Hannoversche Westbahn

WestbahnZwischen Emden und Rheine bildet die am 24. November 1854 zwischen Emden und Papenburg, am 2. Mai 1856 zwischen Papenburg und Lingen und am 23. Juni 1856 auf der Gesamtstrecke er├Âffnete Westbahn einen Teil der heute als „Emslandstrecke“ bekannten Verbindung M├╝nster – Norddeich-Mole. In Rheine biegt die Strecke Richtung Osnabr├╝ck ab und verl├Ąuft nach Hannover. Die Westbahn selbst endete allerdings bereits in L├Âhne, von hier aus wurde Hannover ├╝ber die schon vorhandene Strecke der C├Âln-Mindener Eisenbahn erreicht.
Durch verschiedene Umstrukturierungen ist dieser Zusammenhang im Laufe der Zeit verloren gegangen. Heute bildet der Streckenverlauf Hamm – M├╝nster – Rheine – Emden eine Einheit (bzw. f├╝r Reisende meist die Relation M├╝nster/Rheine – Norddeich Mole), allerdings liegt der Beginn der DB-Strecke 2931 in Hamm bereits bei km 134,77, da sich der Streckenursprung seit 1868 in Warburg befindet.
In den Jahren 1902 bis 1916 wurde die Strecke nach und zweigleisig ausgebaut:
Emden – Leer 1907
Leer – Ihrhove 1908 (Ledabr├╝cke 1909)
Ihrhove – Meppen – Varloh 1907
Varloh – Lingen – Hanekenf├Ąhr 1908
Hanekenf├Ąhr – Elbergen 1913
Elbergen – Salzbergen 1907
Salzbergen – Rheine schon vor 1900 zweigleisig
Rheine – Rodde 1910
Rodde – Esch 1912
Esch – Eversburg 1910
Eversburg – Osnabr├╝ck 1902
Osnabr├╝ck – Bruchm├╝hlen 1906
Bruchm├╝hlen – B├╝nde 1905
B├╝nde – Kirchlengern 1904
Kirchlengern – L├Âhne 1916
Dagegen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg an einigen Stellen das zweite Gleis wieder entfernt, so bei Hanekenf├Ąhr, zwischen D├Ârpen und Lehe, im Bereich der Ledabr├╝cke und zwischen Neermoor und Petkum.

Amtsblatt_Han_1867
Amtsblatt Kgr. Preu├čen. Prov. Hannover, Oktober 1867

Die Stationen: Emden, Petkum, Oldersum, Neermoor, Leer, Ihrhove, Steenfelde, Papenburg, Aschendorf, D├Ârpen, Kluse, Lathen, Haren (fr├╝her Kellerberg), Hemsen, Meppen, Geeste, Lingen, Elbergen, Leschede, Salzbergen, Rheine, Rodde, H├Ârstel, Esch, Ibbenb├╝ren, Laggenbeck, Velpe, Lotte, Osnabr├╝ck-Eversburg, Osnabr├╝ck, L├╝stringen, Wissingen, Westerhausen, Melle, Bruchm├╝hlen, Ahle, B├╝nde, Kirchlengern, L├Âhne, (Hannover).

Anschl├╝sse bestehen


Hendschel's Telegraph, 1865
Fahrplan aus Hendschel’s Telegraph, Ausgabe Juni 1865

Die erste Eisenbahn in Ostfriesland

Ein Bericht ├╝ber den Bau der Eisenbahn Emden – Papenburg von einem unbekannten Zeitzeugen.

Der erste Eisenbahn ist in Ostfriesland im Jahre 1851 zu machen angefangen und war im Jahre 1854 den 23. November soweit fahrbaar von Emden nach Papenburg, da der erste Personenzug den 23. November von Emden nach Papenburg f├╝hrte. Da waren gross Maschiene, war die Personen Wagen. Die beiden Maschien waren bekr├Ąntzt und auf dem Zuge sind hier in Neermoor auss zwei kleine Kanonen geschossen worden, zum freude, dass der Bahn soweit er├Âffnet war. Wir nanten damahls die beiden kleine Kanonen Dreibasster. Am demselben Tage war dass Land weiss mit Schnee bedeckt, als war der Tag gerade hier Buss und Bettag. Der erste Persoen, der dem Eisenbahn aussgemessen hat, war Bau Condukt├╝r Pallens, der erste Eisenbahnaufseher war Burdorf, der zweite Linkermann, der ist in Leer gestorben und die Eissenbahnarbeiter haben ihn von der jetzigen Leeranerstrasse durch die Osterstrasse auf der Todtenbahre nach dem jetzigen Lutherische Kirchhof getragen und das ist er beerdigt. Der dritte Aufseher war Seelemeier, dass war der letzte Eisenbahn-Aufseher, da war der Bahn fertig. Der erste Schachtmeister bei Neermoor war H├Âlling. Der hatte im S├╝dermeer 3hundert Maanschaften, meist solche Arbeiter welche in der Kar[r]e gingen und dass Sand auf die Bahn schieben. Der 2te Schachtmeister war Bunger, der 3te war Trodermann, der 4te war Brandes. Der 5te war zuletzt von den Schachtmeistern, die von Leer nach Oldersum f├╝r damahls der Bahn mit fertig gemacht haben, Butterbrod. Der Eisenbahn war gleich so breit gemacht, dass 2 bis drei Z├╝ge sich vorbeifahren k├Ânnen. Da der Eisenbahn von Emden nach Hannover fertig war, da fahren nicht mehr Z├╝ge mit Personen und G├╝tter Vieh [d. h. Personen- und G├╝terz├╝ge bef├Ârdern nun kein Vieh mehr]. Den 5 T├Ąglich nach her [5 Tage danach] kamen allm├Ąlich mehr Z├╝ge. Da war lange nur ein Spur, jetz sind schon zwei da und bald kommt vielleicht dass dritte Geleise.
Muss noch bemerken, wass jeder Arbeiter pro Tag damahls verdiente. Der Tagelohn war erst 1 Mark 25 Pfennige die Person, etwas sp├Ąter verdient ein Person t├Ąglich 1 Mark 50 Pfennige. Da der Bahn bald fertig war verdient jeder Arbeiter a Tag 1 Mark 75 Pfennige. „O“, sagten die Arbeiter damahls, „dass ist ein sehr hoher Lohn“, aber dess Morgens 5 Uhr m├╝ssen die Leute bei der Arbeit sein, den[n] es war da schon zu stelle der Vorarbeiter, der die Leute ihr Namen aufschrieb, wenn der Schachtmeister noch nicht da war.

Anmerkungen:
1854 fiel der Bu├č- und Bettag auf den 22. November.
Die im Original v├Âllig fehlende Zeichensetzung wurden zur besseren Lesbarkeit von mir erg├Ąnzt, ebenso die Anmerkungen in eckigen Klammern und kursiver Schrift.
Zur Erl├Ąuterung: Die plattdeutsche Sprache kennt nur die Artikel „de“ (der und die) und „dat“ (das), die in allen vier F├Ąllen unver├Ąndert bleiben. Daher hat der – jedenfalls von Haus aus Platt sprechende – Erz├Ąhler mangels besseren Wissens in etwas unsicherem Hochdeutsch ├╝ber „der Bahn“ und „das Sand“ gesprochen.


"D-ZUG bei EMDEN, 11.7.1929", Foto: Willy Pragher
„D-ZUG bei EMDEN, 11.7.1929“ betitelte Willy Pragher (1908-1992) diese Fotografie (Ver├Âffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Landesarchives Baden-W├╝rttemberg/Staatsarchiv Freiburg). Leider ist es mir noch nicht gelungen, den Ort der Aufnahme zu bestimmen.

Zur Orientierung sind bei den Stationen die Streckenkilometer des Abschnittes Emden-Rheine nach dem Buchfahrplan Heft 2B der Bundesbahndirektion M├╝nster, g├╝ltig vom 28. Mai 1972, angegeben. Die Angaben f├╝r den Abschnitt Rheine-L├Âhne stammen aus dem Buchfahrplan G├╝terz├╝ge Heft 1000, g├╝ltig vom 22. Mai 1977 an.


EMDEN (km 348,6)
ab 01.03.1938: EMDEN S├ťD

Emden (F. G. M├╝ller)
Das Empfangsgeb├Ąude auf einer Lithografie von Friedrich Gottlob M├╝ller (1816-1908). Links davon steht der G├╝terschuppen, von dem Teile noch bis 2007 vorhanden waren. Ganz im Hintergrund ist die Gro├če Kirche zu erkennen.
Die Fahrg├Ąste mussten anfangs einen provisorisch eingerichteten Bereich im G├╝terschuppen nutzen, da das gro├če Bahnhofsgeb├Ąude bei der Aufnahme des Verkehrs noch nicht existierte. Der Bau wurde erst im Sommer 1856 begonnen, also sogar nach Aufnahme des Gesamtbetriebes, und im Herbst 1858 abgeschlossen. Ab dem┬á 1. Oktober 1858 wurde dann das neue Empfangsgeb├Ąude genutzt und das Provisorium im G├╝terschuppen aufgegeben.
Emden 1888
Diese Fotografie des Emder Bahnhofes entstand 34 Jahre nach der Er├Âffnung der Strecke Emden-Papenburg. Vor dem Empfangsgeb├Ąude steht eine noch fast neue Lokomotive, die 1887 nach der preu├čischen Normalie M III-1 gebaut wurde (sp├Ątere Gattung P 31). Wahrscheinlich handelt es sich um die Lok 232 der Eisenbahndirektion C├Âln (rechtsrheinische). Foto: Verlag W. Haynel, Emden & Borkum, 1888

Kleine Umbauma├čnahme: „Endlich ist das in dem Empfangsgeb├Ąude in Emden befindliche bisherige Telegraphen-Bureau zu anderen Zwecken bestimmt und demgem├Ą├č ver├Ąndert worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868) Im Berichtsjahr wurden hier immerhin 915 „Privat-Depeschen“ aufgegeben, also Telegramme au├čerhalb des Bahnbetriebes.
„Im Stationsgeb├Ąude zu Emden ist der Wartesaal I. und II. Classe durch Hinzuziehung zweier bisher von der Post-Verwaltung benutzten R├Ąume angemessen vergr├Â├čert und ein gr├Â├čeres Damenzimmer nebst Cabinett hergestellt worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1869)
„Es ist ein Nebengeb├Ąude mit Zimmer f├╝r Lampenputzer etc. erbaut und der Locomotivschuppen zur besseren Ableitung des Dampfes mit 4 Dachreitern versehen. Die Erweiterung der Pflasterbahn vor dem Landg├╝terschuppen ist vollendet, der Zufuhrweg neben dem Ladegeleise um 70 Meter verl├Ąngert, und das im Vorjahre von dem Hafenamte erworbene Terrain l├Ąngs der Ostseite des Bahnhofs-Canales erh├Âht worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)
„Unter dem G├╝terschuppen ist ein Keller f├╝r die Dienstwohnung des G├╝ter-Expedienten hergestellt. Die Weiche zu den Gleisen im K├Ânigs-Polder ist 138 Meter nach S├╝den hinausger├╝ckt und und das zweite Gleis im Polder um 239 Meter verl├Ąngert. Neben dem G├╝terschuppen ist ein zweiter Lademesser errichtet.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Am Kai sind 2 Drehscheiben hergestellt und die Ladegleise vermehrt; auch ist ein Eiskeller erbaut worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Emden 1910
EIn Blick vom Turm der Gro├čen Kirche auf das Bahnhofsgel├Ąnde und das Eisenbahndock. Ganz links ist der Landg├╝terschuppen zu sehen, oberhalb der Bildmitte die zollfreie Niederlage.
Ansichtskarte: Cramers Kunstanstalt, Dortmund, um 1910 (Ausschnitt)

Emden_1862 (Overlay)Benutzer von Google Earth k├Ânnen sich hier ein Overlay im Format „.kmz“ herunterladen, das den Bahnhofsplan von 1864 ├╝ber die aktuellen Luftaufnahmen legt (Dateigr├Â├če ca. 2,2 MB), so wie links in einem Ausschnit als Vorschau zu sehen.

Emden S├╝d 1963
Foto aus dem Jahresbericht der IHK f├╝r 1963, vor Seite 65

Am 27. August 1944 wurde das Empfangsgeb├Ąude stark besch├Ądigt und danach behelfsm├Ą├čig wieder hergerichtet. Dabei blieb es dann aber. Noch 1964 bem├Ąngelt die Industrie- und Handelskammer f├╝r Ostfriesland und Papenburg: „Seit ├╝ber einem Jahrzehnt hat die Kammer die Bahnhofsverh├Ąltnisse kritisiert und als eine Beleidigung f├╝r die Seehafenstadt Emden bezeichnet. Bis heute hat sich leider nichts ge├Ąndert.“ Bis Abhilfe geschaffen wird sollte es allerdings noch einige Jahre dauern, dann aber an anderer Stelle (siehe bei der K├╝stenbahn).

Ostfriesische Zeitung Nr. 30 vom 30. September 1867
Ostfriesische Zeitung Nr. 30 vom 30. September 1867

Stellwerk Es

Emden, Stellwek Es, 1926
Fotograf unbekannt, datiert 01.08.1926

Das Stellwerk Es an der Einfahrt des Bahnhofes Emden (S├╝d), die Gleise sind rechts.

Einfahrt nach Emden
Fotograf unbekannt, datiert 01.08.1926

38 3662 (eine Lok des Bw Emden) bringt einen Zug aus Richtung Leer in den Emder Bahnhof, aufgenommen vom Stellwerk Es aus. Da das vorherige Bild um 8:48 Uhr entstanden ist, k├Ânnte es sich um den Personenzug 627 aus M├╝nster handeln, der planm├Ą├čig um 9:01 Uhr in Emden eintraf und (da Sonntag) hier endete. Der Zug ├╝berquerte gerade die Br├╝cke ├╝ber die Petkumer Stra├če und wird in K├╝rze auf Gleis 1 ein St├╝ck vor dem Empfangsgeb├Ąude halten.
Rechts neben den Gleisen ist der Gutshof Friesland zu erkennen, der nahe der heutigen Einm├╝ndung der S├╝dumgehungsstra├če in die Petkumer Stra├če stand. Das Stellwerk gibt es schon sehr lange nicht mehr, an Stelle des Geh├Âftes befindet sich heute eine Gr├╝nfl├Ąche.


Stra├čenbr├╝cke Petkumer Stra├če (bei km 347,9)

Emden 1864
aus: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins f├╝r das K├Ânigreich Hannover, 10. Jahrgang, 1864 (oben ist S├╝dwesten)

Urspr├╝nglich bestand im Zuge der Petkumer Stra├če ein Bahn├╝bergang s├╝dlich der heutigen Score-Verwaltung, direkt daneben wurde der Oberemsische Deich durchstochen und die ├ľffnung mit einem Tor gegen Sturmfluten gesichert.
Vom Deich ist in diesem Bereich heute nichts mehr zu erkennen, am damaligen Standort der Locomotiv-Station (unten rechts) ist im Jahr 2020 ein Discount-Markt entstanden.

Br├╝cke Petkumer Stra├če, Emden
Die Br├╝cke ├╝ber die Petkumer Stra├če am 30.03.2019. Foto: Thomas Feldmann (Blick nach Nordosten)

Als um das Jahr 1900 der Rangierbahnhof geschaffen wurde, wurden die Strecke und der Bahnhofskopf hochgelegt und etwas weiter s├╝d├Âstlich eine Eisenbahnbr├╝cke errichtet, die laut Angaben von DB Netz 1915 fertiggestellt und 1975 um ein Gleis erweitert wurde. Die Petkumer Stra├če bekam daf├╝r einen neuen Verlauf und macht seither einen nach Osten ausladenden Bogen.


Wykhoffweg bei Borssum (bei km 346,6)

Posten 246 am B├╝ Wykhoffweg, Emden
Foto: Oskar Schmidt, Stadtplanungsamt Emden, 07.08.1982

Direkt am Bahn├╝bergang Wykhoffweg (links au├čerhalb des Bildes) befand sich der Posten 346, der tats├Ąchlich ein bisschen nach richtigem Bahngeb├Ąude aussah.


PETKUM (km 344,4)

Die Haltestelle Petkum wurde erst 1872 eingerichtet, zun├Ąchst auch nur probehalber. Entsprechend hatte sie anfangs auch kein Geb├Ąude erhalten, eine leichte Verbesserung folge erst drei Jahre sp├Ąter: „Haltestelle Petkum ist mit dem in Rinkerode disponibel gewordenen provisorischen Empfangsgeb├Ąude versehen.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875) Erst nach der vorletzten Jahrhundertwende wurde der Bau eines fest Geb├Ąudes in Angriff genommen und 1906 abgeschlossen. Baukosten: 22000 Mark.


Br├╝cke Petkumer Sieltief (bei km 343,76)

Br├╝cke bei Petkum
Foto: Jan Starink (1949-1992), 09.07.1972

Ein Personenzug Richtung Leer begegnet 042 105-7, die mit einem gemischten Güterzug auf dem Weg nach Emden ist.
Zu einhundert Prozent sicher bin ich zwar nicht, aber die Gr├Â├če der Br├╝cke und die ├ťberlandleitung im Hintergrund sprechen sehr f├╝r die ├ťberquerung des Petkumer Sieltiefs.


Klappweg bei Petkum (bei km 343,3)

Petkum, B├Âschungssetzungen bei Br├╝cke Klappweg
Foto: 1966, Archiv der Bundesanstalt f├╝r Wasserbau Nr. HB12825 (www.baw.de, CC BY 4.0)

Als Ersatz f├╝r den Bahn├╝bergang im Zuge des Klappweges bei Petkum entstand 1966 eine Stra├čenbr├╝cke. Der schlechte Untergrund f├╝hrte noch vor der Fertigstellung zu enormen Versackungen der Rampen, was Anlass f├╝r dieses Foto gab.
Posten 260 – links vor der Br├╝cke – war doch etwas einfacher gehalten als sein Pendant bei Borssum.


Um 1940/41 begann zwischen Petkum und Oldersum der Bau einer Art Vorbahnhof in Verl├Ąngerung des Bahnhofes Oldersum. Vor allem Zugbewegungen von und zu Kohlenkai und Erzkai im Emder Binnenhafen (heute Nord- und S├╝dkai) w├Ąren – durch Umgehung des Emder Rangierbahnhofes – wesentlich vereinfacht worden. Die Arbeiten wurde aber bereits 1943 wieder eingestellt.
Die Ausma├če der Anlage lassen sich auf Luftbildern trotzdem bis heute recht gut ausmachen. Die Br├╝cke ├╝ber die Lange Maar direkt westlich des Oldersumer Bahnhofes bietet Platz f├╝r ein drittes Gleis, ebenso das nach Westen anschlie├čende Planum. Ab H├Âhe Grootlandsweg erweitert sich die Fl├Ąche allm├Ąhlich (wie f├╝r eine Gleisharfe erforderlich) und formt schlie├člich grob ein Rechteck von 100 Metern Breite und ├╝ber 600 Metern L├Ąnge. Hier h├Ątten also wohl 10 bis 12 Gleise mit jeweils ├╝ber 500 m Nutzl├Ąnge entstehen k├Ânnen.


OLDERSUM (km 339,4)

„Das Stationsgeb├Ąude hat eine Erweiterung erfahren derart, da├č im Parterre 2 Warter├Ąume und in der Etage eine Wohnung f├╝r einen Weichensteller gewonnen sind. Die Einfriedigung des Oekonomiehofes ist verl├Ąngert.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)
Das Amtsblatt der K.E.D. vermeldete, dass zum 1. November 1901 „der Bahnhof 3. Klasse Oldersum in eine Haltestelle umgewandelt“ wird.

Oldersum
Irgendwann zu preu├čischer Zeit lie├čen sich Beamte und Arbeiter vor „ihrem“ Bahnhof ablichten. Fotografie ohne Fotograf und Jahr
Oldersum
Ansichtskarte: Verlag Foto-Kuhlmann, Bremerhaven, 1955

Der Bahnhof Oldersum von der Stra├čenseite. Die Station wurde zum 26.05.1979 geschlossen. Das Empfangsgeb├Ąude existiert nicht mehr, hier steht jetzt ein zweckm├Ą├čiges Fahrdienstleiter-Stellwerk der 1980er Jahre.


NEERMOOR (km 331,5)

Neermoor 1899
Ansichtskarte: Verlag J. C. Poppinga, Leer, gelaufen 1899

„Die Viehrampe ist um so viel verl├Ąngert worden, da├č an derselben 3 Wagen gleichzeitig beladen werden k├Ânnen; auch hat ein Umbau der Einfahrgeleise an der S├╝dseite der Haltestelle stattgefunden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)
„Aus den durch Abbruch eines alten disponibel gewordenen Wagenschuppen zu Warburg gewonnenen Materialien ist ein provisorisches Empfangsgeb├Ąude errichtet. An der Nordseite des Bahnhofes ist eine kleine Rampe f├╝r Fuhrwerk angelegt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Das fr├╝here Wartezimmer ist als Expeditionsraum umge├Ąndert; ferner wurde behufs Beschaffung des n├Âthigen Trinkwassers eine Cisterne angelegt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Neermoor 1977
Fotograf unbekannt, datiert 23.10.1977

Am Bahn├╝bergang Kirchstra├če stand das Stellwerk Nn, von dem aus auch die Schrankenanlage bedient wurde.

Neermoor

Eine leider undatierte Ansichtskarte mit einem sch├Ânen Blick ├╝ber den Kolk auf den Bahnhof.

Neermoor 1960
Ansichtskarte: Verlag Foto-Kuhlmann, M├╝nster, gelaufen 1960 (Ausschnitt)

Ein Bild aus ├Ąhnlicher Perspektive, nur deutlich j├╝nger. Das Bahnhofsgeb├Ąude hat zwischenzeitlich einen Anbau erhalten und das vorspringende Schild mit dem Stationsnamen ist einer einfachen Farbanschrift gewichen.

Neermoor (Gleisseite)
Foto: Thomas Feldmann, 08.04.2006

Auch in Neermoor halten seit dem 26.05.1979 keine Z├╝ge mehr. Bei meinem Besuch im April 2006 befand sich das einst ansprechende Empfangsgeb├Ąude leider in keinem guten Zustand.
Bereits Anfang 2019 wurde berichtet, dass Neermor in naher Zukunft aber wieder eine Eisenbahn-Haltestelle bekommen k├Ânnte. Im Sommer 2021 wurde es konkreter: Die Planungsunterlagen f├╝r einen Haltepunkt mit versetzten Bahnsteigen am Bahn├╝bergang Kirchstra├če lagen aus.


Bahn├╝bergang km 324,4

Posten Leer-Heisfelde
Foto: Thomas Feldmann, April 2003

Am Logaer Weg in Leer steht eines der wenigen erhaltenen alten Postengeb├Ąude der Strecke. Auch wenn das Dach und die Fenster├Âffnungen im Obergeschoss ver├Ąndert wurden, ist der urspr├╝ngliche Charakter dieser Geb├Ąude hier gut erhalten.


etwa bei km 324,0

38 2777 bei Leer, Juli 1965
Foto: Hans van Engelen, Juli 1965

Ein Blick von der Br├╝cke des Leeraner Stadtrings: Die Emder 38 2777 und eine weitere Lok der Baureihe 3810-40 haben mit ihrem Personenzug aus Emden fast schon Leer erreicht. Im Hintergrund ist eben noch ein helles Auto auf dem Bahn├╝bergang Logaer Weg zu erkennen.
Rechts ist das Gleis der Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund zu sehen, das im R├╝cken des Betrachters die Staatsbahngleise ├╝berquert hat und hier in einem gro├čen Bogen nach Osten abbiegt.


LEER (OSTFRIESL) (km 323,1)

Leer 1901
Ansichtskarte: ohne Verlagsangabe, gelaufen 1901

Leer 1883Die Anlagen des Leeraner Bahnhofes mit seinem Anschluss an den Hafen im Jahre 1883. Der Zollspeicher (im Bild oberhalb des Empfangsgeb├Ąudes direkt am Kai) ist heute noch vorhanden, das Hafenbassin und der anschlie├čende Teil der Ledaschleife dagegen wurde bereits vor Jahrzehnten zugesch├╝ttet. Hier befinden sich heute unter anderem das Postgeb├Ąude mit seiner Hoffl├Ąche und die Polizei.
„Auf dem Bahnhof Leer ist das zweite Hauptgleis um 18 Ruthen verl├Ąngert, und f├╝r diese Station ein transportabler Lastkrahn von 70 Ctr. Tragkraft beschafft worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1869)
„Der offene G├╝terschuppen am Hafen ist fertig gestellt; der bauf├Ąllig provisorische Seeg├╝terschuppen No. 2 am Ledakai abgebrochen und an dessen Stelle mit der Herstellung eines massiven Schuppens begonnen. Die s├╝dliche Einfriedigung an der steuerfreien Niederlage ist um 13,5 Meter zur├╝ckgesetzt, wodurch Raum f├╝r die daselbst befindlichen Weichen und zur Lagerung von G├╝tern gewonnen wurde. Auch sind 2 massive Weichenstellerbuden erbaut und der Fu├čweg an der Stra├če vom Hauptgeb├Ąude nach dem Landg├╝terschuppen mit Klinkern gepflastert. Der Fahrweg vom Landg├╝terschuppen wurde bis an die s├╝dliche Ueberfahrt verl├Ąngert und ein gepflasterter Weg nach dem gro├čen Krahne in Angriff genommen, sowie auch eine Verl├Ąngerung der Entw├Ąsserungs-Can├Ąle um 166 Meter bewirkt. Ferner ist die im Vorjahre begonnene begonnene Wiederherstellung der eingest├╝rzten Ufereinfriedigung am Ledakai vollendet, sowie die in Folge dieses Einsturzes versackte Geleisbr├╝cke wieder hergestellt. Am S├╝dende des Bahnhofes ist eine Geleiskreuzung eingelegt und wurden einige Gleisumbauten vorgenommen.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)

Bahnhof Leer
Fotograf unbekannt, datiert 1943

„Der massive Seeg├╝terschuppen Nr. 2 am Ledakai, mit dessen Herstellung bereits im Vorjahre begonnen wurde, ist fertig gestellt und f├╝r den Betrieb der n├Ârdlichen Wasserstation eine Dampfpumpe in Anwendung gebracht. Die Anfuhrwege sind vervollst├Ąndigt, das neue Bohlwerk in der Ledaflu├č-Sohle durch Sinkst├╝cke gegen weitere Untersp├╝lungen gesichert und neben dem im vorigen Jahre neu angelegten Fahrwege vom Landg├╝terschuppen zur s├╝dlichen Ueberfahrt ein 183 Meter langes Producten-Gleis angelegt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)

Leer 1928
Hochbetrieb in Leer. Drei Personenz├╝ge gleichzeitig belegen hier die Gleise. Fotograf unbekannt, datiert 21.07.1928

„An Stelle des abg├Ąngigen provisorischen Seeg├╝terschuppens Nro. 3 ist massiver Schuppen erbaut. Der auf Bahnhof Papenburg disponibel gewordene provisorische Locomotivschuppen wurde nach Leer versetzt; vor diesem Schuppen ist eine gro├če Drehscheibe mit den n├Âthigen Gleisen angelegt. Drei am Ledakai vorhandene feststehende Handkr├Ąhne sind f├╝r Dampfbetrieb umge├Ąndert worden; der Dampfkessel f├╝r diese Kr├Ąhne ist in einem zwischen den Seeg├╝terschuppen Nro. 2 und 3 hergestellten provisorischen Kesselhause untergebracht. Zum besseren und bequemeren Verladen von Kohlen etc. aus Eisenbahnwaggons in Seeschiffe wurde am Ledakai ein Sturzger├╝st erbaut und ferner ein neues Geleis zum Aufstellen von Wagen in der N├Ąhe des Sturzger├╝stes ausgef├╝hrt. F├╝r den Weichensteller Nro. 6 ist eine eiserne Wachtstube von Bahnhof Ihrhove nach Leer versetzt. Der Hauptentw├Ąsserungscanal des Bahnhofs ist bis zur Leda fortgef├╝hrt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Leer
Foto: P. W. Romani van der Werf, Zeewolde/NL, 1973

Bahnsteigszene am einem Sonnabend im Juli 1973, 14:30 Uhr. Lok 012 077-4 macht sich mit ihrem Vorzug auf den Weg nach M├╝nster. Der Zug ist aus vier Bye und einem Sch├╝rzenwagen 1. Klasse gebildet.

Leer 1979
Foto: Christian K├╝ppers, Ober-Ramstadt, 06.09.1979

Gute sechs Jahre sp├Ąter ist der Zugverkehr verdieselt. Am 6. September 1979 um 10:23 l├Ąuft hier 220 084-8 mit ihrem Zug ein. Die Fahrleitung f├╝r die n├Ąchste Traktionsumstellung h├Ąngt bereits.

Leer 1910
Als Kreuzungsstation verf├╝gte Leer nat├╝rlich auch ├╝ber gro├čz├╝gige Wartes├Ąle mit Bewirtung.
Ansichtskarte: Verlag Br. Fischer, Leer i. O., ohne Jahr

Ledabr├╝cke bei Leer

Ledabr├╝cke um 1865
aus „Leer von Visscher’s M├╝hle aus gesehen.“, Lithografie von J. Hesse, Berlin, nach einer Zeichnung von Gottlieb Kistenmacher, Leer; entstanden Anfang oder Mitte der 1860er Jahre.

Die Leda stellte beim Bau der Westbahn mangels fester Stra├čen eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen der Ems und dem ostfrieschen Binnenland dar. Um die Schifffahrt nicht zu behindern, musste die Br├╝cke daher beweglich sein. So entstand bei Heerenborg eine Blechbalkenbr├╝cke mit sechs festen Feldern und einer einarmigen Drehbr├╝cke (etwas links der Bildmitte zu erkennen). Bei ihrer Fertigstellung handelte es sich die gr├Â├čte der bis zu diesem Zeitpunkt 52 in Schmiedeisen ausgef├╝hrten Br├╝cken der Hann├Âverschen Staatsbahn.

Aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868: „Die Br├╝cke ├╝ber die Leda, welche hier noch Ebbe und Fluth hat, besteht aus 7 Oeffnungen, 2 davon ├á 125′ hannov., 4 ├á 100′ hannov. und 1 Durchla├č├Âffnung zu 29′ hannov., zusammen 679′ hannov. lichte Durchflu├č├Âffnung. Der Unterbau ist massiv f├╝r 2 Geleise, der eiserne Oberbau – Blechtr├Ąger – nur f├╝r 1 Geleis hergestellt. Die St├Ąrke der massiven Mittelpfeiler ist in H├Âhe der ordinairen Fluth 11 Fu├č hannov., die des Drehpfeilers 20′ hannov., die H├Âhe der Blechtr├Ągerw├Ąnde = 10′ hannov., die H├Âhe der Unterkante derselben ├╝ber ordinairer Fluth = 10′ hannov., ├╝ber der h├Âchsten bekannten Sturmfluth = 2′ hannov., die Entfernung der Tragw├Ąnde von einander = 15′ 7″ hannov.“ [1 Fu├č hannoversch (= 12 Zoll) entspricht etwa 29,2 cm]

Im Dezember 1902 meldete das Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster, dass vor den Deckungssignalen der Br├╝cke nun auch Vorsignale aufgestellt worden sind.

Fotografie aus „40 Jahre ED M├╝nster i. W.“

Der urspr├╝ngliche Bau wurde sp├Ąter (wohl 1909 im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Strecke) durch die abgebildete Konstruktion aus Fachwerktr├Ągern und einer doppelten Drehbr├╝cke ersetzt. Das etwa 1930 entstandene Foto zeigt in Bildmitte den beweglichen Teil sowie an den Bildr├Ąndern die auf beiden Ufern vorhandenen Blockstellen I und II. Der Schiffsverkehr hat offensichtlich schon bald stark nachgelassen: Im Amtsblatt der Reichsbahndirektion M├╝nster wurde bekanntgegeben, dass am 23.02.1935 die beiden Blockstellen au├čer Betrieb genommen w├╝rden, weil die Drehbr├╝cken festgelegt worden seien. Signale und andere Einrichtungen wurden kurz darauf entfernt.
Am 21. April 1945 wurde auch die Ledabr├╝cke gesprengt (f├╝nf Tage nach der Friesenbr├╝cke), kurz darauf konnte der Betrieb ├╝ber eine eingleisige Behelfsbr├╝cke wieder aufgenommen werden. Dazu wurde an der Einf├Ądelung der zweigleisigen Strecke s├╝dlich der Br├╝cke wieder ein Posten eingerichtet, der 1971 (nach Inbetriebnahme des neuen Leeraner Stellwerks) wieder aufgehoben und ein paar Jahre sp├Ąter abgebrochen wurde.

Ledabr├╝cke bei Leer, 1950er Jahre
Ansichtskarte: Cramers Kunstanstalt Dortmund (CeKaDe), herausgegeben 1961 (Ausschnitt). Das Foto f├╝r die Karte ist aber einige Jahre fr├╝her entstanden und zeigt noch die Behelfsbr├╝cke.
Ledabr├╝cke Leer, 1975
Foto: Manfred Bitzer, Mai 1975

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam man nun endg├╝ltig mit einer unbeweglichen Kontruktion aus. Obwohl die Pfeiler der neuen, 1957 fertiggestellten Ledabr├╝cke f├╝r einen zweigleisigen Betrieb ausgelegt wurden und darauf sogar noch bei der Elektrifizierung R├╝cksicht genommen wurde (Lage der rechten Speiseleitung!), besitzt sie bis heute nur einen eingleisigen ├ťberbau – W├Ąrterh├Ąuser gibt es nat├╝rlich auch keine mehr.

Ledabr├╝cke 2007
Foto: Thomas Feldmann, Emden, 06.05.2007

IHRHOVE (km 315,5)

Ihrhove 1924
Ansichtskarte: Verlag Rolf Co., Hannover, 1924

Das Bahnhofsgeb├Ąude der Hann├Âverschen Staatsbahn stand auf der Ostseite der Strecke direkt am Bahn├╝bergang. Nach dem Bau des gemeinschaftlichen preu├čisch-oldenburgischen Empfangsgeb├Ąudes kam es au├čer Gebrauch und wurde vermietet.

Mit dem Bau der oldenburgischen Strecke von Oldenburg ├╝ber Leer nach Nieuweschans entstand ein neuer Bahnhof in Insellage, mit den Gleisen nach Nieuweschans auf der West- und der nun preu├čischen Strecke Emden-Rheine auf der Ostseite.

Ihrhove 1906
Ansichtskarte: Verlag J. C. Poppinga, Leer, gelaufen 1906

„In Folge Anschlusses der Bahn von Neu-Schanz sind hier nicht unerhebliche Umbauten erforderlich. Die Expropriation der n├Âthigen Grundst├╝cke ist eingeleitet und der Bau eines neuen G├╝terschuppens in Angriff genommen.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)
„Die f├╝r den Anschlu├č der Bahn Ihrhove-Neuschanz erforderlich gewordenen Arbeiten sind im Wesentlichen beendet. Das neue Stationsgeb├Ąude ist soweit fertig gestellt, da├č der Betrieb in dasselbe verlegt werden konnte, und der Bau des neuen G├╝terschuppens sowie der Nebengeb├Ąude ausgef├╝hrt. Das vorhandene alte Stationsgeb├Ąude soll zu zwei Weichensteller-Wohnungen eingerichtet werden, wozu die erforderlichen Arbeiten in Angriff genommen sind. Au├čerdem bleibt noch die Beschaffung einer eisernen Weichenstellerbude zu erw├Ąhnen.
Die Er├Âffnung der Bahnstrecke Ihrhove-Neuschanz hat am 25. November 1876 stattgefunden.
Auf dem Bahnhofe Ihrhove wurde der elektrische Telegraph in dem Dienstlokale des neuen Stationsgeb├Ąudes eingerichtet.“
(aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Das neue Stationsgeb├Ąude und Nebengeb├Ąude sind vollst├Ąndig fertig gestellt, ebenso der Umbau des alten Empfangsgeb├Ąudes f├╝r 2 Weichenstellerwohnungen. Im Weiteren sind Stallungen und 2 Cisternen hergestellt. An Stelle der nach Leer abgegebenen eisernen Weichenstellerbude ist eine solche aus Fachwerk errichtet. Auch wurde eine Perronuhr beschafft.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Ihrhove 1913
Ansichtskarte: Verlag Carl M├╝ller, Leer, 1913

Am 11. Juli 1924 ist das Geb├Ąude fast vollst├Ąndig abgebrannt, die Ruine wurde kurz darauf abgebrochen. Die „Rhein- und Ruhrzeitung“ berichtete am 15. Juli 1924: „Gro├čfeuer – In der Nacht zum Sonnabend ist das Bahnhofsgeb├Ąude Jhrhove (Kreis Leer) fast vollst├Ąndig niedergebrannt. Die Feuerwehr Jhrhove war ziemlich schnell zur Stelle, doch konnte sie nicht mehr viel ausrichten, da die oberen R├Ąume zum gr├Â├čten Teil Holzverschalung aufwiesen und sich das Feuer dadurch rasch verbreiten konnte. Das mittlere Geb├Ąude mit der Wohnung des Bahnhofswirts, die Wartes├Ąle und das hintere Geb├Ąude mit der Wohnung des Eisenbahnassistenten sind vollst├Ąndig niedergebrannt. Nur die Dienstwohnung des Stationsverstehers und die Dienstr├Ąume sind erhalten geblieben. Alles Inventar ist bis auf Kleinigkeiten mit verbrannt. Telegraphen- und Telephonleitung sind ebenfalls zerst├Ârt, doch kann der Eisenbahnbetrieb aufrecht erhalten werden. Unehrliche Elemente machten sich den Ungl├╝cksfall sofort zunutze und entwendeten 25 Liter Schnaps aus der Bahnhofswirtschaft, doch konnte er ihnen wieder abgenommen werden.

Ihrhove
Ausschnitt aus einer Negativplatte, Verlag CeKaDe, Dortmund, datiert 20.10.1958

Der Inselbahnsteig blieb nach dem Brand in seiner Funktion erhalten. Das neue Empfangsgeb├Ąude (rechts, heute noch vorhanden) wurde 1925/26 dann aber wieder ├Âstlich der Strecke errichtet, so dass die Reisenden die Gleise ├╝berqueren mussten. Links daneben (Bildmitte) steht noch der alte Hann├Âversche Bahnhof, der nach dem Bau des zweiten Empfangsgeb├Ąudes vermietet worden war und daher nach dessen Zerst├Ârung nicht zur Verf├╝gung stand. Er wurde schlie├člich um 1970 abgebrochen.
Das Haus gleich dahinter beherbergte eine Gastst├Ątte und diente als Haltepunkt der Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn. Es ist damit gleichsam Nummer 4 in der Reihe der Ihrhover Bahnhofsgeb├Ąude.


STEENFELDE (km 312,4)

Steenfelde
Ansichtskarte: Verlag Carl M├╝ller, Leer, gelaufen 1917

Wie bei vielen kleinen Ortschaften hielt man beim Bau der Bahn einen Halt in Steenfelde f├╝r entbehrlich. So wurde die Haltestelle hier erst im Jahr 1911 eingerichtet und laut Amtsblatt der K├Âniglichen Eisenbahn-Direktion M├╝nster am 1. Juni dem Betrieb ├╝bergeben.

unten: Die Haltestelle Steenfelde und der Bahn├╝bergang mit versammelter Mannschaft irgendwann vor dem Ersten Weltkrieg.

Laut einer Aufstellung der Reichsbahndirektion vom 1. April 1928 war Steenfelde zu diesem Zeitpunkt ohne G├╝terverkehr.

ehem. Haltestelle Steenfelde
Foto: Thomas Feldmann, Emden, 18.04.2007

Der Bahnweg am 18. April 2007. Einen Bahn├╝bergang gibt es hier noch, das kleine Haltestellengeb├Ąude wurde dagegen im August 1987 abgebrochen.


Block Steenfelde (km 311,2)

Block km 311,2 bei Steenfelde
Foto: Thomas Feldmann, Emden, 16.04.2007

Dieses ehemalige Blockstellengeb├Ąude befindet sich rund einen Kilometer s├╝dlich der fr├╝heren Haltestelle. Die Blockstelle d├╝rfte im Jahr 1986 aufgehoben worden sein, denn es gibt eine entsprechende ├änderung im Gleisplan von Papenburg, die auf den 20.05.1986 datiert ist.
Bei Steenfelde bestand schon ab dem 15. Mai 1901, damals allerdings bei km 310,1.


PAPENBURG (EMS) (km 306,1)

Papenburg 1852
Der Bahnhof in Papenburg (Nieders├Ąchsisches Landesarchiv Osnabr├╝ck, K 52, Nr. 8 H)
Papenburg 1903
Ansichtskarte: Verlag Heinr. Rodberg, Papenburg, gelaufen 1903

Der Papenburger Bahnhof wurde ├Ąhnlich gestaltet wie die in Emden und Leer: Empfangsgeb├Ąude in Seitenlage (am Ende der Bahnsteige) und ein neben den Gleisanlagen liegendes Hafenbecken. Eine „zollfreie Niederlage“ war hier allerdings entbehrlich. Auf der Lithografie ist rechts der Geb├Ąude auch die erste Kanalbr├╝cke zu erkennen.

Papenburg 1870
Lithografie von Friedrich Gottlob M├╝ller (1816-1908), um 1870

„Ferner wurden auf der Station Papenburg die vorhandenen Geleise um 54┬░ vermehrt, zur Erleichterung des Verkehrs an der Quaimauer eine 21,5′ im Durchmesser gro├če Drehscheibe eingelegt, sowie die Quaimauer selbst um 141,5 laufende Fu├č verl├Ąngert.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)
„Auf dem Bahnhof Papenburg wurde das zweite Hauptgeleis um 16 Ruthen, und die Nebengeleise um 42 Ruthen verl├Ąngert. Das Bohlwerk am Hafenbassin erhielt eine Verl├Ąngerung von 141 Fu├č, so da├č die ganze L├Ąnge desselben nunmehr 328 Fu├č betr├Ągt, das hinterliegende Terrain wurde bis zur H├Âhes des Bahnhofsplanums verf├╝llt und daselbst ein provisorischer G├╝terschuppen f├╝r den Seeverkehr erbaut. Seitens der Stadt Papenburg wurde von Bahnhofe ab ein neues Privatgeleis von 74 Ruthen L├Ąnge nach den von derselben an der Ostseite der Bahn angelegten Verkehrspl├Ątzen hergestellt, aus welchem sich wiederum ein Nebengeleis von 60 Ruthen L├Ąnge nach den angrenzenden Privat-Lagerpl├Ątzen abzweigt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1869)
„Die im Vorjahre begonnene Herstellung eines Bohlwerks an der Ostseite des Hafen-Bassins ist fertig gestellt und auch die Ansch├╝ttung des Terrains an demselben nahezu vollendet. Die Entw├Ąsserungs-Can├Ąle sind um 128 lfd. Meter verl├Ąngert und die Pflasterung des Zufuhrweges nach dem G├╝terschuppen und den Ladegeleisen erweitert. Am s├╝dende des Bahnhofes ist eine ganze englische Weiche eingelegt und sind entsprechende Geleisver├Ąnderungen vorgenommen. Die zur Erdgewinnung behufs Erweiterung des Bahnhofes eingeleitete Expropriation von Land in der Feldmark V├Âllen ist noch nicht zu Ende gef├╝hrt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)

Papenburg 1910
Ansichtskarte: Verlag Heinr. Rodberg, Papenburg, um 1910

„Von den f├╝r Erweiterung dieses Bahnhofes projectirten Bauten sind der polygonale Locomotivschuppen f├╝r 6 St├Ąnde, die Wasserstation und eine Drehscheibe mit den zugeh├Ârigen Gleisen zur Vollendung gekommen. auch der Kohlenschuppen nahezu fertig gestellt und eine Feuergrube vor demselben erbaut. N├Ârdlich vom Empfangsgeb├Ąude ist ein zweiter freistehender Wasserkrahn aufgestellt. Auf dem s├╝dlichen Theile des Bahnhofes, woselbst Grunderwerbungen nicht erforderlich waren, sind die Gleisanlagen ausgef├╝hrt. Auf dem n├Ârdlichen Theile des Bahnhofes dagegen konnte weder mit den Erdarbeiten zur Verlegung der Chaussee nach Halte, noch mit irgend welchen Gleisarbeiten begonnen werde, da das erforderliche Terrain immer noch nicht erworben werden konnte.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Neben den bereits fr├╝her aufgef├╝hrten Anlagen sind von den projectirten Erweiterungsbauten die Geleisanlagen, soweit dieselben bewilligt, das Maschinenhaus, die Wasserstation, der Kohlenschuppen und ferne ein Wohnhaus f├╝r 2 Beamte fertig gestellt. Au├čerdem wurden 2 Dampfkr├Ąhne beschafft und die n├Ârdliche Br├╝ckenwaage verlegt, auch eine eiserne Wachtstube f├╝r den Weichensteller Nro. 5 aufgestellt. Die Verlegung der Papenburg-Halter Landstra├če, welche in Folge Erweiterung des Bahnhofes nothwendig geworden, ist bis auf Pflasterarbeiten bewirkt. S├Ąmmtliche Durchl├Ąsse sind hergestellt. Im Stationsgeb├Ąude wurden die Dienstr├Ąume ge├Ąndert und hierdurch ein dringend erforderliches Damenzimmer gewonnen. In der N├Ąhe der beiden freistehenden Wasserkr├Ąhne sind 2 Feuergruben ausgef├╝hrt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Papenburg 1947
Ansichtskarte: Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, 1947

Die freien Giebel haben sich auf Dauer fast nirgendwo erhalten, da der Anschluss der Dachfl├Ąchen oft nicht richtig dicht zu halten war. Auch in Papenburg wurde das attraktive ├äu├čere des Empfangsgeb├Ąudes zugunsten von Dach├╝berst├Ąnden aufgegeben.

Papenburg 1960
Ein ├ťberblick ├╝ber die Bahnhofsanlagen mit Empfangsgeb├Ąude, G├╝terschuppen und Hafenbecken. Oben rechts ist die Schiffswerft Meyer zu sehen, die sich bis in die 1980er Jahre noch am Hauptkanal befand.
Negativplatte: Cramers Kunstanstalt, Dortmund, um 1960 (Ausschnitt)

Kanalbr├╝cke Papenburg

Drehbr├╝cke Papenburg
aus: Zeitschrift des Architecten- und Ingenieur-Vereins f├╝r das K├Ânigreich Hannover, 1856

Gleich an der s├╝dwestlichen Bahnhofseinfahrt musste der Hauptkanal ├╝berquert werden, der – von der Ems weit ins Moor gegraben – die Keimzelle Papenburgs bildete. Da der Schiffsvekehr auf den Kan├Ąlen und Wieken der Fehnkolonie damals noch gro├če wirtschaftliche Bedeutung hatte, war nat├╝rlich eine bewegliche Br├╝cke notwendig. Die Wahl fiel auf eine ungleichschenklige Drehbr├╝cke. Heute befindet sich hier eine markante doppelte Klappbr├╝cke mit einem zwischen den Gleisen angeordeneten Stellwerk, nachdem 1952 zun├Ąchst nur eine Br├╝cke gebaut worden war.

Klappbr├╝cke Papenburg
Foto: Thomas Feldmann, 03.10.2018

ASCHENDORF (km 300,8)

Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr, gelaufen 1903

Aschendorf musste sich mit einem etwas einfacheren Empfangsgeb├Ąude begn├╝gen, wie es ├Ąhnlich auch f├╝r andere mittlere Landstationen wie z. B. Neermoor oder Haren errichtet wurde.

Die Eingangsweichen sind den neuen Bestimmungen entsprechend umgebaut.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
Aschendorf 1900
Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr, gelaufen 1904

D├ľRPEN (km 291,5)

Kluse-D├Ârpen 1889
Eisenbahn-Verkehrs-Anzeiger f├╝r Rheinland und Westfalen, Heft 21/1889 (30.10.1889)

Bei D├Ârpen bestand zun├Ąchst nur ein Haltepunkt am Posten 222 (bei km 290,2), der irgendwann nach 1884 eingerichtet worden war und zum 1. November 1889 den Namen D├Ârpen erhielt. Das Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster vermeldete 1901, dass zum 15. Dezember der Haltepunkt D├Ârpen in eine Haltestelle umgewandelt und diese gleichzeitig f├╝r den G├╝terverkehr ge├Âffnet w├╝rde. Kurze Zeit sp├Ąter wurde im Amtsblatt darauf hingewiesen, dass ab demselben Tag „wegen Verlegung des Abfertigungsgeb├Ąudes in D├Ârpen“ die Z├╝ge in Richtung Emden eine Minute sp├Ąter, die in Richtung M├╝nster eine Minute fr├╝her in D├Ârpen abfahren. Daraus darf man wohl schlie├čen, dass damals die Station von ihrem Platz beim Posten 222 an die heutige Bahnhofstra├če verlegt worden ist.
Heute befindet sich die Haltestelle D├Ârpen (nach Schlie├čung des Bahnhofes) wieder an ihrem urspr├╝nglichen Platz an der Neud├Ârpener Stra├če.


KLUSE-D├ľRPEN (km 287,1)
ab 01.11.1889: KLUSE

Kluse 1919
Ein beliebtes Motiv der Zeit: Die versammelte Mannschaft vor „ihrem“ Bahnhof, Zaung├Ąste inklusive.
Ansichtskarte: Verlag Rolf & Co., Hannover, 1919 (Ausschnitt)

„Der Bau des definitiven Stationsgeb├Ąudes f├╝r die Halte-Stelle Cluse-D├Ârpen ist in Angriff genommen und zu diesem Zweck die Laderampe verlegt worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1869)
„Die s├╝dliche Eingangsweiche und die Geleise daselbst sind den neueren Bestimmungen gem├Ą├č umgebaut.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)
„Hier wurde der G├╝terschuppen am Stationsgeb├Ąude verl├Ąngert, wodurch ein besonderes Expeditionslocal und ein Depot f├╝r Materialien eingerichtet werden konnte.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Kluse 1975
Foto: Manfred Bitzer, Mai 1975

Irgendwann im Mai 1975: Um 17:40 Uhr durcheilt 012 081-5 mit ihrem Zug den Bahnhof Kluse in Richtung Emden.


LATHEN (km 279,0)

Lathen 1900
Ansichtskarte: Verlag F. H├╝sig, Lingen, ohne Jahr

Lathen verf├╝gte neben dem ab 1856 betriebenen Staatsbahnhof ab 1898 noch ├╝ber eine zweite Bahnstation. In diesem Jahr wurde die H├╝mmlinger Kreisbahn er├Âffnet, deren Endstation auf dieser Ansichtskarte ebenfalls abgebildet ist.

Die Eingangsweichen sind den neuen Bestimmungen entsprechend umgebaut.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)

Lathen 1973
043 652-7 mit einem Erzzug auf dem Weg nach Rheine. Foto: Manfred Bitzer, Juli 1973

KELLERBERG (km 270,4)
ab 01.05.1903: HAREN (EMS)

Rund vier Kilometer von Haren entfernt, noch jenseits von Emmeln, wurde an der Hannoverschen Westbahn eine Haltestelle angelegt, die nach den nahen Geh├Âften den Namen Kellerberg erhielt. Erst 1903 wurde die Station dann in Haren umbenannt.
„Auf den Stationen Kellerberg und Salzbergen wurden die Nebengeleise behufs Kreuzung l├Ąngerer G├╝terz├╝ge um 24,8┬░ resp. 37,25┬░ verl├Ąngert.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)
Die Eingangsweichen sind den neuen Bestimmungen entsprechend umgebaut.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)

Haren
Ansichtskarte: Verlag F. H├╝sig, Lingen, ohne Jahr

HEMSEN (EMS) (km 265,0)

Hemsen bekam zum 1. Mai 1905 einen Haltepunkt f├╝r den Personen- und den beschr├Ąnkten Gep├Ąckverkehr (Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster 20/1905). Laut einer Aufstellung der Reichsbahndirektion vom 1. April 1928 war Hemsen zu diesem Zeitpunkt ohne G├╝terverkehr.


MEPPEN (km 260,1)

Meppen 1911
Ansichtskarte: Verlag W. D├Âbbeler, Meppen, 1911

„Die Eingangsweichen sind den neuen Bestimmungen entsprechend umgebaut.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Vom Bahnhof Meppen aus hat die Firma Friedr. Krupp zu Essen ein Anschlu├čgleis nach dem in der N├Ąhe der Stadt Meppen belegenen Schie├čplatze angelegt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)


Hasebr├╝cke bei Meppen

Hasebr├╝cke Meppen 1973
Foto: Manfred Bitzer, Juli 1973

Etwa einen Kilometer s├╝dlich des Meppener Bahnhofes, auf den hier eine Lok der Baureihe 012 zustrebt, ├╝berquert die Strecke den Fluss Hase.

„Die Haase-Br├╝cke bei Meppen hat 2 Oeffnungen ├á 45′ und 2 ├á 56′ hannov. Lichtweite. Der Unterbau ist massiv f├╝r zwei Geleise, der eiserne Oberbau – Blechtr├Ąger – nur f├╝r ein Geleis hergestellt; die Tragw├Ąnde sind 4′ 9″ hannov. hoch und 11′ 9″ hannov. von einander entfernt, ihre Unterkante liegt 4′ 6″ hannov. ├╝ber Hochwasser.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)

GEESTE (km 249,0)

Die Ostfriesische Zeitung meldet in ihrer Ausgabe vom 26.05.1899: „Lingen, 25. Mai. Zwischen hier und Meppen ist an der Eisenbahnstrecke Rheine-Emden der Haltepunkt Geeste f├╝r den Personen- und beschr├Ąnkten Gep├Ąckverkehr er├Âffnet worden.“


LINGEN (km 239,8)

Lingen 1919
Ansichtskarte: Verlag R. van Acken, Lingen, gelaufen 1919
„Auf der Station Lingen ist der schon seit l├Ąngerer Zeit zur Aufbewahrung von Torf dienende Wagenschuppen nebst zugeh├Âriger Schiebeb├╝hne abgebrochen, um dadurch einen gr├Â├čeren Ladeplatz zu gewinnen. Auch ist auf dieser Station ein transportabler Lastkrahn zum Heben von Lasten bis zu 70 Centner angeschafft, und das in dem dortigen Empfangsgeb├Ąude befindliche bisherige Telegraphen-Bureau zu einer Dienstwohnung f├╝r den Stations-Einnehmer ausgebaut worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)
Lingen
Ansichtsarte, Verlag L. Nottbeck, Lingen, ohne Jahr

„Auf Bahnhof Lingen wurde der G├╝terschuppen um 70 Fu├č verl├Ąngert und ist f├╝r diese Station ein transportabler Lastkrahn von 70 Ctr. Tragkraft beschafft worden.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1869)
„Die Erweiterung der Locomotiv-Reparatur-Werkst├Ątte ist fertig gestellt, auch sind 2 kurze Reserve-Geleise angelegt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)
„F├╝r die Werkst├Ątte ist eine Centesimalwaage und ein Magazin-Geb├Ąude errichtet und auf den alten Locomotivschuppen zur besseren Ableitung des Dampfes etc. 3 Dachreiter aufgestellt. Die Nebengleise sind vermehrt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)
„Die hydraulische Presse am Werkst├Ąttengeb├Ąude ist mit einer Ueberdachung versehen.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Lingen 2009
Lingen, 13.12.2009. Foto: Stefan Kunzmann, BahnhofLingenEG, CC BY-SA 4.0
82 008 in Lingen
82 008 als Denkmallok in Lingen. Foto: Thomas Feldmann, 03.08.1990

1974 wurde die Lok 082 008-4 als Denkmal am Lingener Bahnhof aufgestellt (beschriftet als 82 008). Im Jahre 2003 wurde die letzte erhaltene Lok dieser Baureihe von ihrem kurzen Gleis geholt und befindet sich nun im DB Museums Koblenz.

Lingen, Hafen
Ansichtskarte: Verlag L. Nottbeck, Lingen

Etwas s├╝dlich des Bahnhofes zweigte ein Gleis Richtung Westen ab, mit dem der Lingener Hafen angeschlossen wurde. Seit dem 1. November 1882 konnte hier Wagenladungsverkehr abgewickelt werden.


Emsbr├╝cke bei Hanekenf├Ąhr

Hanekenf├Ąhr 1900
Ansichtskarte: Verlag L. Nottbeck, Lingen, gelaufen 1901

Bei Hanekenf├Ąhr etwas s├╝dlich Lingens ├╝berquert die Westbahn die Ems. Hier entstand eine der gr├Â├čeren Br├╝cken der Strecke, zweigleisig und mit „5 Oeffnungen von 320′ lichter Weite“ (lt. Metger, also rund 93 m), wenn auch der Bau im Vergleich mit der mehr als doppelt so langen Ledabr├╝cke bei Leer als eher einfach beschrieben wird.

„Dieselbe ├╝berschreitet die Ems bei Hauckenf├Ąhr [sic!] mit 2 Oeffnungen ├á 55′, und 3 ├á 70′ hannov. Lichtweite. Der Unterbau ist massiv f├╝r 2 Geleise, der eiserne Oberbau – Blechtr├Ąger – nur f├╝r ein Geleis hergestellt. Die Unterkante der Tragw├Ąnde liegt 5 Fu├č hannov. ├╝ber Hochwasser, die Tragw├Ąnde sind 5 Fu├č 10 Zoll hannov. hoch und 10 Fu├č 9 Zoll hannov. von einander entfernt.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)

Hanekenf├Ąhr 1913

Das hann├Âversche Bauwerk aus geraden Blechwandtr├Ągern wurde von der preu├čischen Eisenbahndirektion M├╝nster durch einen Neubau mit parallelen B├Âgen ersetzt. Am 4. Dezember 1913 brach ein Bauger├╝st ein und der ├ťberbau des zweiten Gleises st├╝rzte in die Ems. Im April 1945 wurden Eisenbahn- und Stra├čenbr├╝cke durch die Deutsche Wehrmacht gesprengt.

Emsbr├╝cke Hanekenf├Ąhr
Ansichtskarte: Verlag L. Nottbeck, Lingen, um 1960

Die bereits kurz darauf von der britischen Armee errichtete Behelfsbr├╝cke wurde 1947 durch eine stabilere Konstruktion f├╝r zun├Ąchst ein Gleis ersetzt, zwei Jahre sp├Ąter wurde auch eine neue Stra├čenbr├╝cke fertig. Anfang der 1950 Jahre standen hier schon wieder beide Eisenbahn-Bogenbr├╝cken, es gab aber trozdem weiterhin nur eingleisigen Betrieb und eine der Balkenbr├╝cken in der Zufahrt fehlte noch. Erst im April 1976 wurde hier auch das zweite Gleis wieder in Betrieb genommen.

Hanekenf├Ąhr 2023
Foto: Thomas Feldmann, 22.04.2023

ELBERGEN (km 232,0)

Bei Elbergen bestand bei der gleichnamigen Blockstelle ein Haltepunkt. Zum 1. Februar 1901 wurde daraus eine Kreuzungsstation (Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster), deren Umfang allerdings nicht n├Ąher beschrieben wurde.

Amtsblatt Nr. 361, 1907
Am Freitag, den 14. Juni 1907 wurde zwischen Elbergen und Salzbergen das 2. Streckengleis in Betrieb genommen. Dadurch ├Ąnderte sich nat├╝rlich auch die Fahrordnung der betroffenen Bahnh├Âfe. (Amtsblatt der Kgl. Eisenbahn-Direction M├╝nster, Juni 1907)
Laut einer Aufstellung der Reichsbahndirektion vom 1. April 1928 war Elbergen ohne G├╝terverkehr.

LESCHEDE (km 225,6)

Leschede
Ansichtskarte: Verlag Wilhelm Draschner, Leschede, ohne Jahr

„Der Bau des definitiven Stationsgeb├Ąudes, sowie auch des Nebengeb├Ąudes und des Perrons ist vollendet und das vorhandene provisorische Stationsgeb├Ąude zu einer Wohnung f├╝r 2 Weichensteller eingerichtet“. (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1875)

Amtsblatt Nr. 361, 1907
Am Freitag, den 14. Juni 1907 wurde zwischen Elbergen und Salzbergen das 2. Streckengleis in Betrieb genommen. Dadurch ├Ąnderte sich nat├╝rlich auch die Fahrordnung der betroffenen Bahnh├Âfe. (Amtsblatt der Kgl. Eisenbahn-Direction M├╝nster, Juni 1907)
Leschede 2023
Foto: Thomas Feldmann, 22.04.2023

SALZBERGEN (km 216,7)

Salzbergen 1905
Ansichtskarte: Verlag F. H├╝sig, Lingen, gelaufen 1905

„Auf den Stationen Kellerberg und Salzbergen wurden die Nebengeleise behufs Kreuzung l├Ąngerer G├╝terz├╝ge um 24,8┬░ resp. 37,25┬░ verl├Ąngert.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1868)
„F├╝r diesen Bahnhof ist eine Erweiterung der Geleisanlagen in Angriff genommen.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1877/78)

Salzbergen 1954
Ansichtskarte: Verlag Reckers, Salzbergen i. Hann, 1954
043 196-5 in Salzbergen
043 196-5 als Denkmallok in Salzbergen. Foto: Thomas Feldmann, 15.08.1990

Im August 1978 wurde die Lok 043 196-5 von der Gemeinde Salzbergen gekauft und als Denkmal am Bahnhof aufgestellt. 1990 befand sie sich in keinem guten Zustand mehr und so wurde die Lok 1992 ├Ąu├čerlich komplett restauriert und zus├Ątzlich mit einem Schutzdach versehen.


RHEINE (km 208,9 / 179,9)

Rheine 1906
Ansichtskarte: Verlag H. Siebenhar, C├Âln & Rheine, gelaufen 1906

Der erste (hann├Âversche) Bahnhof in Rheine wurde am 30. Juni 1856 nach rund drei Jahren Bauzeit er├Âffnet, hier in der rechten Bildh├Ąlfte zu sehen. 1884 wurden die bis dahin getrennten hann├Âverschen und westf├Ąlischen Bahnh├Âfe zusammengefasst und es entstand ein neues gemeinsames Stationsgeb├Ąude, das d├╝rfte der gestreifte Bau links sein. Nach dem Bau des (dritten) Empfangsgeb├Ąudes von 1927 blieb das erste zwar noch erhalten, es wurde aber 1976 abgebrochen, um einem neuen Betriebsgeb├Ąude Platz zu machen.
„Bei der Wasserstation an der Ems ist ein Stallgeb├Ąude errichtet.“ (aus dem Jahres-Bericht ├╝ber die Betriebs-Verwaltung der Westf├Ąlischen Eisenbahn pro 1876)

Rheine 1943
Ansichtskarte: Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, 1943

1927 wurde der Bahnhof stark umgebaut und erhielt dabei auch eine neues, modernes Empfangsgeb├Ąude. Einer der markanten Eckt├╝rme des ersten Bahnhofes von 1856 ist hier am linken Bildrand noch zu sehen.


RODDE (km 173,0)

Rodde 1950
Ansichtskarte: Verlag Willy K├╝sters, Rheine, um 1950

Laut einer Aufstellung der Reichsbahndirektion vom 1. April 1928 war Rodde zu diesem Zeitpunkt ohne G├╝terverkehr.


H├ľRSTEL (km 168,2)

Alle Nebengleise des Bahnhofes wurden Ende 1992/Anfang 1993 abgebaut. Zum 5. April 1995 wurde H├Âstel zur Blockstelle herabgestuft, am 22. und 24. des Monats dann┬á auch die restlichen Weichen entfernt.


ESCH (WESTF) (km 163,6)
heute: IBBENB├ťREN-ESCH

Am 1. April 1908 wurde Esch (ein Bahnhof IV. Klasse, auf dem bislang nur Personen- und Wagenladungsverkehr m├Âglich waren) auch f├╝r den St├╝ckgut- und den unbeschr├Ąnkten Gep├Ąckverkehr ge├Âffnet. Im Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster wurde aber darauf hingewiesen, dass hier keine Rampe vorhanden war.

Amtsblatt_1920-09-10
Amtsblatt der ED M├╝nster (Westf) Nr. 52, 10.09.1920

IBBENB├ťREN (km 158,6)


LAGGENBECK (km 154,1)
heute: IBBENB├ťREN-LAGGENBECK

Am 8. Dezember 1980 wurde der Bahnhof Laggenbeck in eine „betrieblich unbesetzte Haltestelle (Ausweichanschlussstelle)“ umgewandelt. (Schreiben 35 B 36 Bebsh 201 vom 17.12.1980)


VELPE (WESTF) (km 148,1)

Anfang des Jahres 1992 verlor die Station ihr Warteh├Ąuschen.


LOTTE (km 142,9)

Lotte
Ansichtskarte: Verlag M. Wilk, Osnabr├╝ck, ohne Jahr

Alle Nebengleise des Bahnhofes wurden Ende 1992/Anfang 1993 abgebaut.


EVERSBURG (km 137,4)
ab 10.02.1896: EVERSBURG b. OSNABR├ťCK
heute OSNABR├ťCK-EVERSBURG

In Eversburg m├╝ndet seit 1876 die Eisenbahnstrecke von Oldenburg in die Strecke Rheine – Hannover. Zum 10. Februar 1896 wurde der bahnamtliche Name in „Eversburg b. Osnabr├╝ck“ ge├Ąndert. Einer entsprechenden Meldung im Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster zufolge ist es wohl ├Âfter zu Verwechslungen mit dem Bahnhof Eversberg der K.E.D. Cassel gekommen. Ab dem 20. M├Ąrz 1903, 9 Uhr vormittags wurde die Strecke zwischen Osnabr├╝ck Hbf und Eversburg zweigleisig betrieben (Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster).
Seit den 1980er Jahren wird Eversburg auf der Strecke nach Rheine nicht mehr vom Personenverkehr bedient, seit 1991 Jahre halten hier auch die Z├╝ge von und nach Oldenburg bzw. Bremen nicht mehr.


OSNABR├ťCK-HASETOR (km 133,8)
seit 13.12.2009: OSNABR├ťCK ALTSTADT

Nach dem Bau des recht weit von der Innenstadt entfernten neuen Hauptbahnhofes wurde nahe dem Hasetor auf Bestreben der Osnabr├╝cker Kaufmannschaft (die auch f├╝r die Baukosten aufkam) ein Haltepunkt eingerichtet, der am 15. Juni 1896 f├╝r den Personen- und den Gep├Ąckverkehr er├Âffnet werden konnte. Zun├Ąchst hielten hier sechs Personenz├╝ge.
Im Juli 1903 gab die K.E.D. M├╝nster bekannt, „die Zusatzbezeichnung Hasethor des Personenhaltepunktes Osnabr├╝ck Hasethor ist der neuen Rechtschreibung entsprechend in Hasetor ge├Ąndert worden.“ Laut einer Aufstellung der Reichsbahndirektion vom 1. April 1928 war Hasetor zu diesem Zeitpunkt ohne G├╝terverkehr.


OSNABR├ťCK (km 132,4)
seit 15.06.1896: OSNABR├ťCK HBF

Osnabr├╝ck 1902
Ansichtskarte: Verlag Reinicke & Rubin, Magdeburg, 1902
Osnabr├╝ck 1898
Ansichtskarte: Verlag F. W. J., gelaufen 1898

Der Osnabr├╝cker Bahnhof der Hannoverschen Westbahn entstand an der heutigen Wittekindstra├če. Seit dem Bau der Hamburg-Venloer-Eisenbahn in den 1870er Jahren gab es neben dem Hannoverschen auch noch den Bremer Bahnhof. Um das sehr umst├Ąndliche Umsteigen zwischen den beiden mehrere hundert Meter voneinander entfernten┬á Bahnh├Âfen zu vereinfachen, entstand am Kreuzungspunkt der ohnehin in verschiedenen H├Âhen verlaufenden Strecken ein Turmbahnhof mit einem gro├čen und repr├Ąsentativen Empfangs- und Verwaltungsgeb├Ąude. Zum 24. April 1895 wurde der Personenverkehr hierher verlegt, die beiden ├Ąlteren Bahnhof in der Folge geschlossen. Der Hannoversche Bahnhof diente fortan als Verwaltungsgeb├Ąude, w├Ąhrend der Bremer Bahnhof kurze Zeit sp├Ąter abgebrochen wurde.
Ab dem 25. Februar 1907 wird der Streckenabschnitt Osnabr├╝ck Hbf – L├╝stringenn zweigleisig betrieben.

Osnabr├╝ck 1945
Ab Juni 1940 war Osnabr├╝ck insgesamt 79 mal das Ziel von allierten Bombenangriffen. Trotz der teilweise erheblichen Zerst├Ârungen in Stadt und Umgebung blieb das Bahnhofsgeb├Ąude schwer besch├Ądigt erhalten. Foto: United States Army Air Forces, wohl Mai 1945 (Ausschnitt)

L├ťSTRINGEN (km 128,6)

Die Station L├╝stringen entstand bereits beim Bau der Eisenbahnstrecke, noch 1902 handelte es sich aber nur um eine Haltestelle. Ab dem 25. Februar 1907 wird der Abschnitt L├╝stringen – Wissingen zweigleisig betrieben.
Als Halt des Personenverkehrs wurde L├╝stringen 1981 aufgegeben.

L├╝stringen 1952
Ansichtskarte: Verlag H. Kamlage, Osbnabr├╝ck, gelaufen 1952

WISSINGEN (km 122,3)

Ab dem 25. Februar 1907 wird der Abschnitt Wissingen – Westerhausen zweigleisig betrieben. Das Bahnhofsgeb├Ąude wurde irgendwann vor 1995 abgebrochen, denn im diesem Jahr wurde auf der Fl├Ąche ein P+R-Parkplatz er├Âffnet.


WESTERHAUSEN (km 116,8)

Im Februar 1992 werden das Empfangs- und alle Nebengeb├Ąude des Bahnhofs abgebrochen, daf├╝r bekam Westerhausen im Fr├╝hjahr 1995 ein neues Warteh├Ąuschen.


MELLE (km 111,3)

Melle 1906
Ansichtskarte: Verlag J. F. Selige, Melle, gelaufen 1906

BRUCHM├ťHLEN (km 104,0)


AHLE (km 98,9)

Der Haltepunkt Ahle wurde am 15. Oktober 1901 er├Âffnet, neben dem Personenverkehr war hier auch ein beschr├Ąnkter Gep├Ąckverkehr m├Âglich. Laut Amtsblatt der K.E.D. M├╝nster befand sich der Haltepunkt s├╝dlich der Strecke und war von Bruchm├╝hlen 5,13 km, von B├╝nde 3,69 km entfernt. Ab dem 24. Mai 1903 diente Ahle auch als Blockstation mit dem Rufzeichen Al und bekam zu diesem Zweck in jede Fahrtrichtung je ein Block- und ein Vorsignal.


B├ťNDE (km 95,2)

B├╝nde 1915
Ansichtskarte: Verlag Gebr. Rahning, B├╝nde, gelaufen 1915

Ein Blick vom Bahn├╝bergang Bahnhofstra├če nach Osten. Beachtenswert sind die ├ťberdachungen der Zug├Ąnge zum Bahnsteigtunnel und die preu├čischen Signale mit ihren hochliegenden Antrieben.

B├╝nde
Ansichtskarte: Verlag Hermann Lorch, Dortmund, ohne Jahr

Von manchen Bahnh├Âfen – vor allem von gr├Â├čeren – gab es auch Scherzkarten. Manchmal wie hier als einfache Mehrbildkarte gestaltet, manche waren aber auch aufwendiger mit einmontierten Ansichten hergestellt.

B├╝nde 1960
Ansichtskarte: Fotoflug-Gesellschaft mbH, Osnabr├╝ck, um 1960 (Ausschnitt)

KIRCHLENGERN (km 90,5)


L├ľHNE (km 85,3)

L├Âhne 1925
Ansichtskarte: Verlag Hermann Lorch, Dortmund, gelaufen 1925

In L├Âhne endet – streng genommen – die Hannoversche Westbahn. Den restlichen Teil der Reise nach Hannover legen die Z├╝ge auf den Gleisen der C├Âln-Mindener Eisenbahn zur├╝ck.
Das (je nach Quelle) etwa 1916/1917 fertiggestellte, gro├če Empfangsgeb├Ąude ist noch vorhanden, es befindet sich aber seit einigen Jahre in Privatbesitz und dient nicht mehr als Bahnhof.

L├Âhne 1940
Wehrmacht und Reichsbahn auf dem Mittelbahnsteig, wohl um 1940 aufgenommen. Fotograf unbekannt
L├Âhne 1956
Ansichtskarte: Verlag A. Victor Wehling, Bielefeld, 1956

Ein Teil des Gel├Ąndes am ├Âstlichen Ende des Gleisfeldes in einer Luftaufnahme. Von rechts oben kommt die L├╝bbecker Stra├če, nach links f├╝hrt die (heute Alte) B├╝nder Stra├če. Das Stellwerk existiert nicht mehr.


HANNOVER (km 0,0)

Hannover 1898
Ansichtskarte: Verlag R├Âmmler & Jonas, Dresden, gelaufen 1898

┬ę Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 16.09.2023 (erstellt 30.07.2006)