Emden – Emden-Außenhafen

Die Strecke verbindet seit dem 1. Juli 1901 den heutigen Emder Hauptbahnhof mit dem Fähranleger im Emder Außenhafen, zeitweise bestanden auch Anschlüsse an Auswandererschiffe des Norddeutschen Lloyd und der HAPAG. Die Strecke wurde zwischen Emden Süd  und der Haltestelle Larrelter Straße in die Hauptbahn eingefädelt und am dafür eingerichteten Abzweig „Polder“ in Richtung Larrelter Straße angebunden. Außerdem besaß Emden Süd keine Ausfahrt Richtung Emden West, so dass der Betrieb von durchgehenden Zügen Emden Süd – Emden West – Emden-Außenhafen (die gab es!) recht aufwendig war.
Seit Juni 2006 ist die Strecke elektrifiziert, was zu einer erheblichen Betriebsvereinfachung geführt hat. Heute fahren hier IC und RE der DB AG und Triebwagen der Westfalenbahn.

Die Stationen: Emden, Emden Außenhafen.

Anschluss besteht in Emden an die Hannoversche Westbahn und die Ostfriesische Küstenbahn.


EMDEN HBF (km -0,6)

Emden Hbf
Fotografie, 13.08.2005, Thomas Feldmann, Emden

Ausgangspunkt der Strecke zum Außenhafen ist der heutige Emder Hauptbahnhof.  Beim Bau der Verbindung zum Außenhafen befand sich hier aber lediglich eine Haltestelle „Larrelter Straße“, aus der später der Bahnhof Emden West und schließlich der Hauptbahnhof wurde.


km 0,4

Emden, Bü Nesserlander-/Hansastr.
Foto: Wilke Cammenga (†), mit freundlicher Genehmigung von Frau Anita Harms, Emden

Kurz nach dem Beginn der Strecke muss die Nesserlander Straße überquert werden. Das vordere Gleis führt nach links zum Außenhafen, über das hintere konnten unter anderem der Baustoffhandel Fritzen und der Kohlenhändler Lorbecki erreicht werden. Der Anschluss existiert nicht mehr (der Gleisverlauf lässt sich aber noch grob ausmachen), der Bahnübergang ist nur noch eingleisig.


km 0,6

Anschluss EVAG
Fotografie, 06.12.2003, Thomas Feldmann, Emden

Gleich nach dem Bahnübergang (im Hintergrund noch eben zu erahnen) zweigt bereits die erste Anschlussstelle zum Terminal II der EVAG ab.


km 2,0

Emden Außenhafen, Einfahrtsignal
Fotografie, 11.03.2006, Thomas Feldmann, Emden

Nach einer langen Geraden entlang der Nesserlander Straße erreicht die Bahn das Einfahrsignal A von Emden Außenhafen.


km 2,2

Unfall beim Seemannsheim
Fotografie: Helmut Zimmermann, Petkum, um 1990

Eigentlich ist die Strecke durch die langen Geraden und die breiten Grünstreifen zu beiden Seiten gut einsehbar. Trotzdem kommt es an den diversen, nur durch Andreaskreuze gesicherten Bahnübergängen immer wieder zu Unfällen (hier mit 212 262-0 auf Höhe des Seemannsheims).


km 2,4

Emden-Außenhafen, Ausfahrsignal
Fotografie, 27.05.2006, Thomas Feldmann, Emden

Der Bahnhof Außenhafen liegt komplett außendeichs. Da die Strecke die Deichlinie kreuzen muss, ist an dieser Stelle mit einem Deichschart ein verschließbarer Durchlass geschaffen. (Das Einfahrsignal A steht aber „binnen“, der Drahtzug wird daher über den Deich geführt.) Bei höheren Wasserständen (z.B. Spring- oder Sturmfluten) werden die Tore geschlossen, um das Binnenland zu schützen, während die Bahnhofsanlagen schon mal überflutet werden (siehe unten).
Im Bild ist das alte Deichschart zu sehen. Die Holztore waren schließlich nur noch schwer dicht zu halten, ohnehin standen umfangreiche Arbeiten zur Deicherhöhung an, so dass hier eine komplett neue Anlage entstand.

Emden-Außenhafen, Ausfahrsignal
Fotografie, 27.12.2008, Thomas Feldmann, Emden

Zweieinhalb Jahre später sieht es hier schon ganz anders aus, denn im Zuge der Erhöhung wurde die Deichlinie verlegt. Zunächst erhielt die Straße eine komplett neue Zuwegung (bislang lagen die Tore nebeneinander). Danach kam die Eisenbahn an die Reihe und erhielt ein neues, der Deichhöhe angepasstes Schart einige Meter weiter landeinwärts.
Beachtenswert ist auch die Weichenkonstruktion im Vordergrund.

Neues Deichschart Emden-Außenhafen
Foto: Thomas Feldmann, Emden, 21.09.2008

Während der Bauarbeiten führte die Strecke über eine kurze Behelfsbrücke, damit die Sohle des Deichscharts bei laufendem Bahnbetrieb auch unter der Strecke in einem Stück betoniert werden konnte. Es dürfte sich mit einer Höhe von wenigen Dezimetern um die niedrigste Brücke im Bereich der DB gehandelt haben.

Fotografie, 06.12.2013, Thomas Feldmann, Emden

Am Nikolaustag 2013 habe ich eine Sturmflut genutzt, um ein paar Aufnahmen des Tores zu machen (siehe auch unten). Die Stemmtore sind geschlossen und mit Kettenzügen gegen im Boden einbetonierte Ösen verspannt. Gegen Sickerwasser schützen dann die Aluminiumbohlen in den aufgestellten Führungen. Das Material dafür lagert „griffbereit“ in der Nähe.
Hier kann man auch (von rechts oben nach links unten) die Zugdrähte des Einfahrtsignals sehen, die ja nach wie vor über den Deich geführt werden müssen, um das Schließen der Tore nicht zu behindern.

 


EMDEN AUßENHAFEN (km 2,5)

Emden-Außenhafen
Ansichtskarte ohne Jahr, Verlag Hermann Schmidt Marinebazar, Emden
Emden-Außenhafem
Ansichtskarte, gelaufen 1904, Verlag Zedler & Vogel, Darmstadt

Der Bahnhof von der See- und der Landseite. Das hölzerne Empfangsgebäude verlor irgendwann seinen Turm. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt und schließlich abgebrochen.

Münster 7253 in Emden-AußenhafenBahnpersonal vor der Lok Münster 7253 in Emden-Außenhafen, irgendwann zwischen 1906 und 1920. Als Hintergrund dient eine Tenderlok der Gattung T 9², 1897 bei Union in Königsberg gebaut und zunächst als Münster 1814, von 1901 bis 1906 als Münster 1852 bezeichnet.

Emden-Außenhafen 1991
Foto: Thomas Feldmann, 22.04.1991

Auch diese Ansicht des 1951 fertiggestellten Neubaus ist nicht mehr aktuell. Gleis 1 musste einer Verbreiterung des Bahnsteiges weichen, das Empfangsgebäude wurde stark verändert. Das Bahnsteigdach mit seinen gusseisernen Säulen ist allerdings erhalten geblieben.

Emden Außenhafen 2006
Emden Außenhafen am 14.05.2006. Foto „Emder Muschelschubser“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Emden Außenhafen 2013
Foto: Thomas Feldmann, 06.12.2013

Am 6. Dezember 2013 war im Außenhafen wieder einmal „Land unter“. Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und vor allem das geschlossene Deichschart fotografieren (siehe oben), aber ein Blick über den Deich auf den Bahnhof musste natürlich auch sein.


Emden, Lloyd-Hallen
Ansichtskarte ohne Verlag und Jahr

Die Lloyd-Hallen lagen etwas südlich des Bahnhofes. Als Auswandererhafen konnte sich Emden aber trotz der ab 1914 verstärkten Bemühungen des Norddeutschen Lloyd und der HAPAG aber nicht etablieren – der Erste Weltkrieg beendete eine zunächst hoffnungsvolle Entwicklung, an die man nicht wieder anknüpfen konnte.


© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 04.05.2020 (erstellt 28.08.2006)