Bremen – Oldenburg – Wilhelmshaven

Bremen-Oldenburg-WilhelmshavenDie am 18. Juni 1867 von Bremen bis Oldenburg und am 3. September des Jahres von Oldenburg nach Wilhelmshaven in Betrieb gegangene Oldenburgische Jadebahn verbindet die Stadt Oldenburg mit dem neuen preu├čischen Kriegshafen bei Heppens, dem sp├Ąteren Wilhelmshaven.
Die Strecke wurde bald zweigleisig, nach dem Zweiten Weltkrieg baute man das zweite Gleis zwischen Rastede und Hahn sowie von Jaderberg bis Varel zur Gewinnung von Oberbaumaterial allerdings wieder ab, was bis in die 1990er Jahre so blieb. Im Dezember 1994 gab das Land Niedersachsen seine Zustimmung zur Elektrifizierung der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven, f├╝r die einschlie├člich eines neuen Stellwerks in Sande 80 Mio. DM veranschlagt wurden. Geplant wurde die Umsetzung f├╝r die Jahre 1997 bis 2000.

Die Stationen: Bremen, Bremen-Neustadt, Huchting, Heidkrug, Delmenhorst, Hoykenkamp, Schierbrok, Gr├╝ppenb├╝hren (ab 1938: Bookholzberg), Hude, W├╝sting, Neuenwege, Oldenburg, Oldenburg Ziegelhofstra├če, B├╝rgerfeld, Ofenerdiek, Neus├╝dende, Rastede, Hahn, Jaderberg, Varel, Dangast, Ellenserdamm, Sande, Mariensiel, Bant (ab 1911: R├╝stringen, ab 1937: Wilhelmshaven West), Heppens (ab 1869: Wilhelmshaven, ab 1937: Wilhelmshaven Hbf).

Anschl├╝sse bestehen


Zur Orientierung sind bei den Stationen die Streckenkilometer des Abschnittes Bremen – Oldenburg nach dem Buchfahrplan Heft 199 der Bundesbahndirektion Hannover, g├╝ltig vom 2. Juni 1985 an, angegeben. Die Angaben f├╝r den Abschnitt Oldenburg – Wilhelmshaven stammen aus dem Buchfahrplan Heft 5A der Bundesbahndirektion M├╝nster, g├╝ltig vom 30. Mai 1965 an.


BREMEN (km 44,4)

Bremen 1898
Ansichtskarte: Verlag Stengel & Co., Dresden, gelaufen 1898
Bremen 1925
Ansichtskarte: Verlag Ernst Walter, Hannover, wohl um 1925

Das heute noch vorhandene, gro├če Empfangsgeb├Ąude bildete die ├Âstliche Endstation f├╝r die Z├╝ge auf der Jadebahn. Der Bahnhof geh├Ârte der Preu├čischen Eisenbahn, die Strecke der Oldenburgischen Staatsbahn begann eigentlich erst bei Bremen-Neustadt.

Bremen Hbf, 2021
Foto: Thomas Feldmann, 24.10.2021
Bremen Hbf, 2021
Abfahrt 13:17 Uhr: 146 224-1 macht sich mit RE 4419 auf den Weg nach Hannover Hbf. Foto: Thomas Feldmann, 24.10.2021

Weserbr├╝cke

Bremen, Weserbr├╝cke, 1860
Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Weser, Holzschnitt, 1860
Bremen, Weserbr├╝cke
Ansichtskarte: Verlag Louis Koch, Bremen, gelaufen 1903

Kurz vor Bremen-Neustadt wird die Weser ├╝berquert. Im Hintergrund ist der Weserbahnhof zu erkennen. Beachtenswert sind auch die beiden hohen Formsignale auf der Br├╝cke.

Bremen, Weserbr├╝cke, 1945
Foto: United States Army Airforce, wohl Mai 1945 (Ausschnitt)

Im M├Ąrz 1945 wurde die Eisenbahnbr├╝cke durch Bomben schwer besch├Ądigt und die davor liegende, erst 1936-1939 errichtete Stra├čenbr├╝cke zerst├Ârt. Der Bahnverkehr konnte am 9. Dezember 1946 wieder aufgenommen werden, bis die Behelfsbr├╝cke am 18. M├Ąrz 1947 bei der „Bremer Eiskatastrophe“ zusammen mit allen anderen Weserbr├╝cken in Bremen wieder zerst├Ârt wurde. Am 26. April konnte abermals eine Behelfsbr├╝cke er├Âffnet werden. In den Jahren 1960 bis 1962 enstand dann nach und nach als Ersatz f├╝r das Provisorium die heutige Eisenbahnbr├╝cke.

Bremen, Weserbr├╝cke, 2021
Foto: Thomas Feldmann, 24.10.2021

BREMEN-NEUSTADT (41,7)

Bremen-Neustadt
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag Alb. Rosenthal, Bremen

Auch das gro├čz├╝gig ausgef├╝hrte Bahnhofsgeb├Ąude von Bremen-Neustadt ist heute noch vorhanden.


Ochtumbr├╝cke (etwa km 40,7)

Bremen Ochtumbr├╝cke
Ansichtskarte: Deutsche Luftfilm und Bildgesellschaft, Berlin, um 1920

Diese Stelle ist heute v├Âllig ver├Ąndert, da die Ochtum deutlich weiter westlich flie├čt. An dieser Stelle befindet sich heute nur noch ein breiterer Graben, der mit einem einfachen Durchlass unter der Strecke hindurchgef├╝hrt wird: die Neuenlander Wasserl├Âse.
Bei der Stra├če im oberen Bilddrittel handelt es sich um den heutigen Stra├čenzug Senator-Apelt-Stra├če/Carl-Francke-Stra├če.


HUCHTING (km 38,0)


HEIDKRUG (km 34,1)


DELMENHORST (km 30,7)

Delmenhorst 1938
Ansichtskarte: L. Horstmann & Sohn, Delmenhorst, gelaufen 1938
Delmenhorst
Ansichtskarte: Verlag H. Brandt, Delmenhorst, herausgegeben 1905

Diese Ansicht zeigt den Delmenhorster Bahnhof in seiner urspr├╝nglichen Anlage, dem Empfangsgeb├Ąude gegen├╝ber befindet sich noch die Betriebswerkst├Ątte mit dem Lokschuppen.

Delmenhorst
Negativplatte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, datiert 1958 (Ausschnitt)

Das Bahnhofsgel├Ąnde zwischen den Bahn├╝berg├Ąngen Stedinger Stra├če (oben) und M├╝hlenstra├če (unten) gut f├╝nfzig Jahre sp├Ąter und aus etwas anderer Perspektive

Delmenhorst
Foto: Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, 1973

Von 1969 bis 1974 wurde die Bahnstrecke hochgelegt um die beiden Bahn├╝berg├Ąnge aufl├Âsen zu k├Ânnen, so dass sich das Bild hier stark ver├Ąndert hat. Das neue Empfangsgeb├Ąude wurde am 24. Mai 1974 feierlich eingeweiht.


HOYKENKAMP (km 27,8)

Hoykenkamp 2015
Hoykenkamp, 15.09.2015. Foto: Billboa, Bahnhof Hoykenkamp, CC BY 3.0

Mit der Aufr├╝stung des Deutschen Reiches entstand nordwestlich von Delmenhorst ein Flugzeugwerk von Henrich Focke und Gerd Achgelis, das hier unter anderem Hub- und Tragschrauber entwickelte und fertigte. F├╝r die Besch├Ąftigten der Focke, Achgelis & Co. G.m.b.H. entstand 1937 unmittelbar neben dem Betriebsgel├Ąnde an der heutigen Fockestra├če eine Haltestelle


SCHIERBROK (km  25,4)

Schierbrok
Ansichtskarte: Verlag Heinr. C. Otto, Kiel, gelaufen 1951

Erst 1884 wurde etwas s├╝dwestlich des Ortes ein Haltepunkt angelegt. Angeblich entstand die Station nur, weil auf dem nahen Gut Nutzhorn zwei Abgeordnete des Oldenburgischen Landtages lebten (Conrad M├╝ller und dessen Sohn Julius), die auf die Einrichtung einer Haltestelle dr├Ąngten. Sie hatten immerhin das Recht, Z├╝ge auf freier Strecke nahe Nutzhorn halten zu lassen, aber das wurde ihnen wohl zu unbequem.
In den 1950er Jahre zeigten die Andreaskreuze noch an, was den Stra├čenverkehr erwartete: in diesem Falle ein beschrankter Bahn├╝bergang. 1987 wurde das Bahnhofsgeb├Ąude abgebrochen.


GR├ťPPENB├ťHREN (km 21,7)
ab 1938: BOOKHOLZBERG

Gr├╝ppenb├╝hren
Ansichtskarte: Verlag Ferd. W├╝rdemann, Oldenburg i. Gr., um 1910

Der Bahnhof Gr├╝ppenb├╝hren bot ein etwas ausgefallenes Bild mit seinem zwischen den Gleisen stehenden Empfangsgeb├Ąude und der direkt dahinter errichteten Stra├čenbr├╝cke.
1938 wurde der Bahnhof in Bookholzberg umbenannt. Dies sollte wohl den Besuchern der 1934/1935 auf dem Bookholzberg errichteten Freilichtb├╝hne „Stedingsehre“ und der dort ausgerichteten Veranstaltungen der NSDAP bei ihrer Reiseplanung die Wahl des richtigen Bahnhofes erleichtern.

Gr├╝ppenb├╝hren
Foto des Bauunternehmens M├Âlders & Cie. GmbH in Hildesheim, aufgenommen 1923

HUDE (km 16,7)

Hude
Ansichtskarte: Verlag Herm. R├Âben, Hude, gelaufen 1912

Die Nordseite des Huder Bahnhofes. Links geht es – unter der Fu├čg├Ąngerbr├╝cke hindurch und an dem 1909 errichteten Wasserturm vorbei – nach Bremen. Der Bahnsteig auf dieser Seite diente dem Verkehr zwischen Bremen und Nordenham.

Hude
Ansichtskarte: Verlag Otto Thomsen, Hude, gelaufen 1925
Hude
Ansichtskarte: Verlag Otto Thomsen, Hude, ohne Jahr

Die S├╝dseite mit den Gleisen von Bremen (links) nach Oldenburg (rechts). Die gro├čen Anschriften am Geb├Ąude weisen die Reisenden darauf hin, dass sie je nach Ziel ihrer Fahrt („Nach Delmenhorst, Bremen u. Oldenburg“ bzw. „Nach Brake – Nordenham – Blexen“) gegebenenfalls den Bahnsteig wechseln m├╝ssen.
Das Empfangsgeb├Ąude wurde – trotz Denkmalschutz – 1988 abgebrochen. Auch Wasserturm und Fu├čg├Ąngerbr├╝cke gibt es nicht mehr.


W├ťSTING (km 8,3)


NEUENWEGE (km 4,5)


Huntebr├╝cke

Oldenburg Huntebr├╝cke
Ausschnitt aus einer Negativplatte, Verlag CeKaDe, Dortmund, 1953

Kurz vor dem Bahnhof (rechts au├čerhalb des Bildes) muss die Bahn von Hude bzw. Sandkrug kommend (links) die Hunte ├╝berqueren. Heute besteht hier eine zweiteilige Rollklappbr├╝cke, hier 1953 in einem Luftbild festgehalten.

Oldenburg Huntebr├╝cke 1962
Ansichtskarte: Verlag Ferd. Lagerbauer & Co., Hamburg, 1962

OLDENBURG (OLDB) (km 0,0)

Oldenburg
Ansichtskarte: Verlag Hermann Ch. B├╝sing, Oldenburg, 1908

In Oldenburg enstand zun├Ąchst ein neugotischer Bau, der sich aber bereits nach wenigen Jahren als unzweckm├Ą├čig erwies. So wurde er bereits 1915 durch das heute noch vorhandene Empfangsgeb├Ąude ersetzt.

Oldenburg Modell
Der Entwurf des neuen Bahnhofes im Modell auf einer doppelten Ansichtskarte. – Verlag Oldenburger Eisenbahner, 1913
Oldenburg 1940
Ansichtskarte: Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund (CeKaDe), 1940
Oldenburg 1917
Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr, gelaufen 1917

Ein Blick in die Schalterhalle.

Oldenburg Schalterhalle
Ansichtskarte: Verlag Hermann Ch. B├╝sing, Bremen, gelaufen 1917

Noch einmal die Schalterhalle aus der Gegenrichtung.

Oldenburg Wartesaal III./IV.
Ansichtskarte: Verlag Ernst V├Âlker, Oldenburg, wohl 1913

Der Wartesaal f├╝r die Fahrg├Ąste der III. und IV. Wagenklasse. Wer mochte konnte sich auf der Landkarte des Gro├čherzogtums Oldenburg und seiner Umgebung den weiteren Reiseweg ansehen.

Oldenburg Wartesaal I./II.
Ansichtskarte: Verlag Ernst V├Âlker, Oldenburg, gelaufen 1916

Der Wartesaal f├╝r die Fahrg├Ąste der I. und II. Wagenklasse war etwas besser ausgestattet, was leider auf dieser Ansichtskarte durch den einfachen Druck etwas untergeht.

Oldenburg 1939
Soldaten der Wehrmacht warten in der Bahnsteighalle und nutzen die damals allgegenw├Ąrtigen Karren f├╝r Gep├Ąck und Eilgut, den Hintergrund bildet ein typischer Personenzug. „Aufenthalt auf dem Bahnhof in Oldenburg im September 1939 von Swinem├╝nde nach Wilhelmshaven“, schrieb der unbekannte Fotograf auf die R├╝ckseite.

OLDENBURG-ZIEGELHOFSTRA├čE.

Oldenburg-Ziegelhofstra├če 1907
Ansichtskarte: 1907, Verlag Hermann Ch. B├╝sing, Oldenburg

Eine sehr sch├Âne Ansicht der Fu├čg├Ąnger├╝berf├╝hrung und der oldenburgischen Signale. Links im Bild die Strecke nach Leer, rechts das Gleis der Jadebahn nach Wilhelmshaven.


B├ťRGERFELD (km 3,3)

B├╝rgerfelde
„Lagepl├Ąne von W├Ąrterh├Ąusern der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven.“, August 1916, Ausschnitt

Diese detaillierte, ma├čst├Ąbliche Zeichnung zeigt die Lage der Dienstgeb├Ąude der Haltestelle B├╝rgerfeld und des Postens 3 an der zweigleisigen Strecke von Oldenburg (links) nach Wilhelmshaven (rechts). Bei der Chaussee handelt es sich um die heutige Alexanderstra├če.
Zwar hei├čt der Oldenburger Stadtteil B├╝rgerfelde, aber selbst 1999 wird die Betriebsstelle der Deutschen Bahn noch ohne „e“ geschrieben.


OFENERDIEK (km 5,6)

Einstellung des Betriebes f├╝r den Personenverkehr am 21.05.1977.


NEUS├ťDENDE (km 8,6)

Einstellung des Betriebes f├╝r den Personenverkehr am 21.05.1977. Am 10.11.1981 wird schlie├člich auch die Blockstelle Neus├╝dende aufgehoben (Schreiben 35 B 36 vom 05.11.1981)


RASTEDE (km 12,2)

Rastede 1911
Ansichtskarte: Verlag M. Gl├╝ckstadt & M├╝nden, Hamburg, gelaufen 1911
Rastede 1977
Foto: H. Brunotte, Bundesbahndirektion Hannover, 1977

HAHN (OLDB) (km 17,6)

Hahn
Fotoabzug, Verlag Kuhlmann, M├╝nster/West., um 1955

Der Bahnhof Hahn von der Stra├čenseite. Bei diesem Foto handelt es sich um einen Abzug des Verlages Kuhlmann (auch bekannt unter dem K├╝rzel AKU), der auch f├╝r Ansichtskarten des Verlages verwendet wurde. Als Personenbahnhof wurde Hahn zum 21.05. 1977 aufgegeben.


JADERBERG (km 23,5)

Jaderberg 1918
Verlag B├╝ltmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1918
Jaderberg
Ansichtskarte: Verlag B├╝ltmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1908 (Ausschnitt)

In Jaderberg hielten seit dem 21. Mai 1977 keine Z├╝ge mehr. Mit der Modernisierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven wurde hier aber wieder ein Haltepunkt eingerichtet, der am 14. Juni 2020 in Betrieb ging.


VAREL (OLDB) (km 30,7)

Varel 1902
Ansichtskarte: Verlag J. W. Aquistapace, Varel, gelaufen 1902
Varel 1900
Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr, um 1900
Varel 1916
Ansichtskarte ohne Verlagsangabe, gelaufen 1916

Nach 1900 wurde die Gleisanlagen stark erweitert. Dabei erhielt der Bahnhof eine gro├če Bahnsteigbr├╝cke in Stahlbeton-Skelettbauweise, damit Reisende nicht l├Ąnger ├╝ber die Gleise laufen mussten, um die beiden hinteren Bahnsteige zu erreichen. 1969 wurde der nord├Âstliche (auf der Karte linke) Teil der Br├╝cke abgerissen, nachdem der Au├čenbahnsteig schon l├Ąngere Zeit nicht mehr f├╝r den Personenverkehr genutzt wurde.

Varel 2021, Bahnsteigbr├╝cke
Foto: Thomas Feldmann, 10.01.2021

Um die Zukunft des restlichen, denkmalgesch├╝tzten Bauwerkes wurde lange gerungen, da die Durchfahrtsh├Âhe f├╝r die Elektrifizierung nicht ausreicht und die zwischenzeitlich geplante Anhebung der Br├╝cke sich wegen der zu erwartenden Kosten nicht umsetzen lie├č. Anfang 2021 wurde schlie├člich der mittlere Teil in Abstimmung mit der Denkmalschutzbeh├Ârde abgebrochen, um durch eine moderne Konstruktion ersetzt zu werden. Nur die beiden Treppent├╝rme bleiben erhalten.

Varel 2021
Der Bahnhof von der Stra├čenseite. Foto: Thomas Feldmann, 10.01.2021

DANGAST (km 33,8)

Einstellung des Betriebes f├╝r den Personenverkehr am 21.05.1977.


ELLENSERDAMM (km 38,9)

Ellenserdamm
Ansichtskarte: Verlag B├╝ltmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1898

Mit dem namengebenden Ellenser Damm wurde um das Jahr 1600 das Schwarze Brack, eine Bucht des Jadebusens, von diesem getrennt. Rund 1600 Hektar konnten damit im Laufe der Zeit zur├╝ckgewonnen werden.
Beim Bau der Eisenbahnstrecke von Oldenburg zum preu├čischen Jadegebiet wurde einen Bahnhof nahe der Siedlung Ellenserdammersiel errichtet, der sp├Ąter ein Anschlussgleis zum Sielhafen erhielt.
Von hier aus wurde eine Strecke nach Bockhorn errichtet (Er├Âffnung 01.01.1893), die noch im selben Jahr bis nach Grabstede verl├Ąngert wurde. Seit der Umspurung der Kleinbahn Ocholt-Westerstede und deren Verl├Ąngerung bis Ellenserdamm (Er├Âffnung der Gesamtstrecke am 1. Oktober 1905) war ein durchgehender Verkehr von Ocholt nach Wilhelmshaven m├Âglich.
Einstellung des Betriebes f├╝r den Personenverkehr am 21.05.1977.

Ellenserdamm, Ausschnitt
Vergr├Â├čerter Ausschnitt aus obiger Ansichtskarte.

SANDE (km 45,0)

Sande
Negativplatte, Cramers Kunstanstalt, Dortmund, um 1960

1940 wurde das neue Empfangsgeb├Ąude des Sander Bahnhofes eingeweiht, dass den oldenburgischen Bau aus der Erbauungszeit der Bahn ersetzte.
Das Geb├Ąude ist noch vorhanden, die Bahnsteigbr├╝cke ist dagegen Ende September 2019 abgebrochen worden, da ihre lichte H├Âhe f├╝r die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecken Oldenburg – Wilhelmshaven zu gering war.

Sande 1940
Fotograf und Jahr unbekannt

Einige Soldaten der Luftwaffe nutzen den Bahnsteig 4 f├╝r ein Erinnerungsfoto. Die Anlagen im Hintergrund geh├Âren zur Firma Sander Eisenbau.


MARIENSIEL (km 48,2)

Mariensiel 1901
Ansichtskarte: Verlag B├╝ltmann & Gerriets Nachf., Varel, gelaufen 1901 (Ausschnitt)

Die Einstellung des Betriebes f├╝r den Personenverkehr erfolgte am 21.05.1977.


BANT (km 50,3)
ab 01.10.1911: R├ťSTRINGEN
ab 03.10.1937: WILHELMSHAVEN WEST

Bant (R├╝stingen)
Ansichtskarte: Verlag Alb. Rosenthal, Bremen, um 1900

Au├čerhalb des preu├čischen Jadegebiets, in der oldenburgischen Gemeinde Neuende, entstanden mit dem Bau des preu├čischen Kriegshafen gr├Â├čere Arbeitersiedlungen. Schlie├člich wurden diese zu einer eigenen Gemeinde zusammengefasst, die den Namen Bant erhielt und in der auch der gleichnamige oldenburgische Bahnhof lag. Das abgebildete Empfangsgeb├Ąude wurde am 1. Oktober 1908 dem Betrieb ├╝bergeben.

R├╝stringen 1916
Ansichtskarte: Verlag Eden. R├╝stringen, gelaufen 1916

Zum 1. Oktober 1911 wurden – nach weiterem stetigem Wachstum im „Kielwasser“ Wilhelmshavens – die Gemeinden Bant, Heppens und Neuende zur Stadt R├╝stringen zusammgefasst und der Bahnhof erhielt einen neuen Namen. Die obere Ansichtskarte zeugt von diesem Wechsel: Sie ist bereits mit „R├╝stringen“ betitelt (also nach Oktober 1911 gedruckt), aber am Bahnhof prangt noch der Name Bant. Das Foto d├╝rfte also deutlich vor dem Druck aufgenommen worden sein.
Im Zuge des „Gro├č-Hamburg-Gesetzes“ wurde das bislang oldenburgische R├╝stringen zum 01.04.1937 an das preu├čische Wilhelmshaven angegliedert (das gleichzeitig zum Staat Oldenburg wechselte) und die Station erhielt wenig sp├Ąter den Namen Wilhelmshaven West. Im Buchfahrplan 5A vom 30.05.1965 wird hier nur noch eine Haltestelle mit Agentur aufgef├╝hrt.


Bahn├╝bergang Luisenstra├če

Wilhelmshaven, B├╝ Luisenstra├če
Negativplatte, Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund, datiert 26.11.1958

WILHELMSHAVEN (km 52,4)
ab 03.10.1937: WILHELMSHAVEN HBF
heute: WILHELMSHAVEN

Wilhelmshaven 1908
Ansichtskarte: Verlag Alb. Rosenthal, Bremen, herausgegeben 1908

Im preu├čischen Jadegebiet richtete die Oldenburgische Staatsbahn 1867 einen Bahnhof beim Dorf Heppens ein. Als die entstandene Stadt zum 17. Juni 1869 den Namen K├Ânig Wilhelms von Preu├čen erhielt, ├Ąnderte sich auch die Bezeichnung der Station in Wilhelmshaven (der Ort Heppens selbst befand sich damals auch gar nicht im preu├čischem Gebiet). Am 03.10.1937 ├Ąnderte sich der Name dann in Wilhelmshaven Hbf (da im Zuge der Stadterweiterung auch R├╝stringen nun zu Wilhelmshaven geh├Ârte), heute hei├čt der Bahnhof wieder Wilhelmshaven.

Wilhelmshaven 1901
Ansichtskarte: Verlag M. Gl├╝ckstadt & M├╝nden, Hamburg, gelaufen 1901

Der Wilhelmshavener Bahnhof bei Tag …

Wilhelmshaven, Gleisseite
Ansichtskarte: Verlag M. Gl├╝ckstadt & M├╝nden, Hamburg, gelaufen 1898

… und „bei Nacht“. Diese „Mondscheinkarten“ waren fr├╝her sehr beliebt. Sie entstanden, da echte Nachtaufnahmen noch nicht m├Âglich waren, aus den normalen Aufnahmen – mit retuschiertem Mond und in blauem Druck, um den Eindruck von Dunkelheit zu erzeugen..

Wilhelmshaven 1920
Ansichtskarte: Verlag K. Steinh├Ąuser, Wilhelmshaven, um 1920
Wilhelmshaven 1940
Ansichtskarte: Verlag Johann Fangmann, Wilhelmshaven, um 1940

Dieses Motiv wurde in gro├čer Zahl verkauft, auch der Verlag Trinks & Co. in Leipzig verwendete dieses Foto.

Wilhelmshaven
Fotograf und Jahr unbekannt

Auch das Wilhelmshavener Bahnhofsgeb├Ąude wurde im Zweiten Weltkrieg besch├Ądigt, wie hier von unbekannter Hand festgehalten.

Bahnhofsgastst├Ątte Wilhelmshaven
Ansichtskarte: Verlag Werbe Welge, Wilhelmshaven, ohne Jahr

Ohne eine Bahnhofsgastst├Ątte ging fr├╝her nichts. Sie diente den Reisenden vor allem der St├Ąrkung und Erfrischung, aber auf Bahnh├Âfen ohne separate W├Ąrtes├Ąle auch als Aufenthaltsraum. Der Wilhelmshavener Bahnhofswirt Melcher leistete sich eine eigene, werbewirksame Ansichtskarte.

Am 20. Dezember 1994 wurde der Grundstein f├╝r das neue Bahnhofszentrum gelegt. Im wesentlichen handelt es sich dabei um ein gro├čes Einkaufszentrum auf dem Gel├Ąnde des Bahnhofes. F├╝r den Personenverkehr wurden vier Gleise an zwei Bahnsteigen vorgesehen, alle Nebengleise entfernt. Unter Eisenbahnfreunden war schnell vom „Kaufhaus mit Gleisanschluss“ die Rede.


┬ę Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 10.09.2023 (erstellt 24.03.2007)