Emden – Emden-Außenhafen

Die Strecke verbindet den heutigen Emder Hauptbahnhof mit dem Fähranleger im Emder Außenhafen, zeitweise bestanden auch Anschlüsse an Auswandererschiffe des Norddeutschen Lloyd und der HAPAG. Die Strecke wird zwischen Emden West und Emden Süd in die Hauptbahn eingefädelt und ist in Richtung Emden West (heute Hbf) angebunden. Außerdem besaß Emden Süd keine Ausfahrt Richtung Emden West, so dass der Betrieb von durchgehenden Zügen Emden Süd – Emden West – Emden-Außenhafen (die gab es!) recht aufwendig war.
Seit Juni 2006 ist die Strecke elektrifiziert, was zu einer erheblichen Betriebsvereinfachung geführt hat. Heute fahren hier IC und RE der DB AG und Triebwagen der Westfalenbahn.

Die Stationen: Emden, Emden Außenhafen.

Anschluss besteht in Emden an die Hannoversche Westbahn und die Ostfriesische Küstenbahn.


Emden Hbf

Emden Hbf
Fotografie, 13.08.2005, Thomas Feldmann, Emden

Ausgangspunkt der Strecke zum Außenhafen ist der heutige Emder Hauptbahnhof.  Beim Bau der Verbindung zum Außenhafen befand sich hier aber lediglich eine Haltestelle „Larrelter Straße“, aus der später der Bahnhof Emden West und schließlich der Hauptbahnhof wurde.


km 0,4

Emden, Bü Nesserlander-/Hansastr.
Foto: Wilke Cammenga (†), mit freundlicher Genehmigung von Frau Anita Harms, Emden

Kurz nach dem Beginn der Strecke muss die Nesserlander Straße überquert werden. Das vordere Gleis führt nach links zum Außenhafen, über das hintere konnten unter anderem der Baustoffhandel Fritzen und der Kohlenhändler Lorbecki erreicht werden. Der Anschluss existiert nicht mehr (der Gleisverlauf lässt sich aber noch grob ausmachen), der Bahnübergang ist nur noch eingleisig.


km 0,6

Emden, Anschluss EVAG
Fotografie, 06.12.2003, Thomas Feldmann, Emden

Gleich nach dem Bahnübergang (im Hintergrund noch eben zu erahnen) zweigt bereits die erste Anschlussstelle zum Terminal II der EVAG ab.


km 2,0

Emden Außenhafen, Einfahrtsignal
Fotografie, 11.03.2006, Thomas Feldmann, Emden

Nach einer langen Geraden entlang der Nesserlander Straße erreicht die Bahn das Einfahrsignal A von Emden Außenhafen.


km 2,4

Emden-Außenhafen, Ausfahrsignal
Fotografie, 27.05.2006, Thomas Feldmann, Emden

Ein bisschen weiter und Blick in die Gegenrichtung:
Der Bahnhof Außenhafen liegt komplett außendeichs. Da die Strecke die Deichlinie kreuzen muss, ist an dieser Stelle mit einem Deichschart ein verschließbarer Durchlass geschaffen. (Das Einfahrsignal A steht aber „binnen“, der Drahtzug wird daher über den Deich geführt.) Bei höheren Wasserständen (z.B. Spring- oder Sturmfluten) werden die Tore geschlossen, um das Binnenland zu schützen, während die Bahnhofsanlagen schon mal überflutet werden.
Im Bild ist das alte Deichschart zu sehen. Die Holztore waren schließlich nur noch schwer dicht zu halten, ohnehin standen umfangreiche Arbeiten zur Deicherhöhung an, so dass hier eine komplett neue Anlage entstand.

Emden-Außenhafen, Ausfahrsignal
Fotografie, 27.12.2008, Thomas Feldmann, Emden

Zweieinhalb Jahre später sieht es hier schon ganz anders aus, denn im Zuge der Erhöhung wurde die Deichlinie etwas verlegt. Zunächst erhielt die Straße eine komplett neue Zuwegung (bislang lagen die Tore nebeneinander). Danach kam die Eisenbahn an die Reihe und erhielt eine neues, der Deichhöhe angepasstes Schart einige Meter weiter landeinwärts.
Beachtenswert ist auch die Weichenkonstruktion im Vordergrund.

Fotografie, 06.12.2013, Thomas Feldmann, Emden

An Nikolaus 2013 habe ich eine Sturmflut genutzt, um ein paar Aufnahmen des Tores zu machen (siehe auch unten). Die Stemmtore sind geschlossen und mit Kettenzügen gegen im Boden einbetonierte Ösen verspannt. Gegen Sickerwasser schützen dann die Aluminiumbohlen in den aufgestellten Führungen. Das Material dafür lagert „griffbereit“ in der Nähe.
Hier kann man auch (von rechts oben nach links unten) die Zugdrähte des Einfahrtsignals sehen, die ja nach wie vor über den Deich geführt werden müssen, um das Schließen der Tore nicht zu behindern.


Emden-Außenhafen

Emden-Außenhafen
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag Hermann Schmidt Marinebazar, Emden
Emden-Außenhafem
Ansichtskarte, gelaufen 1904, Verlag Zedler & Vogel, Darmstadt

Der Bahnhof von der See- und der Landseite. Das hölzerne Empfangsgebäude verlor irgendwann seinen Turm. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt und schließlich abgebrochen.

Emden-Außenhafen

Auch diese Ansicht des 1951 fertiggestellten Neubaus ist nicht mehr aktuell. Gleis 1 musste einer Verbreiterung des Bahnsteiges weichen, das Empfangsgebäude wurde stark verändert. Das Bahnsteigdach mit seinen gusseisernen Säulen ist allerdings erhalten geblieben.

 

Emden-Außenhafen 2013Am 6. Dezember 2013 war im Außenhafen wieder einmal „Land unter“. Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und vor allem das geschlossene Deichschart fotografieren (siehe oben), aber ein Blick über den Deich auf den Bahnhof musste natürlich auch sein.


Emden, Lloyd-Hallen
Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr

Die Lloyd-Hallen lagen etwas südlich des Bahnhofes. Als Auswandererhafen konnte sich Emden aber trotz der ab 1914 verstärkten Bemühungen des Norddeutschen Lloyd aber nicht etablieren – der Erste Weltkrieg beendete eine zunächst hoffnungsvolle Entwicklung, an die man nicht wieder anknüpfen konnte.


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
erstellt 28.08.2006 – letzte Änderung 20.07.2018