emder Gewerbeschau „Wille und Leistung Ostfrieslands“ auf ihrem Stand vor

Emden West 1963
Foto aus dem Jahresbericht der IHK für 1963, vor Seite 65

Zum Bau des neuen Empfangsgebäudes kam es nicht mehr. Nach Kriegsende wurden die Schäden an den vorhandenen Anlagen bald beseitigt, viel mehr geschah aber nicht. Und noch 1963 bemängelt die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, die Verhältnisse an den Emder Bahnhöfen seien „eine Beleidigung für die Seehafenstadt Emden“.

Emden Hbf
Fotografie, 13.08.2005, Thomas Feldmann, Emden

Schließlich wurde den Verhältnissen doch abgeholfen. Die feierliche Grundsteinlegung für das neue Empfangsgebäude fand am 1. Juli 1971 statt, bereits am 24. Mai 1973 konnte es eröffnet werden. Im Zuge eines größeren Umbaus erhielt der Bahnhof die Bezeichnung „Emden Hbf“ und der Südbahnhof wurde aufgegeben.
Kurze Zeit später beziehen auch das Bahnhofsbüro, das Eisenbahnbetriebsamt und die Generalvertretung der DB ihre neuen Räume.

Stellwerk Ewn
Fotografie, 15.12.2007, Thomas Feldmann, Emden

Das ehemalige Stellwerk Ewn steht an der Ausfahrt Richtung Norden, direkt am Larrelter Tief. Hier ist heute das Domizil der Eisenbahnfreunde Emden e.V. Leider kommt es immer wieder zu Schäden durch Vandalismus (daher die wenig attraktiven geschlossenen Rolläden).


HINTE-HARSWEG.

Fotografie, 01.05.2006, Thomas Feldmann, Emden

Nördlich Emdens wurde an der Landstraße nach Hinte ebenfalls eine Haltestelle eingerichtet (die „Dr. Koch“ ebenso in einem Wort schreibt: „Hinterstraße“), hier wurde zusätzlich in beschränktem Umfang auch Gepäck abgefertigt. 1933 trägt die Station bereits den Namen „Hinte-Harsweg“ und wird in die Bahnhofsklasse IV eingeordnet. In den 1970er Jahren besteht hier ein zweigleisiger Bahnhof.
Das Gebäude des früheren Stellwerks „Enf“ am Bahnübergang der Landesstraße ist heute noch vorhanden.


SUURHUSEN und LOPPERSUM.

Topographische Karte 1:25.000, Blatt 1105, Ausgabe 1893, Ausschnitt

„Alte“ und „neue“ Küstenbahn im Bereich Suurhusen und Loppersum. Die Eisenbahnstrecke lag bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf dem Seitenstreifen der Landstraße Emden – Aurich, mit einem Haltepunkt in Suurhusen und einer Haltestelle in Loppersum. Der Verlauf der neuen Strecke ist zum Vergleich rot eingezeichnet.
Suurhusen musste sich nach der Streckenverlegung mit einer Haltestelle begnügen (die zum 13.09.1966 aufgehoben wurde), während Loppersum einen neuen Bahnhof an der Straße nach Wirdum erhielt. Auch dort halten mitlerweile keine Züge mehr, das Empfangsgebäude ist aber erhalten und in Privatbesitz.


ABELITZ.

Finkenburg
Topographische Karte 1:25.000, Blatt 1105, Ausgabe 1906, Ausschnitt

Mit dem Bau der neuen Küstenbahn entstand auch ein neuer Abzweigbahnhof für die Strecke nach Aurich, der nach der bisherigen Haltestelle die Bezeichnung „Finkenburg“ erhielt (beide rot markiert).
Es heißt, der Wirt des Gasthofes Finkenburgshof an der Chaussee Emden-Aurich (wo sich ja bislang die Haltestelle „Finkenburg“ der alten Küstenbahn befand) hätte gegen die Namensgebung Einspruch erhoben. Er soll befürchtet haben, es könne zu für ihn nachteiligen Verwechslungen zwischen seiner Wirtschaft und der neuen Bahnstation kommen. Jedenfalls wurde der Bahnhof zum 1. Mai 1909 in Abelitz umbenannt.

Abelitz
Ansichtskarte, gelaufen 1909, ohne Verlagsangabe

Auf diesem Foto trägt die Station noch die Bezeichnung „Finkenburg“. Die Küstenbahn ist erst kurz zuvor auf ihrer neuen Trasse in Betrieb gegangen, das Empfangsgebäude ist auch noch ganz neu. 1909 prangte aber bereits der Name „Abelitz“ an der Fassade, wie der Absender dieser Postkarte entsprechend ergänzt hat.

Abelitz 2007
Fotografie, Thomas Feldmann, 06.05.2007

Das Bahnhofsgebäude steht schon lange nicht mehr. Das heutige Fahrdienstleister-Stellwerk ist ein einfacher Trapezblechbau (am rechten Bildrand). Der Blick geht Richtung Norden.


ENGERHAFE.

Engerhafe
Ansichtskarte, gelaufen 1903, Verlag J. Fischer, Norden

Um die vorletzte Jahrhundertwende: Noch verläuft die Küstenbahn an der Chausse Georgsheil-Norden und der Bahnbetrieb wird von einer Agentur besorgt, die im Gehöft direkt an der Strecke betrieben wird.

Engerhafe
Ansichtskarte, gelaufen 1955, Verlag Walter Jappe, Lübeck

Nach der Verlegung der Strecke bekommt auch Engerhafe einen neuen Bahnhof (unten links).


MARIENHAFE.

Marienhafe
Ansichtskarte ohne Jahr und Verlag

Marienhafes erster Bahnhof befand sich südöstliches des Ortes im Bereich des heutigen Baumarktes. Die Küstenbahn verließ hier die Chaussee und verlief östlich um den Marienhafe herum, um sich nördlich des Ortes wieder mit der Straße zu vereinigen.
Entsprechend der Bedeutung entstand auch bei der Streckenverlegung ein mehrgleisiger Bahnhof mit einem größeren Empfangsgebäude (unten links).


OSTEEL.

Osteel
Ansichtskarte, gelaufen 1901, Verlag J. Fischer, Norden

Auch in Osteel fand die Agentur der Bahn ihren Platz in einem bereits vorhandenen Gebäude. Hier war es Seebergs Gasthof, der direkt an der Chaussee Georgsheil-Norden (an der Einmündung des Moortunweges) lag.
Nach der Streckenverlegung befand sich die Haltestelle beim Bahnübergang Altendeichsweg, 1916 wurde dort ein Bahnhofsgebäude errichtet.


NADÖRST.

Nadörst bekam eine Haltestelle an der Einmündung der Nadörster Straße. Diese Kreuzung befand sich damals noch etwas weiter nördlich, etwa gegenüber der heutigen Buchdruckerstraße.
Auch an der neuen Strecke wurde eine Haltestelle eingerichtet, der Bahnhofsweg zeugt noch davon.


NORDEN.

Norden
Ansichtskarte, gelaufen 1914, Verlag Wilhelm Luttmann, Norden

Norden erhielt einen vergleichsweise großen Bahnhof etwas außerhalb der Stadt in Süderneuland. Eine kleine Betriebswerkstätte ermöglichte hier zusätzlich die Versorgung der Lokomotiven.
Auch wenn die heutige Situation in Norden und sämtliche Fahrpläne anderes glauben machen wollen: Die Küstenbahn biegt hier nach Osten ab (in Richtung Hage), die Verlängerung nach Norddeich ist ja im Ursprung lediglich eine nachträglich entstandene Stichstrecke.

Bahnhof Norden
Fotografie, 21.08.2008, Thomas Feldmann, Emden

August 2008: Es ist dasselbe Gebäude, auch wenn es seit dem um 1970 vorgenommenen Umbau kaum noch zu erkennen ist. Im Frühjahr 2011 wurde dieser Torso teilweise abgebrochen, dessen Reste schließlich Ende März/Anfang April 2016 entfernt.
Bereits am 15.09.2006 wurde der Grundstein für ein neues Bahnhofsgebäude gelegt, dass etwas weiter Richtung Stadt entstand und am 30.04.2007 offiziell eingeweiht wurde.


Heerstraße, Norden.

Norden, Heerstraße
Ansichtskarte, datiert 1902, Verlag Georg Kugelmann, Hannover

Rechts oben ist der Bahnübergang im Zuge der Heerstraße abgebildet. Rechts geht es zum Bahnhof Norden, links folgt nach einigen Kilometern Hage. Im Hintergrund ist die Ölmühle zu sehen.


Lütetsburg.

Hier bestand zeitweise ein Haltepunkt, der zum 27.05.1962 aufgehoben wurde.


HAGE (Ostfriesl).


WESTERENDE (Ostfriesl).


DORNUM (Ostfriesl).


ROGGENSTEDE.

Roggenstede
Fotografie 1977, Dieter Maul, Moormerland

Wie an so vielen Haltestellen mussten den Reisenden auch hier ein einfacher, niedriger Bahnsteig und ein Überweg aus Holzbohlen reichen. Immerhin konnte Roggenstede Ende der 1970er Jahre mit einem Haltestellenschild im damals aktuellen Design aufwarten und auch der Fernsprechkasten (noch einer aus Stahlblech) wirkt gepflegt.

Roggenstede
Fotografie 1977, Dieter Maul, Moormerland

Sommerfahrplan 1977.

Roggenstede
Fotografie 1977, Dieter Maul, Moormerland

Eine 043 auf dem Weg nach Norden. Die Nummer ist nicht wirklich zu erkennen, aber es dürfte sich um 043 315-1 handeln. Mit der zu befördernden Last dürfte die Einheitslok keine Schwierigkeiten gehabt haben, eher der Oberbau mit der eigentlich zu schweren Lok.


FULKUM.

Fulkum
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag W. Bindseil & Sohn, Hamburg

Die Haltestelle Fulkum war wenigstens ein klein wenig komfortabler als die von Roggenstede: Gleich neben der Strecke lag eine Gastwirtschaft, die auch als Bahnagentur fungierte.


HOLTGAST.

Holtgast, Fahrplan 1974
Der Aushangfahrplan von Holtgast für den Sommerfahrplan 1974.

Ursprünglich diente die Haltestelle Holtgast nur dem Güterverkehr. Ab dem 1. Juni 1912 hielten hier auch Personenzüge, zunächst vier in der jeder Richtung, an Werktagen ein weiter von Wittmund nach Norden.


ESENS.

Esens
Ansichtskarte, gelaufen 1914, Verlag M. Glückstadt & Münden, Hamburg

Die östliche Einfahrt des Bahnhofes Esens. Das Bahnhofsgebäude zeigt sich hier am linken Bildrand, leider nur angeschnitten. Hinter den Signalen ist das Bahnhofshotel zu erkennen, an dem die Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund eine Haltestelle unterhielt.


MAMBURG.

Fahrplan Mamburg

Der Winterfahrplan 1974/75 ist schon recht übersichtlich: An Werktagen hält ein Zug je Richtung. Ansonsten besorgen ein paar Busse den Verkehr und die halten auch noch woanders (nämlich im Ort am Gasthof Nobiskrug, wie das Sternchen in der Spalte Gleis angibt).


STEDESDORF.

Stedesdorf
Ansichtskarte, gelaufen 1905, Verlag Adolf Thumann, Wittmund

Diese schöne gestaltete Ansichtskarte der vorletzten Jahrhundertwende zeigt ein fast typisches Bild eines ostfriesischen Eisenbahn-Haltepunktes (vgl. Osteel), wie er oft neben einem Bahnübergang eingerichtet wurde: Eine Laterne mit Haltestellenschild musste reichen, als Bahnsteig diente eine niedrige Aufschüttung und der Gasthof Sneider versah nebenbei die Dienste als Bahnagent. Immerhin wickelte die Agentur in Stedesdorf einen – wenn auch sehr eingeschränkten – Frachtverkehr ab.
Der Gasthof existiert noch heute, nur Züge halten hier nicht mehr.


BURHAFE (Ostfriesl).

Die Haltestelle Burhafe wird zum 27.09.1987 aufgehoben. Die NordWestBahn richtet hier wieder einen Halt ein, der ab dem 9. Dezember 2005 bedient wird.


BLERSUM.


WITTMUND.

Wittmund
Ansichtskarte, gelaufen 1940, Verlag Walter Böhning, Leer

Das Empfangsgebäude der Staatsbahn mit einem Zug aus Norden. Die Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund hatte ihren Bahnhof auf der anderen Straßenseite, so dass der Übergang zwischen beiden Bahnen problemlos möglich war.


ASEL.


VEREINIGUNG.

Vereinigung
Foto: Helmut Zimmermann, Petkum

Die Haltestelle Vereinigung mit Blick in Richtung Jever, das in der Ferne schon zu sehen ist. Dort, wo westlich von Jever die preußische und die oldenburgische Staatsbahn aneinanderstießen, wurde eine Haltestelle mit dem sinnigen Namen „Vereinigung“ eingerichtet. Der Betrachter befindet sich bereits im früheren Großherzogtum, die Grenze liegt gut 100 m hinter ihm.


JEVER.

Jever
Ansichtskarte, gelaufen 1908, Verlag Andreas Flitz, Jever

Ein interessantes Detail vor dem imposanten Empfangsgebäude ist die Weichenlaterne in hoher Ausführung.


SIBETHSHAUS.


HEIDMÜHLE,
heute SCHORTENS-HEIDMÜHLE.

Heidmühle, Bahnübergang
Ansichtskarte, gelaufen 1940, Verlag Ernst Dernbusch, Rüstringen

Die Station entstand etwa 1,5 Kilometer außerhalb von Schortens nahe der damals noch vorhandenen Heidemühle, nach der auch der Name gewählt wurde.

Ein Blick aus Richtung Westen über den Bahnübergang Jeversche Straße zum Bahnhof.

Heidmühle
Ansichtskarte, gelaufen 1958, Verlag Kuhlmann, Bremerhaven

Erst durch die Anlage von Wilhelmshaven entwickelte sich am Bahnhof eine größere Siedlung, die schließlich die Lücke zwischen beiden Ortschaften schließt. In den späten 1990er Jahren wird der Name den politischen Gegebenheiten angepasst: Heidmühle ist nur Ortsteil von Schortens.

Ein interessantes Detail vor dem imposanten Empfangsgebäude ist die Weichenlaterne in hoher Ausführung.


OSTIEM.

Messtischblatt Jever
Topographische Karte 1:25.000, Blatt 1017, Ausgabe 1906, Ausschnitt

Wie Schortens hatte auch Groß Ostiem zunächst Hoffnung, als Standort für den Bahnhof ausgewählt zu werden, zumal die Bahnstrecke nach der endgültigen Planung direkt am Ort vorbei führte. Als es dann Heidmühle wurde, wo es nicht mal eine richtige Ortschaft gab, war die Enttäuschung groß. Immerhin wurde hier die Haltestelle Ostiem geschaffen, die von 1884 bis zum 01.05.1982 bestand.


Brücke Ems-Jade-Kanal.

Sanderbusch, Drehbrücke
Ansichtskarte, gelaufen 1934, Verlag Bültmann & Gerriets Nachf., Varel

Etwa 400 m nordwestlich der Haltestelle Sanderbusch kreuzt die Strecke den Ems-Jade-Kanal. Daher wurden an dieser Stelle eine Drehbrücke und ein Wärterhaus errichtet.

Brücke Sanderbusch
Fotografie, 27.05.2007, Thomas Feldmann, Emden

Im Jahr 2006 begannen hier Bauarbeiten, da die abgängige Drehbrücke durch eine Klappbrücke ersetzt werden sollte.
Vor der blauen Straßenbrücke ist hier die Behelfsbrücke über den Ems-Jade-Kanal zu sehen. Sie wurde sogar als Klappbrücke ausgeführt, um den Kanal befahrbar zu halten.


SANDERBUSCH.

Sanderbusch
Fotografie, 27.05.2007, Thomas Feldmann, Emden

Das Empfangsgebäude ist 2007 verschlossenen und steht bereits seit längerer Zeit leer. Direkt daneben – rechts außerhalb des Bildes – befindet sich der neue, modern gestaltete Bahnsteig. Das Wartehäuschen ist am Bildrand gerade noch zu erkennen.


SANDE.

Sande
Ansichtskarte, ca. 1960, Verlag Horst Schmidt, Wilhelmshaven

Wie in vielen Fällen befindet sich auch der Sander Bahnhof weiter außerhalb der Stadt. Dafür steht hier an der Verzweigung der Strecken nach Wilhelmshaven und nach Esens ein sehr imposantes Empfangsgebäude, das den oldenburgischen Vorgängerbau ersetzte.


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
erstellt 30.07.2006 – letzte Änderung 30.09.2018