Zeittafel 1900-1945

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1900

20.04.: F├╝r die Kreisbahn Emden – Pewsum (EPG) wird eine Polizeiverordnung erlassen (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 17/1900).
06.05.: Die Kreisbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH (LAW) er├Âffnet die Strecke Aurich-Gro├čefehn (14,3 km) und am
01.10.: den Abschnitt Gro├čefehn-Leer (25,3 km).
03.09.: Auf einer Sitzung des Emder Magistrats wird zum ersten Mal ├╝ber eine Bahnverbindung von der Stadt zum Au├čenhafen gesprochen.
01.12.: Ab diesem Datum ist Petkum neben dem Personen- und Gep├Ąckverkehr auch „f├╝r den unbeschr├Ąnkten G├╝terverkehr sowie f├╝r die Abfertigung von Leichen und Vieh er├Âffnet. Die Annahme und Auslieferung von Fahrzeugen ist auch weiterhin ausgeschlossen.“ [Amtsblatt der KED M├╝nster, 14.11.1900]


1901

25.06.: Die Langeooger Pferdebahngesellschaft er├Âffnet die Pferde-Eisenbahn auf Langeoog, nachdem am 21.05.1901 die Genehmigung zum Bau erteilt worden ist (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 22 und 42/1901).
01.07.: Die Preu├čische Staatsbahn nimmt die neue Verbindung Emden – Emden-Au├čenhafen (2,45 km) mit ihren Privatanschl├╝ssen in Betrieb, jetzt rechts des Emder Fahrwassers (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 26/1901).


1902

23.02.: Betriebsaufnahme der ab 1900 initiierten Emder elektrischen Kleinbahn (3,85 km), nachdem am 23.08.1901 eine zeitlich unbegrenzte Genehmigung erteilt worden war (Amtsblatt 35/1901). Grundst├╝cke und Gleise sind im Eigentum der Stadt Emden, Geb├Ąude, Fahrzeuge und Betriebsf├╝hrung liegen bei den Th├╝ringischen Elektrizit├Ątswerken (Firma K├Ârting) und gelangen sp├Ąter an die AEG.
Au├čerdem: Eine Eisenbahnstrecke in der Relation Sande – Sanderahm – Neustadtg├Âdens – Horsten – Friedeburg – Marcardsmoor – Aurich kommt ins Gespr├Ąch. 1905 beginnt die KED M├╝nster mit den notwendigen Vorarbeiten, welche im Jahre 1909 s├Ąmtlich abgeschlossen werden. Der bereits fertige Vertrag wird jedoch nicht mehr unterzeichnet und die Bahn nicht gebaut.


1903

15.01.: Die Ostfriesische Zeitung (O.Z.) berichtet ├╝ber den geplanten Neubau der K├╝stenbahn als Hauptbahn auf einer eigenen Trasse abseits der Landstra├če. Veranschlagt werden insgesamt 3.675.000 Mark.
17.01.: Laut Bericht der O.Z. ist die Kleinbahn Emden-Ostgro├čefehn vom Innenministerium genehmigt, die Verl├Ąngerung bis Wilhelmshaven dagegen abgelehnt worden (trotz angeblicher vorheriger Zustimmung).
April: Zwischen Emden und Norden beginnen die Vorarbeiten f├╝r die Verlegung der K├╝stenbahn (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 18/1903).
12.08.: Nach einer Meldung des Landwirtschaftlichen Hauptvereins erw├Ągt die KED M├╝nster, den von Norden nach Elberfeld verkehrenden „Butterwagen“ (ein zweimal w├Âchentlich als Kurswagen eingesetzter eisgek├╝hlter Waggon) zu streichen, da dieser Wagen nicht ausgelastet wird. Der Hauptverein ruft zu einer vermehrten Nutzung dieses Angebotes auf, da die KED eigentlich sogar geplant hatte, den Lauf des Wagens einmal pro Woche bis nach Frankfurt/M. zu verl├Ąngern (O.Z. 12.08.1903)
19.10.: Die Generalversammlung der Kreisbahn Wittmund-Aurich-Leer beschlie├čt, mit den Vorarbeiten f├╝r eine Bahnstrecke von Ogenbargen ├╝ber Esens nach Bensersiel zu beginnen. (O.Z. 20.10.1903)
28.10.: Die Borkumer Kleinbahn- und Dampfschiffahrt AG erh├Ąlt f├╝r die Inselbahn auf Borkum (bisher Firma Habich & Goth, Emden) eine Hauptgenehmigung auf 75 Jahre (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 48/1903).
05.11.: Die Firma „Borkumer Kleinbahn- und Dampfschiffahrt-Aktien-Gesellschaft zu Emden“ wird ins Handelsregister eingetragen. (O.Z. 06.11.1903)
12.12.: F├╝r ein Anschlussgleis vom Bahnhof Stickhausen zur Burg wird der Bauvertrag unterzeichnet. Die auf 16.000 Mark veranschlagten Arbeiten sollen sofort beginnen.


1904

01.07.: Auf Wangerooge wird die „Ostlandstrecke“ vom Bahnhof Wangerooge zum Ostanleger (5,43 km) in Betrieb genommen.
31.08.: Die Kleinbahn Emden-Pewsum-Greetsiel soll durch den Bau einer Strecke Groothusen – Loquard – Rysum – Wybelsum – Larrelt – Emden erweitert werden (Kreistagsbeschluss).

Aus dem „Handbuch f├╝r den Eisenbahn-G├╝terverkehr – Band I.: Dr. jur. W. Kochs Eisenbahn-Stationsverzeichnis“:

  • In Emden befinden sich eine Betriebs-Inspektion (f├╝r die Strecken Papenburg – Emden – Norden – Wittmund – Landesgrenze, Emden – Emden-Au├čenhafen, Georgsheil – Aurich und Norden – Norddeich) und eine Verkehrs-Inspektion (f├╝r die selben Strecken, zus├Ątzlich auch M├╝nster – Rheine – Papenburg und Rheine – Quakenbr├╝ck [letztere ausschlie├člich der Bahnh├Âfe]) der K.E.D. M├╝nster i. Westf. S├Ąmtliche Strecken sind noch eingleisig.
  • Der Bahnhof Emden betreibt eine G├╝ternebenstelle auf Borkum, „der Verkehr wird durch Dampfer vermittelt.“ Die Eisenbahnen auf Borkum und Juist werden unter „Stra├čenbahnen“ eingeordnet.
  • Die Station in Petkum (zwischen Emden und Leer) ist mit „noch nicht fertiggestellt“ markiert.
  • Die preu├čische Eisenbahn Oldenburg – Wilhelmshaven wird von der GOE betrieben, daf├╝r besorgt die K.E.D. M├╝nster den Betrieb der Bahnh├Âfe Leer und Ihrhove f├╝r die GOE mit.
  • Die sp├Ątere LAW hei├čt noch „Kreisbahn Wittmund-Aurich-Leer“.

1905

01.05.: Der Haltepunkt Hinter Stra├če bei Emden tr├Ągt ab jetzt die Bezeichnung Hinte-Harsweg [Amtsblatt der KED M├╝nster, St├╝ck 18/1905]. Gleichzeitig wird zwischen Haren und Meppen bei Hemsen (Ems) ein Haltepunkt eingerichtet [Amtsblat der KED M├╝nster, St├╝ck 20/1905]
04.05.: Abschluss der teilweisen Umspurung der Strecke Ogenbargen – Wittmund (14,2 km) der LAW auf Regelspur zum Anschluss der milit├Ąrischen Anlagen in Wittmundhafen an die K├╝stenbahn.
August: Der Bau der Erweiterungsstrecke der EPG wird wieder gestrichen, da die Preisvorstellungen der Kleinbahn f├╝r den Baugrund (30 Pfennig/qm) nicht mit denen der beteiligten Gemeinden in Einklang zu bringen sind. Larrelt und Twixlum lehnen die Bahn sogar ganz ab.
Au├čerdem: Die KED M├╝nster beginnt mit den Vorarbeiten f├╝r eine Bahnstrecke, die die Stadt Emden ├Âstlich und n├Ârdlich umgehen soll.
Der Petkumer Bahnhof wird dem Betrieb ├╝bergeben. Kosten f├╝r das Empfangsgeb├Ąude: 22.000 Mark


1906

24.05.: Ein Zeitungsartikel k├╝ndigt die Einf├╝hrung von Bahnsteigsperren im Bahnhof Norden an.
01.03.: An den Haltestellen Blersum und Westerende an der K├╝stenbahn wird ab jetzt auch Eil- und St├╝ckgut umgeschlagen [Amtsblatt KED M├╝nster, 1906]
01.08.: Die KPEV er├Âffnet nach Umbauarbeiten die Strecke Emden-Norden als Hauptbahn auf eigener Trasse, der Abzweig nach Aurich liegt jetzt in Abelitz. Der Schnellzug (mit Halt in Abelitz, nach wie vor ausschlie├člich zum Umsteigen von/nach Aurich) braucht jetzt nur noch 40 Minuten, der Personenzug mit neun Halten eine Stunde. Der neu eingerichtete Bahnhof in Abelitz hei├čt zun├Ąchst Finkenburg (nach dem nahen Geh├Âft mit Gastwirtschaft), der Besitzer des Hofes verlangt jedoch eine Umbenennung der Station.
21.09.: Die EPG nimmt den Betrieb auf der Strecke Pewsum – Greetsiel (10,4 km) auf. Bereits jetzt wird eine Kleinbahnstrecke Pewsum – Norden angeregt.
Dezember: Das Projekt einer Kleinbahn Emden – Riepe – Ostgro├čefehn taucht wieder auf, diesesmal in Meterspur: Die Eisenbahnbau-Gesellschaft Becker & Co GmbH in Berlin legt ein Gutachten ├╝ber die Rentabilit├Ąt der geplanten Bahn vor, das neben einer ├ťbersichtskarte auch einen fiktiven Fahrplan enth├Ąlt (der sogar die Anschl├╝sse an die Staatsbahn in Emden und die LAW in Ostgro├čefehn ber├╝cksichtigt), auf dem die Berechnungen beruhen. F├╝r den Bau werden 1.400.000 Mark zuz├╝glich Grunderwerb veranschlagt.
Au├čerdem: Zwischen Emden und Leer wird das zweite Gleis dem Betrieb ├╝bergeben.


1907

Januar: Die EPG bringt die Strecke Groothusen-Rysum-Larrelt-Emden wieder ins Gespr├Ąch und beauftragt das Landesdirektorium mit den n├Âtigen Vorarbeiten. Im Februar wird die projektierte Strecke ge├Ąndert: Die Planungen lauten nun auf Rysum-Pewsum-Norden. Am 6. August wird eine Wirtschaftlichkeitsberechnung f├╝r beide Varianten vorgelegt, welche die erste bevorzugt.
26.04.: Mit diesem Datum wird ein Protokoll ├╝ber die Bereisung der Trasse der Kleinbahn Emden – Riepe – Ostgro├čefehn vorgelegt, an Hand derer entschieden werden soll, ob und in welchem Umfang der Bau von der Provinz Hannover mitfinanziert wird. Hier wird auch noch einmal die geplante Staatsbahnstrecke Marcardsmoor-Sande erw├Ąhnt (siehe 1902).
Au├čerdem: Bei M├Âhlenwarf an der Strecke Ihrhove – Nieuweschans/NL wird ein Haltepunkt eingerichtet.
Zum wiederholten Male wird eine Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn angeregt, diesmal in Normalspur und mit Oberleitungsbetrieb.


1908

15.12.: Die Kreisbahn Wittmund-Aurich-Leer GmbH wird nach dem Konkurs als Kreisbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH neu gegr├╝ndet.
Au├čerdem: Der Umbau der Gleisanlagen im Bahnhof Emden (sp├Ąterer S├╝dbahnhof) und der Bau des zweiten Streckengleises von Salzbergen bis Leer werden abgeschlossen.
Die Borkumer Kleinbahn baut die Strecke zum Hafen zweigleisig aus.


1909

08.02.: Der Magistrat der Stadt Emden teilt den beteiligten Gemeinden mit, dass der Provinzial-Ausschu├č der Provinz Hannover am 23.10.1907 beschlossen h├Ątte, „einer noch zu bildenden Aktiengesellschaft oder Gesellschaft mit beschr├Ąnkter Haftung f├╝r den Bau und Betrieb der schmalspurigen Kleinbahn Emden-Ostgro├čefehn“ mit 420.000 Mark in Vorzugsaktien beizutreten. Nach diesem Schreiben ist das Kapital der Bahn auf 1.560.000 Mark festgesetzt. Die Stadt Emden w├╝rde f├╝r die Vorzugsaktien eine Verzinsung von 3 % garantieren.
01.05.: Der Bahnhof Finkenburg an der K├╝stenbahn erh├Ąlt den Namen Abelitz.
01.07.: Er├Âffnung der Strecke Ogenbargen – Esens – Bensersiel der LAW.


1910

In Wilhelmshaven beginnt die Marine mit der Errichtung einer eigenen Werftbahn, die ihr Streckennetz bis 1941 auf 200 (!) Kilometer ausdehnt.


1911

01.07.: Einrichtung der Haltestelle Steenfelde an der Strecke Emden-M├╝nster.
01.10.: Der Bahnhof Bant an der oldenburgischen Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven hei├čt jetzt R├╝stringen. [Amtsblatt KED M├╝nster]
Au├čerdem: Auf Norderney ist eine elektrische Stra├čenbahn geplant. (Eine entsprechende Akte befindet sich im Staatsarchiv Aurich.)


1912

08.01.: In Norden wird der neu errichtete (und heute noch vorhandene) Ringlokschuppen abgenommen, der f├╝r das neue Betriebswerk gebaut wurde.
17.03.: In Wilhelmshaven nimmt die am 22.03.1912 auf 60 Jahre konzessionierte Wilhelmshaven-R├╝stringer Stra├čenbahn GmbH ihren Betrieb auf.
01.06.: Die Haltestelle Holtgast an der K├╝stenbahn Norden-Wittmund ist nun auch f├╝r den Personenverkehr ge├Âffnet. [Amtsblatt KED M├╝nster]
10.06.: Bei Rorichum nimmt die neue Blockstelle in km 335,771 der Strecke Emden-Leer den Betrieb auf. [Amtsblatt KED M├╝nster]
Juni: Der Bahnhof Aurich wird Einsatzstelle f├╝r die Speichertriebwagen der Bauart Wittfeld mit zun├Ąchst vier zweiteiligen Einheiten der Gattung AT 3.
01.07.: Bei km 326,574 der Strecke Emden-Leer (nahe N├╝ttermoor) wird eine Blockstelle eingerichtet. [Amtsblatt KED M├╝nster]
03.11.: Betriebsaufnahme der normalspurigen Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn (11,1 km) nach der am 17.10.1911 erteilten Betriebsgenehmigung. Bereits jetzt kommt eine Verl├Ąngerung Westrhauderfehn – Langholt – Burlage – Lorup – Werlte in Richtung Cloppenburg ins Gespr├Ąch, entsprechende Pl├Ąne leben bis 1952 (!) immer wieder auf.
15.12.: Er├Âffnung der Eisenbahnstrecke Zwischenahn-Edewechterdamm.


1913

01.04.: Eine „K├Ânigliche Bauabteilung f├╝r die Umgehungsbahn (2. Gleis Emden – Emden-Au├čenhafen)“, welche die Stadt an ihrer Ostseite umgehen und den Engpass der Br├╝cke ├╝ber den Binnenhafen vermeiden soll, wird in Emden eingerichtet (siehe unter 1905) [Amtsblatt der ED M├╝nster, St├╝ck 12/1913]. ├ťber diese Strecke k├Ânnten Z├╝ge nach einfachem Kopfmachen um die Stadt herum ├╝ber die Haltestelle Larrelter Stra├če zum Au├čenhafen fahren und br├Ąuchten nicht mehr r├╝ckw├Ąrts aus dem Bahnhof zur├╝ckzusetzten, um auf das Gleis der K├╝stenbahn zu gelangen. Auch der Richtungswechsel in Larrelter Stra├če w├╝rde entfallen.
Bereits 1911 bemerkt ein unbekannter Autor: „Einschneidende Ver├Ąnderungen nicht bloss […] im Bilde der Stadt Emden, sondern auch im Landschaftsbild wird die bevorstehende Verlegung der ostfriesischen K├╝stenbahn […] und der Bau eines hohen Bahndammes im Gefolge haben.“
26.07.: Ein spektakul├Ąrer Unfall macht Schlagzeilen: Die Lok 175 VENUS der GOE ├╝berf├Ąhrt in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli das Deckungssignal der Eisenbahnbr├╝cke bei Hilkenborg. Die Besatzung der Lok erkennt zu sp├Ąt, dass die Br├╝cke ge├Âffnet ist, die eingeleitete Notbremsung bringt den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Da an der Haltestelle Hilkenborg kurz vor der Br├╝cke gehalten wurde, ist die Geschwindigkeit jedoch noch nicht allzu hoch. Die Lok kippt zwar langsam ├╝ber das Ende des Gleises, aber die Ausgleichshebel der Federung verkeilen sich in der letzten Schwelle auf dem Strompfeiler und die Kuppeleisen zum Tender halten, so dass die Maschine nicht in die Ems st├╝rzt. Gl├╝cklicherweise kommt niemand zu Schaden, die Fahrg├Ąste werden mit einer F├Ąhre ├╝bergesetzt und von einem Hilfszug weiterbef├Ârdert. Die Lok kann geborgen und aufgearbeitet werden, sie gelangt noch zur Deutschen Reichsbahn und wird erst 1928 ausgemustert. [Dieses Ungl├╝ck wird auch in den Jahrg├Ąngen 1920 der Werkszeitschrift „Hanomag-Nachrichten“, Seite 59, und des „Organs f├╝r die Fortschritte des Eisenbahnwesens“, S. 381, besprochen und sehr sch├Ân von Thomas Samek in „Die Baureihe 36“ (EK-Verlag, 1999) geschildert.]
Dezember (?): Aurich erh├Ąlt zum Jahreswechsel 1913/14 vier fabrikneue – diesmal dreiteilige – Speichertriebwagen der Bauart Wittfeld f├╝r den Betrieb nach Emden, wogegen die zweiteiligen Einheiten abgezogen werden.
Au├čerdem: Der Bau eines zweiten Gleises zwischen Emden und Norden wird geplant.


1914

01.01.: Die gesamten preu├čischen Bahnanlagen in und um Wilhelmshaven werden an die GOE ├╝bergeben, um den preu├čischen Inselbetrieb an der Jade zu beenden und so die Abwicklung des Verkehrs zu vereinfachen.
April: Ein Entwurf f├╝r ein preu├čisches „Eisenbahnanleihegesetz“ vom 24.03.1914 enth├Ąlt u. a. als Nr. 15 einen Betrag von 3.050.000 Reichsmark f├╝r den Bau des zweiten Gleises von Emden nach Norddeich. Weiter unten folgt unter „Deckung der Mehrkosten f├╝r bereits genehmigte Bauausf├╝hrungen“ als Buchstabe m) der Bau „des zweiten Gleises auf der Strecke Emden-Abzweigung nach dem Au├čenhafen bei Emden (Ostfriesische K├╝stenbahn) und Verlegung dieser Bahn von der West- auf die Ostseite der Stadt Emden 1.500.000 M.“ [Zentralblatt der Bauverwaltung, S. 207-208]
07.06.: Der Bahnverband Vechta-Cloppenburg nimmt den Gesamtbetrieb zwischen beiden Orten auf, nachdem am 8. Mai bereits der Abschnitt Vechta-Schwichteler er├Âffnet wurde. [Blatt der Ostfriesen, 26.05.1939]
Au├čerdem: Die Pl├Ąne f├╝r die Strecke Emden-Rysum-Groothusen-Pewsum der EPG sind unterzeichnet und 100.000 Mark durch den Kreis Emden bewilligt. Der Kriegsausbruch verhindert jedoch den sofortigen Baubeginn.

Aus dem Reichs-Kursbuch, Ausgabe 1914:

  • Die Fahrt Emden Larrelter Stra├če – Norden mit Personenzug dauert 61 Minuten bei 8 Halten.

  • Die Fahrt des Elektrischen Kleinbahn zwischen Emden Alter Markt und Emden-Au├čenhafen dauert etwa 12 Minuten.

  • Direkte t├Ągliche Verbindungen bestehen z.B. zwischen Norddeich und Erfurt (├╝ber Kassel) mit D 181/182 in wenig mehr als 11 Stunden (das Zugpaar f├╝hrt daneben Kurswagen 1. bis 3. Klasse von/nach Frankfurt/M.), Norddeich und Berlin Schles. Bf. mit D 102/105 (Fahrzeit 8 Stunden, durchgehend mit Schlafwagen) und Norddeich und Basel mit D 109.


1916

Der Bahnhof auf Juist wird durch eine Sturmflut zerst├Ârt.
Osteel erh├Ąlt ein Bahnhofsgeb├Ąude.


1920

Juli: Der AT-Betrieb ab Aurich wird nach nur acht Jahren wieder aufgegeben.
15.10: Die Bauabteilung Emden der Eisenbahndirektion M├╝nster (f├╝r die Umgehungsbahn) wird wieder aufgel├Âst [Amtsblatt der ED M├╝nster, St├╝ck 61/1920]. Der Bau der Umgehung kommt ├╝ber die Errichtung der heute noch vorhandenen Widerlager f├╝r die Br├╝cken ├╝ber Ems-Jade-Kanal und Treckfahrtstief nicht hinaus. In Ernst Schmehls Dissertation „Die verkehrsgeographische Bedeutung der Stadt Emden“ aus dem Jahre 1931 hei├čt es: „[…], doch sind f├╝r diese Bahn bis jetzt nur die Pfeiler der Br├╝cken, die ├╝ber die Stra├čen und Kan├Ąle f├╝hren sollen, fertiggestellt. Der Bahnbau selbst ruht schon seit mehreren Jahren.“
Au├čerdem: Die „Klostermoor Siedlungs- und Torfverwertungs-Gesellschaft m.b.H. in Klostermoor II bei Oldenburg“ (t├Ątig im gleichnamigen Moor s├╝dlich von Rhauderfehn) erw├Ągt einen Bahnanschluss nach Papenburg (Anschluss an die Staatsbahn) oder Glansdorf (Anschluss an die Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn) und betreibt einen angeregten Briefwechsel mit der Kleinbahn wegen eines eventuell gemeinsamen Vorgehens. Aber – wie ein Schreiben der Klostermoor GmbH an die Kleinbahn vom 5. Mai 1920 zeigt – auch diese Pl├Ąne verlaufen schnell wieder im Sande „… da wir [die Klostermoor-Gesellschaft] ja lediglich nicht mit dem Bahnabtransport sondern mit der Schiffsverfrachtung unseres gewonnenen Torfes rechnen m├╝ssen. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, im Laufe der n├Ąchsten Jahre noch eine Kleinbahn zu Ihnen zu bauen. Wir m├╝ssen hiermit allerdings noch warten, bis die Verh├Ąltnisse besser gekl├Ąrt sind und kommen wir dann von selbst darauf zur├╝ck.“ Stattdessen kamen Inflation und Weltwirtschaftskrise und der Torf fuhr weiterhin mit dem Schiff.


1921

Auf Juist wird das neue Bahnhofsgeb├Ąude eingeweiht.


1922

14.06.: Der vom Dampfer THESEUS geschleppte Leichter HOHENFELDE rammt die Emsbr├╝cke bei Weener so schwer, das der bewegliche Teil aus seinem Lager gehoben wird.


1924

11.07.: Das Bahnhofsgeb├Ąude in Ihrhove f├Ąllt einem Brand zum Opfer. Als Ersatz entsteht das heute noch vorhandene Geb├Ąude, das nun nicht mehr zwischen den Gleisen sondern neben der Strecke seinen Platz findet.
Au├čerdem: In Emden wird ein Gleisanschluss „Zentralviehmarkt“ (direkt westlich der Haltestelle Larrelter Stra├če) angelegt.


1925

17.08.: Das Jeversche Wochenblatt berichtet, dass die Gemeinde Norderney den Bau eines Eisenbahndamms von Hilgenriedersiel zur Insel vorschl├Ągt.
Im Emder Adressbuch des Jahres findet sich der Fahrplan der Emder Elektrischen Kleinbahn (gemeinhin einfach „Stra├čenbahn“ genannt): Es verkehren 35 Zugpaare zwischen Stadtmitte und Au├čenhafen, davon ist lediglich ein Paar (7:20 Uhr ab Stadtmitte / 7:40 Uhr ab Au├čenhafen) auf Werktage beschr├Ąnkt! Erste Fahrt morgens 5:40 Uhr ab Emden und 6:00 Uhr ab Au├čenhafen, letzte Fahrt 23:40 Uhr ab Emden bzw. 23:50 Uhr ab Au├čenhafen.


1926

27.05.: Die neue Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Ems bei Hilkenborg wird nach zwei Jahren Bauzeit eingeweiht und erh├Ąlt den Namen Friesenbr├╝cke. Die alte Drehbr├╝cke wird kurz darauf abgebrochen.
Au├čerdem: Die neue Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Leda bei Heerenborg wird er├Âffnet.
Die neuen Viehhofanlagen in Leer erhalten einen Gleisanschluss.


1927

Die Kleinbahn Ihrhove-Westrhauderfehn r├╝ckt wieder in den Blickpunkt der regionalen Interessen. Das „Bahnbauprojekt Osnabr├╝ck-H├╝mmling-Westrhauderfehn-Emsh├Ąfen“ enth├Ąlt einen Streckenvorschlag, der das n├Ârdliche Emsland in Nord-S├╝d-Richtung erschlie├čen sollte. Geplant war, eine Strecke von Westrhauderfehn s├╝dw├Ąrts ├╝ber Burlage, Bockhorst, Esterwegen und Lorup nach Werlte zu verlegen (dort Anschluss an die Strecke Cloppenburg-Werlte-Lathen). Auch diesmal vereitelt die wirtschaftliche Entwicklung die Pl├Ąne.


1928

Aus dem „Handbuch der deutschen Stra├čenbahnen, Kleinbahnen und Privatbahnen 1928“ (die Angaben beziehen sich auf 1927; angegeben sind jeweils die dem ├Âffentlichen Verkehr gewidmeten Strecken, nicht die gesamte Betriebsl├Ąnge):

  • Emder Elektrische Kleinbahn: Strecke: 3,74 km; Betriebsmittel: 6 Triebwagen, 6 Beiwagen, 3 Spezialwagen; Besch├Ąftigte: 16; Verkehr: 506.014 Personen; Einnahmen: 110.679 Mark.

  • Wilhelmshaven-R├╝stringer Stra├čenbahn: Strecke: 8,58 km; Betriebsmittel: 23 Triebwagen, 18 Beiwagen, 5 Spezialwagen, 2 Kraftwagen; Besch├Ąftigte: 64 (Bahn) + 3 (Kraftwagen); Verkehr: 2.285.185 Personen (Bahn) + 89.913 Personen (Kraftwagen); Einnahmen: 360.316 Mark.

  • Emden-Pewsum-Greetsiel: Strecke: 22,8 km; Betriebsmittel: 5┬á Dampflok, 7 Personenwagen, 1 Packwagen, 21 G├╝terwagen, 14 Spezialwagen; Besch├Ąftigte: 33; Verkehr: 126.783 Personen, 33.002 Tonnen, Einnahmen: 179.590 Mark.

  • Leer-Aurich-Wittmund: Strecke: 84,1 km; Betriebsmittel: 11 Dampflok, 18 Personenwagen, 8 Packwagen, 123 G├╝terwagen, 5 Rollb├Âcke; Besch├Ąftigte: 148; Verkehr: 230.384 Personen, 67.181 Tonnen; Einnahmen: 495.887 Mark.

  • Ihrhove-Westrhauderfehn: Strecke: 11,1 km; Betriebsmittel: 3 Dampflok, 5 Personenwagen, 1 Pack- und Postwagen, 7 G├╝terwagen, 1 Spezialwagen; Besch├Ąftigte: 23; Verkehr: 85.763 Personen, 20.861 Tonnen; Einnahmen: 92.340 Mark.

  • Borkumer Kleinbahn: Strecke: 11,4 km; Betriebsmittel: 4 Dampflok, 1 Motordraisine, 20 Personenwagen, 2 Packwagen, 22 G├╝terwagen, 260 Spezialwagen; Besch├Ąftigte: 77; Verkehr: 94.972 Personen, 32.374 Tonnen; Einnahmen: 459.228 Mark.

  • Juister Inselbahn: Strecke: 3,0 km; Betriebsmittel: 3 Motorlok, 8 Personenwagen, 11 G├╝terwagen; Besch├Ąftigte: 8; Verkehr: 24.731 Personen; Einnahmen: 66.687 M.

Die Inselbahn auf Wangerooge ist im „Handbuch“ nicht aufgef├╝hrt, da sie zur Deutschen Reichsbahn, Direktion Oldenburg, geh├Ârt und folglich eine Staatsbahnstrecke darstellt.


1929

28.04.: Die Weltwirtschaftskrise macht auch vor Ostfriesland nicht halt: Das Konkursverfahren ├╝ber die seit l├Ąngerem angeschlagene Kreisbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH wird er├Âffnet.
15.05.: Die GOE er├Âffnet den Haltepunkt Karolinenhof an der Strecke Ocholt-Cloppenburg [Quelle: www.epoche2.de]
Au├čerdem: Das Bahnhofsgeb├Ąude in Stickhausen erh├Ąlt einen Stellwerksanbau. [Ostfriesland Magazin 5/2007]


1929/1930

Aus „Hendschels Telegraph/Storms Kursbuch f├╝r das Reich“, Ausgabe Winter 1929/30:

  • Direkte t├Ągliche Verbindungen bestehen z.B. zwischen Emden und Hannover mit D 145/146 (Fahrzeit 4 1/2 Stunden), Norddeich und M├Ânchengladbach (E 183/184 in etwa 7 Stunden), Emden und Berlin Lehrter Bf. mit D 145/146 (Fahrzeit etwa 9 1/2 Stunden nach Berlin, 8 1/2 zur├╝ck).
  • Zwischen Emden und Emden-Au├čenhafen verkehren 1 1/2 Zugpaare, die Fahrt ab Emden dauert etwa 18 Minuten.
  • Die Fahrt Emden-Norden dauert 61 Minuten mit dem Personenzug bei 9 Unterwegshalten oder 43 min mit dem Eilzug (h├Ąlt nur in Abelitz).

1930

12.06.: Eine neue Genehmigung zum Betrieb einer Pferdebahn auf Langeoog wird erteilt (Amtsblatt f├╝r Ostfriesland 25/1930).


1931

15.05.: Die Haltestelle Larrelterstra├če an der Strecke Emden-Norden hei├čt ab sofort Emden West. [Quelle: www.epoche2.de]
14.10.: Die Genehmigungsurkunde f├╝r die am 03.09.1931 gegr├╝ndete neue Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH wird im Amtsblatt Nr. 50/1931 ver├Âffentlicht. Ein Nachtrag folgt am 02.08.1932 (Ostfr. Amtsblatt 32/1932). Die Betriebsf├╝hrung ├╝bernimmt das Landeskleinbahnamt der Provinz Hannover.


1932

Der Emder Rangierbahnhof wird erweitert und bekommt einen Ablaufberg.


1933

18.01.: Das laufende Konkursverfahren ├╝ber die alte Kreisbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH wird aufgehoben.
01.09.: Der Haltepunkt Norden Osterstra├če hei├čt jetzt Norden Adolf-Hitler-Stra├če.


1935

Der Umbau der Haltestelle Emden West in einen Bahnhof beginnt. Die Arbeiten waren eigentlich Teil einer umfassenden Ma├čnahme, deren Kernst├╝ck die Hochlegung der Eisenbahnstrecke zwischen S├╝d- und Westbahnhof auf einen rund 4 Meter hohen Damm sein sollte. Larrelter, Cirksena- und Nesserlander Stra├če sollten auf Br├╝cken kreuzungsfrei ├╝berquert werden (sowie es an der Petkumer Stra├če der Fall ist), die Br├╝cke ├╝ber das Emder Fahrwasser w├Ąre entsprechend erh├Âht werden. Realisiert wurde aber nur der oben erw├Ąhnte Umbau.
Die RBD M├╝nster unterh├Ąlt in Emden ein Betriebsamt (das 161,87 km Strecke betreut) und ein Verkehrsamt (f├╝r 367 km Strecke). Die Gleisanlagen im Emder Hafengebiet umfassen 36 km.


1936

Januar: Die IHK stellt auf ihrer Versammlung fest, dass die Bahnh├Âfe – vor allem der Leeraner – ausgebaut werden m├╝ssen, um die Bahnverbindungen von und nach Ostfriesland leistungsf├Ąhiger gestalten zu k├Ânnen. (Emder Zeitung 30.10.1936)
Die Arbeiten am Bahnhof Emden West schreiten voran, die Erdarbeiten f├╝r die neuen Bahnsteige sind fast abgeschlossen
Au├čerdem: Auf Juist wird das mittlerweile dritte Bahnhofsgeb├Ąude errichtet.


1937

18.01.: Die Umgehungsstrecke der LAW bei Wittmundhafen (durch die Einrichtung des Luftwaffenst├╝tzpunktes notwendig geworden) wird in Betrieb genommen.
01.02.: Die Station B├╝mmerstede erh├Ąlt den Namen Oldenburg (Old) Vbf [Quelle: www.epoche2.de]
01.04.: Durch das „Gro├č-Hamburg-Gesetz“ wird die bislang selbstst├Ąndige Stadt R├╝stringen ein Teil von Wilhelmshaven. Der Bahnhof Wilhelmshaven hei├čt jetzt Wilhelmshaven Hbf, R├╝stringen daf├╝r Wilhelmshaven West.
16.07.: Die Inselbahn auf Langeoog stellt ihren Betrieb mit einem Zug der Steinhuder Meer-Bahn von Pferde- auf Motorkraft um. Die Genehmigung f├╝r einen dauernden Motorbetrieb wird mit einer „Genehmigungsurkunde f├╝r die Inselbahn auf der Nordseeinsel Langeoog“ von diesem Datum erteilt.
13.08.: Eine zweimonatige Sperrung des Dortmund-Ems-Kanales wirkt sich positiv auf die Eisenbahn aus: In Emden werden im Jahr 1937 durch die Reichsbahn insgesamt 2,45 Mio. Tonnen Fracht umgeschlagen, nach 1,84 Mio. Tonnen im Vorjahr.
Au├čerdem: Der Umbau des Haltepunktes Emden West in einen Bahnhof ist abgeschlossen.
Ein unbewachter Bahn├╝bergang im Emder Stadtteil Conrebbersweg erh├Ąlt als erster in Ostfriesland eine automatische, vom Zug bet├Ątigte Sicherungsanlage.


1937/38

Aus dem Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Ausgabe Winter 1937/38:

  • Die Fahrt Emden West – Norden dauert 48 Minuten bei 8 Halten (1999: 25 min ohne Halt oder 33 min mit Halt in Marienhafe – 2010: 23 min mit [RE] und ohne [IC] Halt in Marienhafe).
  • Es gibt morgens zwei durchgehende Z├╝ge Emden – Emden West – Abelitz – Aurich, abends zwei zur├╝ck.
  • Zwischen Emden und Emden-Au├čenhafen (├╝ber Emden West) verkehren 1 1/2 Zugpaare, die Fahrt ab Emden dauert etwa 25 Minuten, ab Emden West 7 Min. (1999: 3 Zugpaare, Dauer ab Emden Hbf 10 Minuten).
  • Direkte t├Ągliche Verbindungen bestehen z.B. zwischen Emden und Berlin Lehrter Bf. mit D 102/105 (Fahrzeit 7 Stunden, zwischen Oldenburg und Berlin mit Speisewagen), Norddeich Mole und M├╝nchen mit D 47/48 in 18 Stunden und zwischen Aurich und Berlin mittels eines Kurswagens 2. und 3. Klasse.

1938

01.03.: Der Bahnhof Emden bekommt die Bezeichnung Emden S├╝d [Quelle: www.epoche2.de].
├ťber den Winter 1938/39 wird bei Osteel und Engerhafe ein Ausweichgleis verlegt, um die Leistungsf├Ąhigkeit der Strecke Emden-Norden zu erh├Âhen. Osteel erh├Ąlt daf├╝r ein Stellwerk, Fertigstellung ist im Fr├╝hsommer 1939. Stellenweise hei├čt es, es sei damals wieder geplant gewesen, die Strecke Emden – Norden zweigleisig auszubauen (wie bereits 1913). In den 1980er Jahren wird die Strecke allerdings auch hier wieder eingleisig.


1939

16.03.: Im Landratsamt Cloppenburg besprechen Vertreter der Landkreise Aschendorf und Meppen, der oldenburgischen wie der preu├čischen Regierung und der Betriebsleitung den geplanten Umbau der H├╝mmlinger Kreisbahn. Es zeichne sich ab, dass die Bahn abschnittsweise neu trassiert und evtl. auf Normalspur umgebaut w├╝rde. Die Vertreter Oldenburgs fordern die gleichzeitige Umstellung der Cloppenburger Kleinbahn auf Normalspur und die Schlie├čung der nur 2,5 km gro├čen L├╝cke zwischen den Bahnh├Âfen Werlte (H├╝mml. Krb.) und Landesgrenze (Clp. Krb.), denn „der in voller Entwicklung befindliche H├╝mmling w├╝rde damit eine wertvolle Ost-West-Verbindung erhalten“. [Blatt der Ostfriesen, 17.03.1939] Tats├Ąchlich bleibt das „Werlter Loch“ aber bis zum Ende der Bahnen erhalten.
21.-30.07.: Auf der Gewerbeausstellung „Wille und Leistung Ostfrieslands“ stellt die Deutsche Reichsbahn ein Modell des geplanten Emder Bahnhofes aus (siehe Streckenbeschreibung der Ostfr. K├╝stenbahn). Zum Bau kommt es jedoch nicht mehr.
01.10.: Die Strecke Ocholt-Cloppenburg erh├Ąlt einen Haltepunkt bei Godensholt.


1940

15.03.: Der Bahnverkehr der LAW zwischen Ogenbargen und Wittmund wird vorl├Ąufig eingestellt, um die Strecke normalspurig auszubauen. Am 6. Mai wird der Betrieb wieder aufgenommen, diesmal in Normalspur.
01.06.: Zwischen Delmenhorst und Schierbrok wird der Haltepunkt Hoykenkamp eingerichtet. [Quelle: www.epoche2.de]


1941

Etwa 1940/41 beginnen zwischen Petkum und Oldersum die Arbeiten f├╝r einen Vorbahnhof, der den Emder G├╝terbahnhof entlasten und den Zugang zum Hafen erleichtern soll. Dazu wird ein Gel├Ąnde auf der Nordseite der vorhandenen Strecke (im Bereich Hedderweg n├Ârdlich von Gandersum) vorbereitet. Die Arbeiten werden aber kriegsbedingt ziemlich bald wieder eingestellt. [Siehe auch „Strecken & Stationen“ unter Westbahn]
28.12.: Ein schwerer Bombenangriff zerst├Ârt die Gleisanlagen des Bahnhofs Wilhelmshaven.


1942

Es gibt Erw├Ągungen, die Kleinbahn Emden-Pewsum-Greetsiel an die Deutsche Reichsbahn zu verkaufen. (Eine entsprechende Akte befindet sich im Staatsarchiv Aurich.)
Die Kriegsfahrpl├Ąne f├╝hren niederl├Ąndische Lokomotiven des Depots Groningen bis nach Leer und Oldenburg.


1944

17.09.: Beginn des Generalstreiks der niederl├Ąndischen Eisenbahner („Spoorwegstaking“). Die deutsche Besatzungsmacht ├╝bernimmt darauf den Bahnbetrieb in den Niederlanden, die grenznahen Strecken (Staatsgrenze -) Nieuweschans-Groningen und Zuidbroek-Stadskanaal fallen an die RBD M├╝nster. Beide Strecken werden dem Betriebsamt Emden unterstellt, die Zugleitung Emden erh├Ąlt zur Unterst├╝tzung eine Hilfszugleitung in Groningen.
Au├čerdem: Die LAW legt die Strecke Ogenbargen – Ardorf still.


1944/45

Aus dem Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Ausgabe 1944/45:

  • Die Fahrt Emden West-Norden im Personenzug dauert rund eine Stunde bei 8 Halten. Eilz├╝ge, die nur in Abelitz halten, ben├Âtigen 30 Minuten.
  • Zwischen Emden und Emden-Au├čenhafen (├╝ber Emden West) verkehren 4 1/2 Zugpaare, die Fahrt ab Emden dauert etwa 25 Minuten, ab Emden West 10 Min.
  • Direkte t├Ągliche Verbindungen zwischen Emden und Berlin oder M├╝nchen (siehe 1937) gibt es nicht mehr, mit E 65 besteht immerhin noch eine umsteigefreie Verbindung K├Âln-Norddeich (8:15 Std), zur├╝ck geht es mit EmW 66 in 8:17 Std.
  • Die Kleinbahn Emden-Pewsum-Greetsiel f├╝hrt 3 1/2 Zugpaare, Ihrhove-Westrhauderfehn 6 Paare und die LAW zwischen Leer und Aurich ebenfalls 6, in der Verl├Ąngerung bis Wittmund noch 3.
  • Die Strecke Nieuweschans- Ihrhove f├╝hrt noch uneingeschr├Ąnkte Pl├Ąne.

Ob diese Z├╝ge tats├Ąchlich fahren (und gegebenenfalls ihre Zeiten halten) steht auf einem anderen Blatt.


1945

Februar: Das Betriebsamt Emden begrenzt die H├Âchstgeschwindigkeit der Strecke Nieuweschans-Groningen Mitte des Monats auf 60 km/h.
M├Ąrz: Der Personenzugverkehr Nieuweschans-Groningen wird durch die Zugleitung Emden eingestellt, die H├Âchstgeschwindigkeit der Strecke betr├Ągt ab sofort nur noch 30 km/h.
15.04.: Die Deutsche Wehrmacht sprengt die Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Westerwoldsche Aa bei Nieuweschans.
16.04.: Die Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Ems bei Hilkenborg (Friesenbr├╝cke) wird gesprengt.
21.04.: Die Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Leda bei Leer wird gesprengt.
20.05.: Der gesamte Betrieb der LAW wird eingestellt, aber bereits am 10.09. wieder aufgenommen.
Au├čerdem: Zwischen Petkum und Neermoor wird das zweite Streckengleis abgebaut.


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┬ę Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 06.06.2022 (erstellt 29.05.2000)