Bremen – Oldenburg – Wilhelmshaven

Die am 18. Juni 1867 von Bremen bis Oldenburg und am 3. September des Jahres von Oldenburg nach Wilhelmshaven in Betrieb gegangene Oldenburgische Jadebahn verbindet die Stadt Oldenburg mit dem neuen preußischen Kriegshafen bei Heppens, dem späteren Wilhelmshaven.

Die Stationen: Bremen, Bremen-Neustadt, Huchting, Heidkrug, Delmenhorst, Hoykenkamp, Schierbrok, Grüppenbühren (ab 1938: Bookholzberg), Hude, Wüsting, Neuenwege, Oldenburg, Oldenburg Ziegelhofstraße, Bürgerfeld, Ofenerdiek, Neusüdende, Rastede, Hahn, Jaderberg, Varel, Dangast, Ellenserdamm, Sande, Mariensiel, Bant (ab 1911: Rüstringen, ab 1937: Wilhelmshaven West), Heppens (ab 1869: Wilhelmshaven, ab 1937: Wilhelmshaven Hbf).

Anschlüsse bestehen


Zur Orientierung sind bei den Stationen die Streckenkilometer des Abschnittes Bremen – Oldenburg nach dem Buchfahrplan Heft 199 der Bundesbahndirektion Hannover, gültig vom 2. Juni 1985 an, angegeben. Die Angaben für den Abschnitt Oldenburg – Wilhelmshaven stammen aus dem Buchfahrplan Heft 5A der Bundesbahndirektion Münster, gültig vom 30. Mai 1965 an.


BREMEN (km 44,4)

Bremen Hbf
Ansichtskarte, gelaufen 1898, Verlag Stengel & Co., Dresden

Das heute noch vorhandene, große Empfangsgebäude bildet die östliche Endstation für die Züge auf der Jadebahn. Der Bahnhof gehörte der Preußischen Eisenbahn, die Strecke der Oldenburgischen Staatsbahn beginnt eigentlich erst bei Bremen-Neustadt.


Weserbrücke

Bremen, Weserbrücke
Ansichtskarte, Verlag Louis Koch, Bremen, gelaufen 1903

Kurz vor Bremen-Neustadt wird die Weser überquert. Im Hintergrund ist der Weserbahnhof zu erkennen. Beachtenswert sind auch die beiden hohen Formsignale auf der Brücke.


BREMEN-NEUSTADT (41,7)

Bremen-Neustadt
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag Alb. Rosenthal, Bremen

Auch das großzügig ausgeführte Bahnhofsgebäude von Bremen-Neustadt ist heute noch vorhanden.


HUCHTING (km 38,0)


HEIDKRUG (km 34,1)


DELMENHORST (km 30,7)

Delmenhorst
Ansichtskarte, Verlag H. Brandt, Delmenhorst, herausgegeben 1905

Diese Ansicht zeigt den Delmenhorster Bahnhof in seiner ursprünglichen Anlage, dem Empfangsgebäude gegenüber befindet sich noch die Betriebswerkstätte mit dem Lokschuppen.

Delmenhorst
Negativplatte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, datiert 1958 (Ausschnitt)

Das Bahnhofsgelände zwischen den Bahnübergängen Stedinger Straße (oben) und Mühlenstraße (unten) gut fünfzig Jahre später aus etwas anderer Perspektive

Delmenhorst
Fotografie, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, 1973

Von 1969 bis 1974 wurde die Bahnstrecke hochgelegt und die beiden Bahnübergänge auflösen zu können, so dass sich das Bild hier stark verändert hat. Das neue Empfangsgebäude wurde am 24. Mai 1974 feierlich eingeweiht.


HOYKENKAMP (km 27,8)

Mit der Aufrüstung des Deutschen Reiches entstand nordwestlich von Delmenhorst ein Flugzeugwerk von Henrich Focke und Gerd Achgelis, das hier unter anderem Hub- und Tragschrauber entwickelte und fertigte. Für die Beschäftigten der Focke & Achgelis GmbH entstand 1937 unmittelbar neben dem Betriebsgelände an der heutigen Fockestraße eine Haltestelle


SCHIERBROK (km  25,4)

Schierbrok
Ansichtskarte, Verlag Heinr. C. Otto, Kiel, gelaufen 1951

Erst 1884 wurde etwas südwestliche des Ortes ein Haltepunkt angelegt. Angeblich entstand die Station nur, weil auf dem Nahen Gut Nutzhorn zwei Abgeordnete des Oldenburgischen Landtages lebten (Conrad Müller und dessen Sohn Julius), die Einrichtung einer Haltestelle drängten. Sie hatten immerhin das Recht, Züge auf freier Strecke nahe Nutzhorn halten zu lassen, aber das wurde ihnen wohl zu unbequem.
In den 1950er Jahre zeigten die Andreaskreuze noch an, was den Straßenverkehr erwartete: in diesem Falle ein beschrankter Bahnübergang. 1987 wurde das Bahnhofsgebäude abgebrochen.


GRÜPPENBÜHREN (km 21,7)
ab 1938: BOOKHOLZBERG

Grüppenbühren
Ansichtskarte, Verlag Ferd. Würdemann, Oldenburg i. Gr., um 1910

Der Bahnhof Grüppenbühren bot ein etwas ausgefallenes Bild mit seinem zwischen den Gleisen im Verbund mit einer Straßenbrücke errichteten Empfangsgebäude.
1938 wurde der Bahnhof in Bookholzberg umbenannt. Dies sollte wohl die Besucher der 1934/1935 auf dem Bookholzberg errichteten Freilichtbühne „Stedingsehre“ und der dort ausgerichteten Veranstaltungen der NSDAP bei ihrer Reiseplanung den nächstliegenden Bahnhof einfacher finden lassen.


HUDE (km 16,7)

Hude
Ansichtskarte, Verlag Herm. Röben, Hude, gelaufen 1912

Die Nordseite des Huder Bahnhofes. Links geht es – unter der Fußgängerbrücke hindurch und an dem 1909 errichteten Wasserturm vorbei – nach Bremen. Der Bahnsteig auf dieser Seite diente dem Verkehr zwischen Bremen und Nordenham.

Hude
Ansichtskarte, Verlag Otto Thomsen, Hude, gelaufen 1925
Hude
Ansichtskarte, Verlag Otto Thomsen, Hude, ohne Jahr

Die Südseite mit den Gleisen von Bremen (links) nach Oldenburg (rechts). Die großen Anschriften am Gebäude weisen die Reisenden darauf hin, dass sie je nach Ziel ihrer Fahrt („Nach Delmenhorst, Bremen u. Oldenburg“ bzw. „Nach Brake – Nordenham – Blexen“) gegebenenfalls den Bahnsteig wechseln müssen.
Das Empfangsgebäude wurde – trotz Denkmalschutz – 1988 abgebrochen. Auch Wasserturm und Fußgängerbrücke gibt es nicht mehr.


WÜSTING (km 8,3)


NEUENWEGE (km 4,5)


OLDENBURG (OLDB) (km 0,0)

Oldenburg Huntebrücke
Ausschnitt aus einer Negativplatte, Verlag CeKaDe, Dortmund, 1953

Kurz vor dem Bahnhof (rechts) muss die Bahn von Hude bzw. Sandkrug kommend (links) die Hunte überqueren. Heute besteht hier eine zweiteilige Rollklappbrücke, hier 1953 in einem Luftbild festgehalten.

Oldenburg
Ansichtskarte, Verlag Hermann Ch. Büsing, Oldenburg, 1908

In Oldenburg enstand zunächst ein neugotischer Bau, der sich aber bereits nach weniges Jahres als unzweckmäßig erwies. So wurde er bereits 1915 durch das heute noch vorhandene Empfangsgebäude ersetzt.


OLDENBURG-ZIEGELHOFSTRAßE.

Oldenburg Ziegelhofstraße
Ansichtskarte, datiert 1907, Verlag Hermann Ch. Büsing, Oldenburg

Eine sehr schöne Ansicht der Fußgängerüberführung und der oldenburgischen Signale. Links im Bild die Strecke nach Leer, rechts das Gleis der Jadebahn nach Wilhelmshaven.


BÜRGERFELD (km 3,3)

„Lagepläne von Wärterhäusern der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven.“, August 1916, Ausschnitt

Diese detaillierte, maßstäbliche Zeichnung zeigt die Lage der Dienstgebäude der Haltestelle Bürgerfeld und des Postens 3 an der zweigleisigen Strecke von Oldenburg (links) nach Wilhelmshaven (rechts). Bei der Chaussee handelt es sich um die heutige Alexanderstraße.
Zwar heißt der Oldenburger Stadtteil Bürgerfelde, aber selbst 1999 wird die Betriebsstelle der Deutschen Bahn noch ohne „e“ geschrieben.


OFENERDIEK (km 5,6)

Einstellung des Betriebes für den Personenverkehr am 21.05.1977.


NEUSÜDENDE (km 8,6)

Einstellung des Betriebes für den Personenverkehr am 21.05.1977.


RASTEDE (km 12,2)

Bahnhof Rastede
Ansichtskarte, gelaufen 1911, Verlag M. Glückstadt & Münden, Hamburg

HAHN (OLDB) (km 17,6)

Hahn
Fotoabzug, Verlag Kuhlmann, Münster/West., um 1955

Der Bahnhof Hahn von der Straßenseite. Bei diesem Foto handelt es sich um einen Abzug des Verlages Kuhlmann (auch bekannt unter dem Kürzel AKU), der auch für Ansichtskarten des Verlages verwendet wurde. Als Personenbahnhof wurde Hahn zum 21.05. 1977 aufgegeben.


JADERBERG (km 23,5)

Jaderberg
Ansichtskarte, Verlag Bültmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1908 (Ausschnitt)

In Jaderberg hielten seit dem 21. Mai 1977 keine Züge mehr. Mit der Modernisierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven wird hier wieder ein Haltepunkt eingerichtet, der am 14. Juni 2020 in Betrieb geht.


VAREL (OLDB) (km 30,7)

Varel
Ansichtskarte, gelaufen 1902, Verlag J. W. Aquistapace, Varel
Varel
Ansichtskarte, gelaufen 1916, ohne Verlagsangabe

DANGAST (km 33,8)

Einstellung des Betriebes für den Personenverkehr am 21.05.1977.


ELLENSERDAMM (km 38,9)

Ellenserdamm
Ansichtskarte, Verlag Bültmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1898

Mit dem namengebenden Ellenser Damm wurde um das Jahr 1600 das Schwarze Brack, eine Bucht des Jadebusens, von diesem getrennt. Rund 1600 Hektar konnten damit im Laufe der Zeit zurückgewonnen werden.
Beim Bau der Eisenbahnstrecke von Oldenburg zum preußischen Jadegebiet wurde einen Bahnhof nahe der Siedlung Ellenserdammersiel errichtet, der später ein Anschlussgleis zum Sielhafen erhielt.
Von hier aus wurde eine Strecke nach Bockhorn errichtet (Eröffnung 01.01.1893), die noch im selben Jahr bis nach Grabstede verlängert wurde. Seit der Umspurung der Kleinbahn Ocholt-Westerstede und deren Verlängerung bis Ellenserdamm (Eröffnung der Gesamtstrecke am 1. Oktober 1905) war ein durchgehender Verkehr von Ocholt nach Wilhelmshaven möglich.
Einstellung des Betriebes für den Personenverkehr am 21.05.1977.

Ellenserdamm, Ausschnitt
Vergrößerter Ausschnitt aus obiger Ansichtskarte.

SANDE (km 45,0)

Sande
Negativplatte, Cramers Kunstanstalt, Dortmund, um 1960

1940 wurde das neue Empfangsgebäude des Sander Bahnhofes eingeweiht, dass den oldenburgischen Bau aus der Erbauungszeit der Bahn ersetzte.


MARIENSIEL (km 48,2)

Einstellung des Betriebes für den Personenverkehr am 21.05.1977.


BANT (km 50,3)
ab 01.10.1911: RÜSTRINGEN
ab 03.10.1937: WILHELMSHAVEN WEST

Bant (Rüstingen)
Ansichtskarte, Verlag Alb. Rosenthal, Bremen, um 1900

Außerhalb des preußischen Jadegebiets, in der oldenburgischen Gemeinde Neuende, entstanden mit dem Bau des preußischen Kriegshafen größere Arbeitersiedlungen. Schließlich wurden diese zu einer eigenen Gemeinde zusammengefasst, die den Namen Bant erhielt und in der auch der gleichnamige oldenburgische Bahnhof lag. Zum 01.10.1911 wurden – nach weiterem stetigem Wachstum im „Kielwasser“ Wilhelmshavens – die Gemeinden Bant, Heppens und Neuende zur Stadt Rüstringen zusammgefasst und der Bahnhof erhielt einen neuen Namen. Die abgebildete Ansichtskarte zeugt von diesem Wechsel: Sie ist bereits mit „Rüstringen“ betitelt (also nach Oktober 1911 gedruckt), aber am Bahnhof prangt noch der Name Bant. Das Foto dürfte also deutlich vor dem Druck aufgenommen worden sein.
Im Zuge des „Groß-Hamburg-Gesetzes“ wurde das bislang oldenburgische Rüstringen zum 01.04.1937 an das preußische Wilhelmshaven angegliedert und die Station erhielt wenig später den Namen Wilhelmshaven West. Im Buchfahrplan 5A vom 30.05.1965 wird hier nur noch eine Haltestelle mit Agentur aufgeführt.


Bahnübergang Luisenstraße

Wilhelmshaven, Bü Luisenstraße
Negativplatte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, datiert 26.11.1958

WILHELMSHAVEN (km 52,4)
ab 03.10.1937: WILHELMSHAVEN Hbf

Wilhelmshaven, Gleisseite
Ansichtskarte, Verlag M. Glückstadt & Münden, Hamburg, gelaufen 1898
Wilhelmshaven
Ansichtskarte, Verlag Alb. Rosenthal, Bremen, herausgegeben 1908

Im preußischen Jadegebiet richtete die Oldenburgische Staatsbahn 1867 einen Bahnhof beim Dorf Heppens ein. Als die entstandene Stadt zum 17. Juni 1869 den Namen König Wilhelms von Preußen erhielt, änderte sich auch die Bezeichnung der Station in Wilhelmshaven (der Ort Heppens selbst befand sich damals auch gar nicht im preußischem Gebiet). Am 03.10.1937 änderte sich der Name dann in Wilhelmshaven Hbf (da im Zuge der Stadterweiterung auch Rüstringen nun zu Wilhelmshaven gehörte), heute heißt der Bahnhof wieder Wilhelmshaven.


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 02.08.2020 (erstellt 24.03.2007)