Hannoversche Westbahn

Westbahn Zwischen Emden und Rheine bildet die am 4. November 1854 zwischen Emden und Papenburg, am 2. Mai 1856 zwischen Papenburg und Lingen und am 23. Juni 1856 auf der Gesamtstrecke eröffnete Westbahn einen Teil der heute als „Emslandstrecke“ bekannten Verbindung Münster – Norddeich-Mole. In Rheine biegt die Strecke Richtung Osnabrück ab und verläuft nach Hannover. Die Westbahn selbst endete allerdings bereits in Löhne, von hier aus wurde Hannover über eine schon vorhandene Strecke der Cöln-Mindener Eisenbahn erreicht.
Durch verschiedene Umstrukturierungen ist dieser Zusammenhang im Laufe der Zeit verloren gegangen. Heute bildet der Streckenverlauf Hamm – Münster – Rheine – Emden eine Einheit (bzw. für Reisende die Relation Münster/Rheine – Norddeich Mole), allerdings liegt der Beginn der DB-Strecke 2931 in Hamm bereits bei km 134,77.

Die Stationen: Emden, Petkum, Oldersum, Neermoor, Leer, Ihrhove, Steenfelde, Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Kluse, Lathen, Haren, Hemsen, Meppen, Geeste, Lingen, Elbergen, Leschede, Salzbergen, Rheine, Rodde, Hörstel, Esch, Ibbenbüren, Laggenbeck, Velpe, Lotte, Osnabrück-Eversburg, Osnabrück, Lüstringen, Wissingen, Westerhausen, Melle, Bruchmühlen, Ahle, Bünde, Kirchlengern, Löhne, (Hannover).

Anschlüsse bestehen


Hendschel's Telegraph, 1865
Fahrplan aus Hendschel’s Telegraph, Ausgabe Juni 1865

Die erste Eisenbahn in Ostfriesland

Ein Bericht über den Bau der Eisenbahn Emden – Papenburg von einem unbekannten Zeitzeugen.

Der erste Eisenbahn ist in Ostfriesland im Jahre 1851 zu machen angefangen und war im Jahre 1854 den 23. November soweit fahrbaar von Emden nach Papenburg, da der erste Personenzug den 23. November von Emden nach Papenburg führte. Da waren gross Maschiene, war die Personen Wagen. Die beiden Maschien waren bekräntzt und auf dem Zuge sind hier in Neermoor auss zwei kleine Kanonen geschossen worden, zum freude, dass der Bahn soweit eröffnet war. Wir nanten damahls die beiden kleine Kanonen Dreibasster. Am demselben Tage war dass Land weiss mit Schnee bedeckt, als war der Tag gerade hier Buss und Bettag. Der erste Persoen, der dem Eisenbahn aussgemessen hat, war Bau Conduktür Pallens, der erste Eisenbahnaufseher war Burdorf, der zweite Linkermann, der ist in Leer gestorben und die Eissenbahnarbeiter haben ihn von der jetzigen Leeranerstrasse durch die Osterstrasse auf der Todtenbahre nach dem jetzigen Lutherische Kirchhof getragen und das ist er beerdigt. Der dritte Aufseher war Seelemeier, dass war der letzte Eisenbahn-Aufseher, da war der Bahn fertig. Der erste Schachtmeister bei Neermoor war Hölling. Der hatte im Südermeer 3hundert Maanschaften, meist solche Arbeiter welche in der Kar[r]e gingen und dass Sand auf die Bahn schieben. Der 2te Schachtmeister war Bunger, der 3te war Trodermann, der 4te war Brandes. Der 5te war zuletzt von den Schachtmeistern, die von Leer nach Oldersum für damahls der Bahn mit fertig gemacht haben, Butterbrod. Der Eisenbahn war gleich so breit gemacht, dass 2 bis drei Züge sich vorbeifahren können. Da der Eisenbahn von Emden nach Hannover fertig war, da fahren nicht mehr Züge mit Personen und Gütter Vieh [d. h. Personen- und Güterzüge befördern nun kein Vieh mehr]. Den 5 Täglich nach her [5 Tage danach] kamen allmälich mehr Züge. Da war lange nur ein Spur, jetz sind schon zwei da und bald kommt vielleicht dass dritte Geleise.
Muss noch bemerken, wass jeder Arbeiter pro Tag damahls verdiente. Der Tagelohn war erst 1 Mark 25 Pfennige die Person, etwas später verdient ein Person täglich 1 Mark 50 Pfennige. Da der Bahn bald fertig war verdient jeder Arbeiter a Tag 1 Mark 75 Pfennige. „O“, sagten die Arbeiter damahls, „dass ist ein sehr hoher Lohn“, aber dess Morgens 5 Uhr müssen die Leute bei der Arbeit sein, den[n] es war da schon zu stelle der Vorarbeiter, der die Leute ihr Namen aufschrieb, wenn der Schachtmeister noch nicht da war.

Anmerkungen:
1854 fiel der Buß- und Bettag auf den 22. November.
Die im Original völlig fehlende Zeichensetzung wurden zur besseren Lesbarkeit von mir ergänzt, ebenso die Anmerkungen in eckigen Klammern und kursiver Schrift.
Zur Erläuterung: Die plattdeutsche Sprache kennt nur die Artikel „de“ (der und die) und „dat“ (das), die in allen vier Fällen unverändert bleiben. Daher hat der – jedenfalls von Haus aus Platt sprechende – Erzähler mangels besseren Wissens in etwas unsicherem Hochdeutsch über „der Bahn“ und „das Sand“ gesprochen.


"D-ZUG bei EMDEN, 11.7.1929", Foto: Willy Pragher
„D-ZUG bei EMDEN, 11.7.1929“ betitelte Willy Pragher (1908-1992) diese Fotografie (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Landesarchives Baden-Württemberg/Staatsarchiv Freiburg). Leider ist es mir noch nicht gelungen, den Ort der Aufnahme zu bestimmen.

Zur Orientierung sind bei den Stationen die Streckenkilometer des Abschnittes Emden-Rheine nach dem Buchfahrplan Heft 2B der Bundesbahndirektion Münster, gültig vom 28. Mai 1972, angegeben. Die Angaben für den Abschnitt Rheine-Löhne stammen aus dem Buchfahrplan Güterzüge Heft 1000, gültig vom 22. Mai 1977 an.


EMDEN (km 348,6)

Emden (F. G. Müller)
Das Empfangsgebäude auf einer Lithografie von Friedrich Gottlob Müller (1816-1908). Links davon steht der Güterschuppen, von dem Teile noch bis 2007 vorhanden waren. Ganz im Hintergrund ist die Große Kirche zu erkennen.
Emden 1888
Fotografie, Verlag W. Haynel, Emden & Borkum, datiert 1888

Diese Fotografie des Emder Bahnhofes entstand 34 Jahre nach der Eröffnung der Strecke Emden-Papenburg. Vor dem Empfangsgebäude steht eine dagegen noch fast neue Lokomotive, die 1887 nach der preußischen Normalie M III-1 gebaut wurde (spätere Gattung P 31). Wahrscheinlich handelt es sich um die Lok 232 der Eisenbahndirektion Cöln (rechtsrheinische).

Emden_1862 (Overlay)Benutzer von Google Earth können sich hier ein Overlay im Format „.kmz“ herunterladen, das den Bahnhofsplan von 1864 über die aktuellen Luftaufnahmen legt (Dateigröße ca. 2,2 MB), so wie links in einem Ausschnit als Vorschau zu sehen.

Emden Süd 1963
Foto aus dem Jahresbericht der IHK für 1963, vor Seite 65

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das stark beschädigte Empfangsgebäude behelfsmäßig wieder hergerichtet. Doch noch 1964 bemängelt die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg: „Seit über einem Jahrzehnt hat die Kammer die Bahnhofsverhältnisse kritisiert und als eine Beleidigung für die Seehafenstadt Emden bezeichnet. Bis heute hat sich leider nichts geändert.“ Bis Abhilfe geschaffen wird sollte es allerdings noch einige Jahre dauern, dann aber an anderer Stelle (siehe bei der Küstenbahn).

Bw Emden 1956

Das Bw Emden im Jahre 1956. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem Feuerlösch-Lageplan, der den gesamten Bereich des Rangier- und des ehemaligen Südbahnhofes umfaßt. Das Original ist stark gestaucht (Längenmaßstab 1:4000, Breitenmaßstab 1:1500), was für den Zweck (die Angabe der Standorte von Hydranten und anderen Löschwasser-Entnahmestellen) durchaus angebracht ist. Auf diese Weise konnte man den Plan in einem handlichen Format halten. Damit man die Lage der Gleisanlagen etwas besser erkennen kann, habe ich den Ausschnitt wieder etwa auf einen einheitlichen Maßstab gezerrt – worunter allerdings die Beschriftungen sehr leiden.

Ostfriesische Zeitung Nr. 30 vom 30. September 1867
Ostfriesische Zeitung Nr. 30 vom 30. September 1867

Im Gleisvorfeld

Einfahrt nach Emden
Fotograf und Jahr unbekannt, wohl um 1930

38 3662 (eine Lok des Bw Emden) bringt einen Zug aus Richtung Leer in den Emder Bahnhof, aufgenommen vom Stellwerk Es aus. Der Zug überquert gerade die Brücke über die Petkumer Straße und wird in Kürze auf Gleis 1 ein Stück vor dem Empfangsgebäude halten. Rechts hinten ist der Gutshof Friesland zu erkennen, der nahe der heutigen Einmündung der Südumgehungsstraße in die Petkumer Straße stand.
Das Stellwerk gibt es schon sehr lange nicht mehr, an Stelle des Gehöftes befindet sich heute eine Grünfläche.


Straßenbrücke Petkumer Straße (bei km 347,9)

Emden 1864
aus: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover, 10. Jahrgang, 1864 (oben ist Südwesten)

Ursprünglich bestand im Zuge der Petkumer Straße ein Bahnübergang südlich der heutigen Score-Verwaltung, direkt daneben wurde der Oberemsische Deich durchstochen und die Öffnung mit einem Tor gegen Sturmfluten gesichert.
Vom Deich ist in diesem Bereich heute nichts mehr zu erkennen, am damaligen Standort der Locomotiv-Station (unten rechts) ist im Jahr 2020 Discount-Markt entstanden.

Brücke Petkumer Straße, Emden
Die Brücke über die Petkumer Straße am 30.03.2019. Foto: Thomas Feldmann (Blick nach Nordosten)

Als um das Jahr 1900 der Rangierbahnhof geschaffen wurde, wurden die Strecke und der Bahnhofskopf hochgelegt und etwas weiter südöstlich eine Eisenbahnbrücke errichtet. Die Petkumer Straße bekam dafür einen neuen Verlauf und macht seither einen nach Osten ausladenden Bogen.


Wykhoffweg bei Borssum (bei km 346,6)

Posten 246 am Bü Wykhoffweg, Emden
Foto: Oskar Schmidt, Stadtplanungsamt Emden, 07.08.1982

Direkt am Bahnübergang Wykhoffweg (links außerhalb des Bildes) befand sich der Posten 346, der tatsächlich ein bisschen nach richtigem Bahngebäude aussah.


PETKUM (km 344,4)

Die Haltestelle Petkum wurde erst 1872 eingerichtet, zunächst nur probehalber. Entsprechend hatte sie anfangs auch kein Gebäude erhalten. Erst nach der vorletzten Jahrhundertwende wurde dessen Bau in Angriff genommen und 1906 abgeschlossen. Baukosten: 22000 Mark.


Klappweg bei Petkum (bei km 343,3)

Petkum, Böschungssetzungen bei Brücke Klappweg
Fotografie, 1966, Archiv der Bundesanstalt für Wasserbau Nr. HB12825 (www.baw.de, CC BY 4.0)

Als Ersatz für den Bahnübergang im Zuge des Klappweges bei Petkum entstand 1966 eine Straßenbrücke. Der schlechte Untergrund führte noch vor der Fertigstellung zu enormen Versackungen der Rampen, was Anlass für dieses Foto gab.
Posten 260 war doch etwas einfacher gehalten als sein Pendant bei Borssum.


Um 1940/41 begann zwischen Petkum und Oldersum der Bau einer Art Vorbahnhof in Verlängerung des Bahnhofes Oldersum. Vor allem Zugbewegungen von und zu Kohlenkai und Erzkai im Emder Binnenhafen (heute Nord- und Südkai) wären – durch Umgehung des Emder Rangierbahnhofes – wesentlich vereinfacht worden. Die Arbeiten wurde aber bereits 1943 wieder eingestellt.
Die Ausmaße der Anlage lassen sich auf Luftbildern trotzdem bis heute recht gut ausmachen. Die Brücke über die Lange Maar direkt westlich des Oldersumer Bahnhofes bietet Platz für ein drittes Gleis, ebenso das nach Westen anschließende Planum. Ab Höhe Grootlandsweg erweitert sich die Fläche allmählich (wie für eine Gleisharfe erforderlich) und formt schließlich grob ein Rechteck von 100 Metern Breite und über 600 Metern Länge. Hier hätten also wohl 10 bis 12 Gleise mit jeweils über 500 m Nutzlänge entstehen können.


OLDERSUM (km 339,4)

Oldersum
Fotografie ohne Fotograf und Jahr

Irgendwann zu preußischer Zeit ließen sich Beamte und Arbeiter vor „ihrem“ Bahnhof ablichten.

Oldersum
Ansichtskarte, Verlag Foto-Kuhlmann, Bremerhaven, 1955

Der Bahnhof Oldersum von der Straßenseite. Die Station wurde zum 26.05.1979 geschlossen. Das Empfangsgebäude existiert nicht mehr, hier steht jetzt ein zweckmäßiges Fahrdienstleiter-Stellwerk der 1980er Jahre.


NEERMOOR (km 331,5)

Neermoor

Neermoor (Gleisseite)
Foto: Thomas Feldmann, 08.04.2006

Auch in Neermoor halten seit dem 26.05.1979 keine Züge mehr. Bei meinem Besuch im April 2006 befand sich das einst ansprechende Empfangsgebäude leider in keinem guten Zustand.
Laut einer Zeitungsmeldung von Anfang 2019 könnte der Ort in naher Zukunft aber wieder eine Eisenbahn-Haltestelle bekommen, dann aber wohl am Bahnübergang Kirchstraße.


Bahnübergang km 324,4

Posten Leer-Heisfelde
Foto: Thomas Feldmann, April 2003

Am Logaer Weg in Leer steht eines der wenigen erhaltenen alten Postengebäude der Strecke. Auch wenn das Dach und die Fensteröffnungen im Obergeschoss verändert wurden, ist der ursprüngliche Charakter dieser Gebäude hier gut erhalten.


LEER (Ostfriesl) (km 323,1)

Leer 1901
Ansichtskarte, ohne Verlagsangabe, gelaufen 1901

Leer 1883Die Anlagen des Leeraner Bahnhofes mit seinem Anschluss an den Hafen im Jahre 1883. Der Zollspeicher (im Bild oberhalb des Empfangsgebäudes direkt am Kai) ist heute noch vorhanden, das Hafenbassin und der anschließende Teil der Ledaschleife dagegen wurde bereits vor Jahrzehnten zugeschüttet. Hier befinden sich heute unter anderem das Postgebäude mit seiner Hoffläche und die Polizei.

Bahnhof Leer
Fotograf unbekannt, datiert 1943
Leer
Fotografie, P. W. Romani van der Werf, Zeewolde/NL

Bahnsteigszene am einem Sonnabend im Juli 1973, 14:30 Uhr. Lok 012 077-4 macht sich mit ihrem Vorzug auf den Weg nach Münster. Der Zug ist aus vier Bye und einem Schürzenwagen 1. Klasse gebildet.

Leer 1979
Fotografie, Christian Küppers, Ober-Ramstadt

Gute sechs Jahre später ist der Zugverkehr verdieselt. Am 6. September 1979 um 10:23 läuft hier 220 084-8 mit ihrem Zug ein. Die Fahrleitung für die nächste Traktionsumstellung hängt bereits.


Ledabrücke bei Leer

Da die Leda beim Bau der Westbahn noch einen wichtigen Verkehrsweg ins ostfriesche Binnenland darstellte, musste der Fluss mit einer beweglichen Brücke überquert werden. So entstand hier eine Blechbalkenbrücke mit sechs festen Feldern und einer einarmigen Drehbrücke. Bei ihrer Fertigstellung war sie die größte der bis zu diesem Zeitpunkt 52 in Schmiedeisen ausgeführten Brücken der Hannöverschen Staatsbahn. Ab dem 11. März 1912 verfügte die Ledabrücke dann auch über Deckungssignale.

Fotografie aus „40 Jahre ED Münster i. W.“

Der ursprüngliche Bau wurde später durch die abgebildete doppelte Drehbrücke ersetzt. Das etwa 1930 entstandene Foto zeigt in Bildmitte den beweglichen Teil sowie an den Bildrändern die auf beiden Ufern vorhandenen Blockstellen I und II. Der Schiffsverkehr hat offensichtlich bald stark nachgelassen: Im Amtsblatt der Reichsbahndirektion Münster wird bekanntgegeben, dass am 23.02.1935 die beiden Blockstellen außer Betrieb genommen werden, weil die Drehbrücken festgelegt worden sind. Signale und andere Einrichtungen werden kurz darauf entfernt.
Gegen Kriegsende wird auch die Ledabrücke gesprengt, kurz darauf wird der Betrieb über eine eingleisige Notbrücke wieder aufgenommen.

Ledabrücke bei Leer, 1950er Jahre
Ansichtskarte, Cramers Kunstanstalt Dortmund (CeKaDe), herausgegeben 1961 (Ausschnitt). Das Foto ist aber ein paar Jahre früher entstanden und zeigt noch die Behelfsbrücke.
Ledabrücke 2007
Fotografie, Thomas Feldmann, Emden, 06.05.2007

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam man nun mit einer unbeweglichen Kontruktion aus. Obwohl die Pfeiler der neuen, 1957 fertiggestellten Ledabrücke für einen zweigleisigen Betrieb ausgelegt wurden und darauf sogar noch bei der Elektrifizierung Rücksicht genommen wurde (Lage der rechten Speiseleitung!), besitzt sie bis heute nur einen eingleisigen Überbau – Wärterhäuser gibt es natürlich auch keine mehr.


IHRHOVE (km 315,5)

Ihrhove 1924
Ansichtskarte, Verlag Rolf Co., Hannover, herausgegeben 1924

Das Bahnhofsgebäude der Hannöverschen Staatsbahn stand auf der Ostseite der Strecke direkt am Bahnübergang.

Ihrhove 1913
Ansichtskarte, Verlag Carl Müller, Leer, herausgegeben 1913

Mit dem Bau der oldenburgischen Strecke von Oldenburg über Leer nach Nieuweschans entstand ein neuer Bahnhof in Insellage zwischen den Gleisen nach Nieuweschans (rechts außerhalb des Bildes) und der nun preußischen Strecke Emden-Rheine (vorne). Am 11. Juli 1924 ist das Gebäude fast vollständig abgebrannt, die Ruine wurde kurz darauf abgebrochen.

Ihrhove
Ausschnitt aus einer Negativplatte, 20.10.1958, Verlag CeKaDe, Dortmund

Der Inselbahnsteig blieb nach dem Brand in seiner Funktion erhalten. Das neue Empfangsgebäude (rechts, heute noch vorhanden) wurde 1925/26 dann aber wieder östlich der Strecke errichtet, so dass die Reisenden die Gleise überqueren mussten.
Links daneben (Bildmitte) steht noch der alte Hannöversche Bahnhof, der nach dem Bau des zweiten Empfangsgebäudes vermietet worden war und daher nach dessen Zerstörung nicht zur Verfügung stand. Er wurde schließlich um 1970 abgebrochen.
Das Haus gleich dahinter beherbergte eine Gaststätte und diente als Haltepunkt der Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn. Es ist damit gleichsam Nummer 4 in der Reihe der Ihrhover Bahnhofsgebäude.


STEENFELDE (km 312,4)

Steenfelde
Ansichtskarte, gelaufen 1917, Verlag Carl Müller, Leer

Wie bei vielen kleinen Ortschaften hielt man beim Bau der Bahn einen Halt in Steenfelde für entbehrlich. So wurde die Haltestelle hier erst im Jahr 1911 eingerichtet und laut Amtsblatt der Königlichen Eisenbahn-Direktion Münster am 1. Juni dem Betrieb übergeben.

unten: Die Haltestelle Steenfelde und der Bahnübergang mit versammelter Mannschaft irgendwann vor dem Ersten Weltkrieg.

ehem. Haltestelle Steenfelde
Fotografie, Thomas Feldmann, Emden, 18.04.2007

Der Bahnweg am 18. April 2007. Einen Bahnübergang gibt es hier noch, das kleine Haltestellengebäude wurde dagegen im August 1987 abgebrochen.


Block Steenfelde (km 311,2)

Block km 311,2 bei Steenfelde
Fotografie, Thomas Feldmann, Emden, 16.04.2007

Dieses ehemalige Blockstellengebäude befindet sich rund einen Kilometer südlich der früheren Haltestelle.


PAPENBURG (Ems) (km 306,1)

Papenburg 1903
Ansichtskarte, Verlag Heinr. Rodberg, Papenburg, gelaufen 1903

Der Papenburger Bahnhof wurde ähnlich gestaltet wie die in Emden und Leer: Empfangsgebäude in Seitenlage (am Ende der Bahnsteige) und ein neben den Gleisanlagen liegendes Hafenbecken.

Papenburg 1947
Ansichtskarte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, herausgegeben 1947

Kanalbrücke Papenburg

Drehbrücke Papenburg
aus: Zeitschrift des Architecten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover, 1856

Gleich an der südwestlichen Bahnhofseinfahrt musste der Hauptkanal überquert werden, der – von der Ems weit ins Moor gegraben – die Keimzelle Papenburgs bildete. Da der Schiffsvekehr auf den Kanälen und Wieken der Fehnkolonie damals noch große wirtschaftliche Bedeutung hatte, war natürlich eine bewegliche Brücke notwendig. Die Wahl fiel auf eine ungleichschenklige Drehbrücke. Heute befindet sich hier eine markante doppelte Klappbrücke mit einem zwischen den Gleisen angeordeneten Stellwerk, nachdem 1952 zunächst nur eine Brücke gebaut worden war.

Klappbrücke Papenburg
Foto: Thomas Feldmann, 03.10.2018

ASCHENDORF (km 300,8)

Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr, gelaufen 1903

Aschendorf musste sich mit einem etwas einfacheren Empfangsgebäude begnügen, wie es ähnlich auch für andere mittlere Landstationen wie z. B. Neermoor oder Haren errichtet wurde.


DÖRPEN (km 291,5)


KLUSE (km 287,1)

Kluse

Um 17:40 Uhr an einem Tag im Mai 1975 durcheilt 012 081-5 mit ihrem Zug den Bahnhof Kluse in Richtung Emden.


LATHEN (km 279,0)


HAREN (Ems) (km 270,4)

Haren
Ansichtskarte, ohne Jahr, Verlag F. Hüsig, Lingen

HEMSEN (Ems) (km 265,0)

Hemsen bekam zum 1. Mai 1905 einen Haltepunkt für den Personen- und den beschränkten Gepäckverkehr. [Amtsblatt der KED Münster 20/1905]


MEPPEN (km 260,1)

Meppen
Ansichtskarte, 1911, Verlag W. Döbbeler, Meppen

GEESTE (km 249,0)


LINGEN (km 239,8)

Lingen 1919
Ansichtskarte, Verlag R. van Acken, Lingen, gelaufen 1919
Lingen
Ansichtsarte, Verlag L. Nottbeck, Lingen, ohne Jahr
Lingen, Hafen
Ansichtskarte, Verlag L. Nottbeck, Lingen

Etwas südlich des Bahnhofes zweigte ein Gleis Richtung Westen ab, mit dem der Lingener Hafen angeschlossen wurde.


Emsbrücke bei Hanekenfähr

Hanekenfähr
Ansichtskarte, Verlag F. Hüsig, Lingen, um 1900

Bei Hanekenfähr etwas südlich Lingens überquert die Westbahn die Ems. Hier entstand eine der größeren Brücken der Strecke, zweigleisig und mit „5 Oeffnungen von 320′ lichter Weite“ (lt. Metger, also rund 93 m), wenn auch der Bau im Vergleich mit der mehr als doppelt so langen Ledabrücke bei Leer als eher einfach beschrieben wird.

Hanekenfähr 1913

Das hannöversche Bauwerk aus geraden Blechwandträgern wurde von der preußischen ED Münster durch einen Neubau mit parallen Bögen ersetzt, dessen Gerüst am 4. Dezember 1913 einstürzte.

Emsbrücke Hanekenfähr
Ansichtskarte, Verlag L. Nottbeck, Lingen, um 1960

Ansicht aus der Nachkriegszeit.


ELBERGEN (km 232,0)


LESCHEDE (km 225,6)

Leschede
Ansichtskarte, ohne Jahr, Verlag Wilhelm Draschner, Leschede

SALZBERGEN (km 216,7)

Salzbergen 1905
Ansichtskarte, Verlag F. Hüsig, Lingen, gelaufen 1905

RHEINE (km 208,9 / 179,9)

Rheine 1906
Ansichtskarte, Verlag H. Siebenhar, Cöln & Rheine, gelaufen 1906

Der erste (hannöversche) Bahnhof in Rheine wurde am 30. Juni 1856 nach rund drei Jahren Bauzeit eröffnet, hier in der rechten Bildhälfte zu sehen.  1884 wurden die bis dahin getrennten hannöverschen und westfälischen Bahnhöfe zusammengefasst und es entstand ein neues gemeinsames Stationsgebäude, das dürfte der gestreifte Bau links sein.
Nach dem Bau des (dritten) Empfangsgebäudes von 1927 blieb das erste zwar noch erhalten, es wurde aber 1976 abgebrochen, um einem neuen Betriebsgebäude Platz zu machen.

Rheine 1943
Ansichtskarte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, herausgegeben 1943

1927 wurde der Bahnhof stark umgebaut und erhielt dabei auch eine neues, modernes Empfangsgebäude. Einer der markanten Ecktürme des ersten Bahnhofes von 1856 ist hier am linken Bildrand noch zu sehen.


RODDE (km 173,0)

Rodde 1950
Ansichtskarte, Verlag Willy Küsters, Rheine, um 1950

HÖRSTEL (km 168,2)


ESCH (km 163,6)
heute: IBBENBÜREN-ESCH

Amtsblatt_1920-09-10
Amtsblatt der ED Münster (Westf) Nr. 52, 10.09.1920

IBBENBÜREN (km 158,6)


LAGGENBECK (km 154,1)
heute: IBBENBÜREN-LAGGENBECK

Am 8. Dezember 1980 wurde der Bahnhof Laggenbeck in eine „betrieblich unbesetzte Haltestelle (Ausweichanschlussstelle)“ umgewandelt. (Schreiben 35 B 36 Bebsh 201 vom 17.12.1980)


VELPE (km 148,1)


LOTTE (km 142,9)

Lotte
Ansichtskarte, ohne Jahr, Verlag M. Wilk, Osnabrück

OSNABRÜCK-EVERSBURG (km 137,4)


OSNABRÜCK (km 132,4)

Osnabrück 1898
Ansichtskarte, Poststempel 1898, Verlag F. W. J.
Osnabrück 1902
Ansichtskarte, 1902, Verlag Reinicke & Rubin, Magdeburg

LÜSTRINGEN (km 128,6)

Lüstringen 1952
Ansichtskarte, gelaufen 1952, Verlag H. Kamlage, Osbnabrück

WISSINGEN (km 122,3)


WESTERHAUSEN (km 116,8)


MELLE (km 111,3)

Melle
Ansichtskarte, gelaufen 1906, Verlag J. F. Selige, Melle

BRUCHMÜHLEN (km 104,0)


AHLE (km 98,9)


BÜNDE (km 95,2)

Bünde 1915
Ansichtskarte, Verlag Gebr. Rahning, Bünde, gelaufen 1915

Ein Blick vom Bahnübergang Bahnhofstraße nach Osten. Beachtenswert sind die Überdachungen des Bahnsteigtunnels und die preußischen Signale mit ihren hochliegenden Antrieben.


KIRCHLENGERN (km 90,5)


LÖHNE (km 85,3)

Löhne 1925
Ansichtskarte, gelaufen 1925, Verlag Hermann Lorch, Dortmund

In Löhne endet – streng genommen – die Hannoversche Westbahn. Den restlichen Teil der Reise nach Hannover legen die Züge auf den Gleisen der Cöln-Mindener Eisenbahn zurück.
Das (je nach Quelle) etwa 1916/1917 fertiggestellte, große Empfangsgebäude ist noch vorhanden, es befindet sich aber seit einigen Jahre in Privatbesitz und dient nicht mehr als Bahnhof.

Löhne 1956
Ansichtskarte, Verlag A. Victor Wehling, Bielefeld, 1956

Ein Teil des Geländes am östlichen Ende des Gleisfeldes in einer Luftaufnahme. Von rechts oben kommt die Lübbecker Straße, nach links führt die (heute Alte) Bünder Straße. Das Stellwerk existiert nicht mehr.


HANNOVER (km 0,0)

Hannover 1898
Ansichtskarte, gelaufen 1898, Verlag Römmler & Jonas, Dresden

© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 18.10.2020 (erstellt 30.07.2006)